„F&S solar“ rettete Solarpark-Projekt der Dorstener Energie Genossenschaft

Viel Lob gab es für den Solarprojektierer aus Euskirchen, der das ins Stocken geratene Projekt einer Bürgergenossenschaft im Kreis Recklinghausen vorfinanzierte und so letztendlich doch noch möglich machte

Die beiden Vorstände der DEG, Lambert Lütkenhorst (links) und Johannes Becker (rechts), bedankten sich bei „F&S solar“-Projektleiter Manuel Dormagen (Mitte) für die faire Partnerschaft seitens des Euskirchener Unternehmens, durch die das Genossenschaftsprojekt am Ende doch noch möglich wurde. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Die beiden Vorstände der DEG, Lambert Lütkenhorst (links) und Johannes Becker (rechts), bedankten sich bei „F&S solar“-Projektleiter Manuel Dormagen (Mitte) für die faire Partnerschaft seitens des Euskirchener Unternehmens, durch die das Genossenschaftsprojekt am Ende doch noch möglich wurde. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Euskirchen/Dorsten – Auf der ehemaligen Hausmülldeponie der Stadt Dorsten im Kreis Recklinghausen wurde am Mittwochnachmittag der neue Solarpark Wulften der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Solarpark befindet sich im Besitz der Dorstener Energie Genossenschaft (DEG). Es ist die 10. Anlage der DEG und gleichzeitig das größte Projekt in der Geschichte der Genossenschaft, die mit dem Solarpark Wulften ihre bislang getätigte Investitionssumme auf einen Schlag verdoppeln konnte.

Doch bis zur Inbetriebnahme des Solarparks war es ein weiter und harter Weg für die Bürger. „Wir haben den Solarpark über Jahre geplant und versucht, einen eigenen Bebauungsplan aufzustellen, aber es gab so viel Fristen, Verzögerungen und Unwägbarkeiten, dass sich die Wirtschaftlichkeit des Projekts irgendwann nicht mehr darstellen ließ“, berichtete DEG-Vorstandsmitglied Johannes Becker. Die Planung habe so viel Zeit und Nerven gekostet und es habe so viele Bedenken gegeben, dass man irgendwann das Projekt habe wieder einstampfen wollen.

In der Tat war manche Auflage von Seiten der Behörden mehr als abenteuerlich. So sollten zunächst die Solarmodule mit Dachrinnen versehen werden, damit dass Regenwasser nicht von den Modulen direkt ins Erdreich gelangen könne, eine Vorschrift, die, hätte man sie umgesetzt, in Deutschland wohl einzigartig gewesen wäre. Von einer anderen Auflage wollte man aber bis zuletzt nicht ablassen: So muss der Zaun rund um die 20.000 Quadratmeter große Fläche vollständig begrünt werden.

Die Mitglieder der Dorstener Energie Genossenschaft nutzten die Gelegeneheit, um „F&S solar“-Projektleiter Manuel Dormagen (rechts) zahlreiche technische Fragen zu stellen. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Die Mitglieder der Dorstener Energie Genossenschaft nutzten die Gelegeneheit, um „F&S solar“-Projektleiter Manuel Dormagen (rechts) zahlreiche technische Fragen zu stellen. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

„Wir waren sehr froh, als uns die Euskirchener Firma »F&S solar« einen Ausweg aus der Krise zeigte“, fügte Lambert Lütkenhorst, ebenfalls Vorstandsmitglied der DEG, hinzu. „F&S solar“ sei bereit gewesen, die Planung und das komplette Baurisiko zu übernehmen, d.h. den Solarpark auch vorzufinanzieren. „Man schlug uns vor, die Anlage zunächst schlüsselfertig zu erstellen und uns dann die Option zum Kauf einzuräumen. Notfalls wäre die Firma sogar bereit gewesen, den Solarpark selbst zu betreiben“, so Lütkenhorst. Nachdem ein externer Gutachter Funktion und Qualität des Solarparks bestätigt habe, habe man sich schließlich zum Kauf entschlossen.

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„Die Firma »F&S solar« war wirklich ein sehr fairer Partner“, lobte Lütkenhorst die Euskirchener Solarspezialisten, die in den letzten Jahren zahlreiche weitaus größere Solarparks und Dachanlagen erbaut haben. Besonders begeistert sei man in der DEG auch von dem Tempo gewesen, das das Euskirchener Unternehmen vorgelegt habe. So habe man für den Bau der kompletten Anlage nur sechs Wochen benötigt. Dank ging dabei besonders an „F&S solar“-Mitarbeiter Sebastian Piel, der das Projekt vor Ort federführend leitete und beispielsweise dafür sorgte, dass die 840 Aluminiumpfosten „just in time“ ins Erdreich gerammt wurden.

Beim Bau von Solarparks auf Konversionsflächen hat sich das Euskirchener Unternehmen in den letzten Jahren ein besonderes Knowhow erworben. Problematische oder mit Kampfmitteln belastete Untergründe sind für die Euskirchener daher an der Tagesordnung.

„Neu für uns war jedoch, dass wir diesmal keine Kampfmittel vor Ort fanden, sondern uns im Material zur Wiederverfüllung der Kabelgräben ein Blindgänger zugeliefert wurde, der dann vor Ort gesprengt werden musste“, berichtete „F&S solar“-Projektleiter Manuel Dormagen.

Mit knapp 1000 Kilowattpeak könne der Solarpark mit seinen 3818 verbauten Modulen rein rechnerisch gut 270 Einfamilienhäuser mit Grünstrom versorgen, erklärte Dormagen den zahlreichen Anwesenden. Die Jahresproduktion des Parks liege bei 940.000 Kilowattstunden. Dormagen: „Im Vergleich zu konventioneller Kohleverstromung werden hier pro Jahr 635 Tonnen Kohlendioxid eingespart.“ Bereits nach eineinhalb Jahren erreiche man durch den Betrieb des Solarparks eine energetische Null, was bedeute, dass sich dann auch die bei der Herstellung der Photovoltaik-Module erzeugten CO2-Emissionen regeneriert hätten.

„30 Jahre lang wird dieser Solarpark mit seiner einfachen Technik von nun an sauberen Strom produzieren“, so Manuel Dormagen, der den 174 Mitgliedern der Genossenschaft allzeit „sonnige Erträge“ wünschte.

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