Künftig können 3000 Sandsäcke in der Stunde gefüllt werden

Bürgerstiftung der Kreissparkasse Euskirchen finanziert dem THW Schleiden eine Füllmaschine, damit bei Hochwasserkatastrophen leichter geholfen werden kann

Wie anstrengend das Füllen von Sandsäcken per Handbetrieb ist, erfuhren Bürgermeister Udo Meister (vorn v.l.), KSK-Chef Udo Becker und Markus Ramers, Vorsitzender KSK-Bürgerstiftung, beim THW Schleiden. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Wie anstrengend das Füllen von Sandsäcken per Handbetrieb ist, erfuhren Bürgermeister Udo Meister (vorn v.l.), KSK-Chef Udo Becker und Markus Ramers, Vorsitzender KSK-Bürgerstiftung, beim THW Schleiden. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Schleiden/Kreis Euskirchen – „Noch vor ein paar Jahren kamen wir mit 300 vorgehaltenen Sandsäcken aus – allein im Juli 2016 brauchten wir 3700 Säcke, im Juni 1450 und im Mai 700“, berichtete Daniel Schwarzer, Vorsitzender des THW (Technisches Hilfswerk) Schleiden, am vergangenen Donnerstag im Schleidener THW-Quartier. Dort begrüßte er Udo Becker, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Euskirchen (KSK), und Markus Ramers, Vorsitzender der KSK Bürgerstiftung, um sich für eine 7.500-Euro-Spende zu bedanken. Denn durch die Spende konnte das THW jetzt einen Sandsack-Abfüllmischer bestellen.

Schleidens THW-Zugführer Sven Köhnen: „Mit der Maschine können fünf Helfer 3000 Sandsäcke in der Stunde füllen – im Handbetrieb brauchen wir dabei mit wesentlich mehr Helfern über acht Stunden.“ Dabei werden 28 Tonnen Sand bewegt. Udo Meister, Bürgermeister Stadt Schleiden sowie Vorsitzender der THW-Helfervereinigung, dankte dem Kuratorium der Sparkassenstiftung für die hohe Spende: „Dadurch ist ein wichtiger Schritt für die Beseitigung von Katastrophenlagen im Kreis Euskirchen getan.“

THW-Helfer und die Förderer der Kreissparkasse freuen sich, dass demnächst eine Sandsack-Maschine 3000 Säcke in der Stunde füllen kann. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
THW-Helfer und die Förderer der Kreissparkasse freuen sich, dass demnächst eine Sandsack-Maschine 3000 Säcke in der Stunde füllen kann. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Schwarzer befürchtet, dass die Hochwassereinsätze weiter zunehmen werden: „Das hat die Entwicklung der Einsatzzahlen für Hochwasser in den vergangenen Jahren gezeigt.“ Udo Becker freut sich, wenn die KSK den Helfern helfen kann: „Durch die Zeitersparnis mit der neuen Maschine können die Helfer bereits wieder an anderer Stelle helfen, denn das nächste Hochwasser kommt bestimmt.“ Er lobte die THW-Freiwilligen für ihre Einsatzbereitschaft: „Hier helfen Bürger Bürgern.“

Dennoch ließen sich Katastrophen nicht vermeiden. Damit zu dem ganzen Leid, das durch solche Schäden entstehe, sich nicht auch noch ein großes finanzielles Loch auftue, riet der Finanzexperte, die Versicherungsbedingungen genau zu prüfen: „So manch einen können sonst unangenehme Dinge ereilen, denn die Versicherungen unterscheiden zwischen Hochwasser und Starkregen.“

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Sprachen sich gemeinsam für den hohen Wert des Ehrenamtes aus: Udo Becker, Vorstandsvorsitzender KSK Euskirchen, Udo Meister, Bürgermeister Stadt Schleiden, und Markus Ramers, Vorsitzender KSK Bürgerstiftung. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Sprachen sich gemeinsam für den hohen Wert des Ehrenamtes aus: Udo Becker, Vorstandsvorsitzender KSK Euskirchen, Udo Meister, Bürgermeister Stadt Schleiden, und Markus Ramers, Vorsitzender KSK Bürgerstiftung. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

KSK-Bürgerstiftungsvorsitzender Markus Ramers berichtete, dass das Kuratorium der Stiftung, zu dem auch Becker gehört, den Antrag des THW sofort unterstützt habe: „Die Bürgerstiftung greift ja Sozialen und Bildungs-Einrichtungen sowie Hilfsorganisationen unter die Arme. Beim THW sehe ich eben so viel Engagement wie Kompetenz, wir hatten alle noch die Bilder der Überschwemmungen vom Juli vor Augen, da fiel die Entscheidung leicht.“

THW-Zugführer Sven Köhnen berichtete über den tausendfachen Einsatz von Sandsäcken in diesem Jahr. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
THW-Zugführer Sven Köhnen berichtete über den tausendfachen Einsatz von Sandsäcken in diesem Jahr. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Wolfgang Friebe, Geschäftsführer THW Region Aachen, sagte, dass die meisten Ortsvereine nur wenige hundert Sandsäcke vorhalten: „Mit einem Lager von 3500 Säcken beim THW Schleiden haben wir hier ein wahres Kompetenzzentrum für Sandsäcke.“ Köhnen ergänzt: „Es gibt in ganz Nordrhein-Westfalen beim THW nur noch in Mühlheim an der Ruhr eine solche Füllmaschine.“ Diese könne sowohl mit einem Elektromotor, notfalls gespeist durch ein THW-Notstromaggregat, oder sogar durch eine Traktorwelle betrieben werden.

Die Maschine könne auch auf einem Anhänger vor Ort gebracht werden, entweder zu einem Sandlager, oder direkt in ein Hochwassergebiet, je nach Anforderungen. Bürgermeister Meister mahnte, auch die eigentlichen Ursachen für die Unwetter zu bekämpfen: „Wir müssen den CO2-Ausstoss reduzieren, etwas, was sich die Nationalparkstadt Schleiden auf die Fahnen geschrieben hat.“

Eifeler Presse Agentur/epa

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