Selbstbestimmtes Leben im Alter

Friederike Büttner ist neue Quartiersmanagerin im Kreis Euskirchen – Menschen sollen möglichst auch im letzten Lebensabschnitt in vertrauter Umgebung wohnen können

Die neue Quartiersmanagerin im Kreis Euskirchen: Friederike Büttner sucht gemeinsam mit den Bürgern und lokalen Akteuren nach Möglichkeiten, wie man auch im Alter ein selbstbestimmtes Leben im gewohnten Wohnumfeld führen kann. Foto: Heike Schmitz
Die neue Quartiersmanagerin im Kreis Euskirchen: Friederike Büttner sucht gemeinsam mit den Bürgern und lokalen Akteuren nach Möglichkeiten, wie man auch im Alter ein selbstbestimmtes Leben im gewohnten Wohnumfeld führen kann. Foto: Heike Schmitz

Kreis Euskirchen – Ein selbstbestimmtes Leben im gewohnten Umfeld wünschen sich viele Menschen auch im Alter. Doch hinsichtlich der Vereinbarkeit von Wunsch und Wirklichkeit zeigen sich verschiedene Herausforderungen. Die Anforderung, den Nahraum der Menschen „demografiefest“ zu gestalten, kennt auch Friederike Büttner, die neue  Quartiersmanagerin im Kreis Euskirchen. Sie möchte gemeinsam mit den Bürgern im Alter 50+ Konzepte entwickeln, durch ihr Leben im Alter in ihrem Wohnumfeld attraktiv gestaltet werden kann.

Das NRW-Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter unterstützt Kommunen und Kreise bei der Entwicklung altengerechter Quartiere mit einem gleichnamigen Förderprogramm. Dabei sollen vor Ort gemeinsam mit interessierten und aktiven Bürgern sowie lokalen Akteuren Ideen entwickelt werden, die es ermöglichen, dass Menschen so lange wie möglich zu Hause „Normalität im Alter“ leben können. Thematisiert werden dabei Fragen zu den Themen „Versorgung“, „Wohnen“, „Gemeinschaft erleben“ und „bürgerschaftliche Beteiligung“. Als „Scharnier“ zwischen allen Beteiligten soll die Quartiermanagerin Friederike Büttner für die nötige Vernetzung sorgen.

Die Berufsbezeichnung Quartiersmanagerin bezieht sich dabei auf die Bürgerbeteiligung und auf den kleinräumigen Ansatz – das Quartier. So wird der persönlich räumliche Bezugsrahmen von Menschen bezeichnet, in dem sie ihre sozialen Kontakte pflegen und ihr tägliches Leben gestalten.

Für das Förderprogramm „Entwicklung altengerechter Quartiere“ hat sich der Kreis Euskirchen mit den Modelldörfern Scheven und Sistig, Ortsteile der Gemeinde Kall, beworben und eine Förderzusage erhalten. Die Erfahrungen, die dort gesammelt werden, sollen zusammengefasst und den anderen Kommunen des Kreises Euskirchen als Arbeitsgrundlage zugänglich gemacht werden.

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Als neue Quartiersmanagerin stellt Friederike Büttner den Bewohnern in Sistig und Scheven die Frage, wie sich das Leben im Alter für sie anfühlen soll. Angesprochen werden dabei Frauen und Männer ab 50/55 Jahren, da sie sich mit ihren Optionen im Alter auseinandersetzen, Investitionsentscheidungen treffen und sich aktiv mit der Frage beschäftigen, wie das Leben im Alter gestaltet werden soll. Ziel sei es, jetzt schon die Weichen für ein Leben im Alter im gewohnten Wohnumfeld zu stellen.

Innerhalb solcher Beteiligungsprozesse wirken Quartiersmanager als Netzwerker, Unterstützer und Prozessbegleiter.  Friederike Büttner erläutert: „Als Quartiersmanagerin setze ich mich dafür ein, dass alle Aktiven die Einschätzungen, Ideen und Pläne der anderen Akteure kennen, miteinander in Kontakt stehen und auf dieser Basis gemeinsam Projekte entwickeln und umsetzen können.“ Die Projektideen entstünden dabei aus dem Austausch der Akteure vor Ort, aus ihren Erfahrungen, Wünschen und Vorschlägen.

Dabei sind für Büttner, die bereits in Bad Wildungen als Quartiersmanagerin gearbeitet hat, sowohl Aufrichtigkeit als auch Transparenz wichtige Erfolgsfaktoren für den Prozess und für die Zusammenarbeit zwischen den Aktiven. „Der offene Austausch über die verschiedenen Wahrnehmungen, Ideen und Vorschläge ermöglicht das Herausarbeiten von Schnittmengen. Projektideen können gemeinsam entwickelt und umgesetzt werden. Durch die Möglichkeit der Aufgabenverteilung kann sich der Arbeitsaufwand für jeden Einzelnen verringern und die Projekte, in denen auf diese Weise von Beginn an viele verschiedene Aspekte Berücksichtigung finden, erweisen sich häufig als erfolgreich und nachhaltig.“

Vor diesem Hintergrund beginnt Friederike Büttner, in Absprache mit Vertretern der Gemeinde Kall und den Ortsvorstehern, ihre Arbeit in Scheven mit einer Befragung der Bewohner. In Sistig beschäftigt sie sich mit der Weiterentwicklung der Projektidee, ein Mehrfunktionenhaus mit Ausstellungsraum zu initiieren, das Bewohnern für Aktivitäten zur Verfügung steht, und in dem verschiedene Dienstleistungsangebote geschaffen werden können. Zur Einbindung der Bewohnerinnen und Bewohner sind zeitnah offene Veranstaltungen geplant.

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Friederike Büttner ist Ansprechpartnerin für alle, die sich für den Prozess Entwicklung altengerechter Quartiere im Kreis Euskirchen interessieren und Berührungspunkte mit diesem Thema haben. Friederike Büttner, Kreis Euskirchen, Jülicher Ring 32, 53879 Euskirchen, Tel.: 022 51-15 13 12,  E-Mail: friederike.buettner@kreis-euskirchen.de (epa)

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