Kröten und Frösche beginnen wieder zu wandern

Besonders viele Kröten sind derzeit auf den Landesstraßen bei Bad Münstereifel-Eicherscheid, zwischen Mechernich-Antweiler und Bad-Münstereifel-Kalkar, in Euskirchen-Euenheim, von Euskirchen in Richtung Niederelvenich (L264) und in Mechernich-Eicks anzutreffen

Auch die Grasfrösche kommen langsam auf Touren, um in flachen Tümpeln ihre Eier abzulegen. Archivbild: Michael Thalken

Auch die Grasfrösche kommen langsam auf Touren, um in flachen Tümpeln ihre Eier abzulegen. Archivbild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Berlin/Euskirchen – Im Kreis Euskirchen sind Amphibien während der Laichwanderung von der Auswirkung des ständig wachsenden Straßennetzes betroffen, teilt der NABU Kreisverband in einer Pressemitteilung mit. „Sie werden beim überqueren der Straßen für Autofahrer zur rutschigen Gefahr, weil sie im entsprechenden Moment nicht flüchten, sondern geblendet vom Scheinwerferlicht vor lauter Schreck in eine Starre geraten“, so NABU-Sprecher Günter Lessenich.

Erdkröten, die tagsüber Straßen überquerten, kämen mit nur geringer Wahrscheinlichkeit auf der anderen Straßenseite an, weil ihre kriechende „Gangart“ zu langsam sei. Lessenich: „Eine Chance hätten sie, wenn sie schnell hüpfend die Straße überqueren könnten.“ Ein weiterer Nachteil: Durch ihre braune Tarnfarbe sind sie ihrer Umgebung optisch gut angepasst und werden von den Autofahrern meist zu spät erblickt.

Der NABU appelliert daher an alle Autofahrer im Kreis Euskirchen, die aufgestellten Warnschilder „Krötenwanderung“ Ernst zu nehmen und bitte Tempo 30 möglichst nicht zu überschreiten, um die Überlebenschance der wandernden Tiere zu erhöhen.

Besonders viele Krötenwanderungen sind auf den Landesstraßen bei Bad Münstereifel-Eicherscheid, zwischen Mechernich-Antweiler und Bad-Münstereifel-Kalkar, in Euskirchen-Euenheim, von Euskirchen in Richtung Niederelvenich (L264) und Mechernich-Eicks anzutreffen.

Bundesweite Aktion

Der NABU Bundesfachausschuss Feldherpetologie und Ichthyofaunistik (Amphibien, Reptilien und Fische) ermittelt im Rahmen der Aktion ‚Lurch des Jahres 2012‘, wie viele Erdkröten in einer Laichperiode auf ihren traditionellen Wanderungen auf den Straßen sterben müssen. „Mit einer aussagekräftigen Straßenopferanzahl kann der NABU nicht nur die Behörden zu erhöhten Anstrengungen im Amphibienschutz an Straßen auffordern, sondern auch seine eigenen Aktivitäten lenken“, erklärt Sascha Schleich den Sinn der bundesweiten Aktion.

Damit sich die Amphibien in den Flachgewässern paaren können, müssen sie erst einmam bis dort hingelangen. Archivbild: Michael Thalken(Eifeler Presse Agentur/epa

Damit sich die Amphibien in den Flachgewässern paaren können, müssen sie erst einmal bis dort hin kommen. Archivbild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Zum Schutz vor dem Straßenverkehr stellt der NABU an einigen stark betroffenen Straßenabschnitten Amphibienschutzzäune auf. Diese Zäune halten die Amphibien davon ab, die Straßen zu überqueren. Meist ehrenamtliche Naturschützer sammeln so Nacht für Nacht die Tiere an den Zäunen, um sie sicher in Eimern auf die andere Straßenseite zu tragen. An stark befahrenen Straßenabschnitten, an denen solche Schutzzäune und ehrenamtlichen Hände fehlen, sterben viele Amphibien. Verkehrsteilnehmer meldeten in den vergangenen Tagen bereits rund 150 überfahrene Erdkröten.

„Nicht nur das Überfahren mit dem Autoreifen ist tödlich, sondern auch die Druckluft, die bei Geschwindigkeiten von über 30 Stundenkilometer entsteht, kann die Tiere beim Vorbeifahren töten”, so der NABU-Amphibienexperte weiter.

Die Erdkröte, „Froschlurch des Jahres 2012“, zählt zwar zu den häufigsten Amphibienarten in Deutschland. Allerdings wird sie bereits im Bundesnaturschutzgesetz als besonders geschützte Art aufgeführt und die Bestände sind durch verschiedenste Gefährdungsfaktoren rückläufig. Die größte Gefahr liegt in der Lebensraumzerschneidung durch Straßen, wo unzählige Erdkröten jedes Jahr auf ihrer Laichwanderung ihr Leben verlieren.

Um ein möglichst genaues bundesweites Ergebnis zu erhalten, bittet der NABU jeden um Mithilfe, der überfahrene Erdkröten sieht, diese zu zählen und anschließend im Internet unter www.amphibienschutz.de/opfer/strassenopfer.html zu melden.

www.nabu-euskirchen.de

www.NABU.de/kroetenwanderung

(Quelle: NABU)

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