„Bildung ist der Schlüssel zur Integration“

Im Kreis Euskirchen soll Kati Jakob künftig als kommunale Koordinatorin Bildungsakteure vernetzen

Landrat Günter Rosenke (von links) freute sich über den Förderbescheid in Höhe von exakt 101.241,04 Euro für die Stelle der neuen Bildungskoordinatorin (Kati Jakob). Den Förderbescheid überbrachte Bildungsstaatssekretär Thomas Rachel (2.v.r.), der vom Bundestagskollegen Detlef Seif (rechts) begleitet wurde. Foto: W. Andres / Kreisverwaltung EU
Landrat Günter Rosenke (von links) freute sich über den Förderbescheid in Höhe von exakt 101.241,04 Euro für die Stelle der neuen Bildungskoordinatorin (Kati Jakob). Den Förderbescheid überbrachte Bildungsstaatssekretär Thomas Rachel (2.v.r.), der vom Bundestagskollegen Detlef Seif (rechts) begleitet wurde. Foto: W. Andres / Kreisverwaltung EU

Kreis Euskirchen – „Bildung hat eine Schlüsselfunktion für die Integration von Migranten“, konstatierte jetzt Günter Rosenke, Landrat Kreis Euskirchen. Deshalb nimmt im Kreis Euskirchen mit Kati Jakob jetzt eine kommunale Koordinatorin ihre Arbeit auf. Ihre Hauptaufgabe ist es, die Vielzahl der kommunalen Bildungsakteure zu vernetzen sowie den Bildungsbedarf und das Angebot aufeinander abzustimmen. Das Projekt wird vom Bundesbildungsministerium finanziert. „Nur gemeinsam werden wir die Herausforderungen meistern“, so der Landrat.

Das Bundesbildungsministerium finanziert den Einsatz von lokalen Koordinatoren, die die Bildungsangebote in der Region vernetzen und aufeinander abstimmen, wie Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär des Ministeriums, bei einem Besuch im Kreishaus Euskirchen mitteilte. Im Gepäck hatte er einen Förderbescheid über exakt 101.241,04 Euro für die Koordinierungsstelle.

Die neuen Mitbürger kommen hier in ihrem neuen Alltag an und müssen sich auf vorbereiten. Um neuen Mitbürgern aus anderen Ländern die Vorbereitung auf Schule, Ausbildung und Beruf zu ermöglichen, soll ihnen vor Ort ein auf die einzelnen Bedürfnisse zugeschnittenes Angebot gemacht werden. Dazu sei ein aufeinander abgestimmtes Handeln aller lokalen Bildungsakteure notwendig. Dies zu organisieren ist Aufgabe der neuen Bildungskoordinatorin. Rachel: „Der Kreis Euskirchen gehörte zu den ersten, die einen Antrag zur Förderung eines Bildungskoordinators gestellt haben. Erfreulich ist, dass der Kreis sich schon im Vorfeld auf den Weg gemacht hat. Das heißt, hier fängt man nicht bei null an, sondern kann die gute Entwicklung mit Frau Jakob weiter voranbringen.“

In der Euskirchener Kreisverwaltung ist die Freude groß über den Förderbescheid. Landrat Günter Rosenke: „Nach der Aufnahme und Unterbringung der Flüchtlinge stehen wir nun vor einer noch viel größeren Herausforderung: Wir müssen die Menschen, die vor Krieg und Gewalt geflohen sind, in unsere Gesellschaft integrieren. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in entsprechenden Bildungsangeboten für die Menschen.“ Deshalb sei man sehr dankbar für die Förderung durch das Bundesbildungsministerium, das den Kommunen in dieser Frage eine zentrale Rolle zuweise und auch die Vereine und ehrenamtlichen Helfer einbinde.

Folgender Artikel könnte Sie auch interessieren:
15. Herbstsalon für Kunst und Kunsthandwerk

„Wir dürfen unsere vielen Ehrenamtler nicht alleine lassen! Deshalb ist es wichtig, begleitend auch hauptamtliche Strukturen aufzubauen, um da, wo es notwendig ist, unterstützend und koordinierend zur Seite zu stehen“, so der Landrat. Er hatte die neue Situation mit der großen Zahl von Flüchtlingen bereits vor Monaten zur Chefsache erklärt und mit seinem Allgemeinen Vertreter, Manfred Poth, einen Integrationsbeauftragten ernannt.

In der Kreisverwaltung wird die Bildungskoordinatorin im Regionalen Bildungsnetzwerk und damit im KoBIZ (Kommunales Bildungs- und Integrationszentrum) angesiedelt. Sie wird sich beispielsweise mit folgenden Fragen beschäftigen: Welche Sprach- und Integrationskurse gibt es im Kreis Euskirchen? Welche fehlen noch? Welchen Ausbildungsbedarf gibt es? Welche Förderprogramme können hier greifen?

Durch die Koordination erhalten alle Akteure die Möglichkeit, einen intensiveren Einblick in die jeweils andere Institution mit ihren spezifischen Aufgabenbereichen, Angeboten, Zielsetzungen, Perspektiven und Haltungen zu erhalten. Durch die Reduzierung von Missverständnissen und gestärktes Vertrauen in die Arbeit des jeweils anderen soll sich ein gemeinsames Verantwortungsgefühl für die Neuzugewanderten in der Region entwickeln. So erfolgt ein bedarfsgerechter Ausbau von Bildungsangeboten für Neuzugewanderte.

Die große Vielfalt an Angeboten innerhalb und außerhalb der Kommunalverwaltung werden für alle Akteure transparenter, Dopplungen und Irritationen können vermieden, vorhandene Ressourcen effektiver in allen Zuständigkeitsbereichen des KoBIZ genutzt werden.

„Sprachförderung und Integrationskurse, Kindergarten- und Schulplätze, Aus- und Weiterbildung, Anerkennung von Abschlüssen – Integration durch Bildung ist eine Querschnittaufgabe und kann nur durch eine gute Koordination gelingen, mit der neuen Bildungskoordinatorin sind wir für diese Herausforderung gut aufgestellt“, so Manfred Poth

Im Kreis Euskirchen leben zurzeit rund 2.700 Flüchtlinge, von denen etwa 2.300 im Asylverfahren sind. Hinzu kommen weitere 650 Flüchtlinge, die in den Notunterkünften (Landeseinrichtungen) untergebracht sind. Für nahezu alle Kinder und Jugendlichen konnte ein Platz in den Schulen bereitgestellt werden. (epa)

Kommentar verfassen