KSK-Führungsriege traf sich im Kloster Steinfeld

Wolfgang Scheidtweiler bedankte sich beim Vorstand der KSK Euskirchen, der das finanzielle Wagnis des Gästehauses mitgetragen hat – Ende Oktober bereits den angestrebten Jahresumsatz erzielt

Wolfgang Scheidtweiler (Mitte) und der Gästehausmanager Christoph Böhnke (2.v.r.) begrüßten KSK-Vorstandsmitglied Hartmut Cremer (v.l.), den KSK-Vorstandsvorsitzenden Udo Becker sowie KSK-Vorstandsmitglied Holger Glück. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Wolfgang Scheidtweiler (Mitte) und der Gästehausmanager Christoph Böhnke (2.v.r.) begrüßten KSK-Vorstandsmitglied Hartmut Cremer (v.l.), den KSK-Vorstandsvorsitzenden Udo Becker sowie KSK-Vorstandsmitglied Holger Glück. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Kall-Steinfeld – Einmal im Jahr treffen sich die führenden Köpfe der Kreissparkasse Euskirchen (KSK) zur großen Strategietagung. Im lockeren Freizeitlook werden dann einen ganzen Tag lang Zukunftsszenarien erstellt und Neuausrichtungen diskutiert. In diesem Jahr traf sich die Führungsriege rund um den Vorstandsvorsitzenden Udo Becker und die beiden Vorstandsmitglieder Hartmut Cremer und Holger Glück im Kloster Steinfeld. Und das hatte seinen guten Grund: Denn die Ideen Wolfgang Scheidtweilers, der eine Neuausrichtung des Klosters mit Gästehaus anstrebte, wurde von der KSK Euskirchen und der Sparkasse Pforzheim tatkräftig unterstützt.

„Ich kooperiere mit allen meinen Unternehmen grundsätzlich nur mit Sparkassen und Volksbanken, denn ein Unternehmer muss meiner Meinung nach ethisch handeln und sich folglich auch entsprechende Partner suchen, die diesem Anspruch gerecht werden“, sagte der 69-Jährige, der den Salvatorianern in einer Zeit beigestanden hatte, da diese mit der Biogasanlage des Klosters in die Insolvenz geschlittert waren.

„Herr Scheidtweiler ist ein Mensch, der anfasst, was andere nicht anpacken wollen“, sagte KSK-Vorstandsvorsitzender Udo Becker, der zugab, dass die „Wertermittlung“ beim Kloster Steinfeld auch für die Kreissparkasse Euskirchen gar nicht so einfach gewesen sei. Nicht zuletzt aufgrund der Bedeutung, die das Kloster Steinfeld als spirituelles Zentrum der Region besitze, habe man sich jedoch schließlich als ältestes Kreditinstitut der Nordeifel entschieden, die Pläne Scheidtweilers mitzutragen.

„Es ist uns dann gelungen, die Insolvenz in nur drei Monaten wieder zurückzudrehen“, freute sich Scheidtweiler, der die KSK-Mitarbeiter im Kloster begrüßte und sich dafür bedankte, dass der Vorstand der Kreissparkasse dieses finanzielle Wagnis mitgetragen habe. Bis heute hat Scheidtweiler 5,5 Millionen Euro in die Klosteranlage investiert. „Dank sagen möchte ich besonders Frau Sabine Peter und Holger Glück von der KSK. Frau Peter hat von Anfang an dieses Projekt geglaubt und Herr Glück konnte schließlich auch den Vorstand überzeugen.«

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Der Erfolg gab allen Beteiligten recht: So konnte Wolfgang Scheidtweiler berichten, dass das Kloster sich vorgenommen hatte, in 2016 1,72 Millionen Euro umzusetzen. „Ein ambitioniertes Ziel“, so Scheidtweiler, das man jedoch Ende Oktober bereits erreicht haben werde, so dass man im nächsten Jahr 1,9 Millionen Euro Umsatz anvisiere. „Wir haben somit  bereits in diesem Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt, das wir erst in drei Jahren zu erreichen glaubten.“

Dennoch ließ Scheidtweiler keinen Zweifel daran, dass man mit dem Kloster kein Geld verdienen könne. Allein die laufenden Kosten beliefen sich pro Jahr auf eine halbe Millionen Euro. „Und vom Gewinn müssten direkt wieder Erhaltungsmaßnahmen finanziert werden“, so Scheidtweiler. Auch müssten beispielsweise in 35 der insgesamt 120 Zimmer noch Bäder eingebaut werden, um im Gästehaus flächendeckend einen aktuellen Standard zu erzielen. Im Refektorium sei darüber hinaus eine neue Speiseausgabe mit hotelüblichen Büffets fällig, und der Eingangsbereich rund um die Pforte bedürfe dringend eines neuen Anstrichs. „Hier gibt es Schäden im Putz und teilweise wurde eine falsche Farbe aufgebracht. Wenn man das den Denkmalauflagen entsprechend neu gestalten will, muss man allein mit 150.000 Euro rechnen“, so Scheidtweiler.

Weiterhin müssten einige Außenanlagen erneuert werden, und auch der dem Kloster gegenüberliegenden „Klosterschänke“ wolle man, sobald dort keine Flüchtlinge mehr untergebracht seien, neues Leben einhauchen. „Bei einer Immobilie mit allein 42.000 Quadratmetern Geschossfläche bleibt halt immer etwas zu tun“, so Scheidtweiler.

Insgesamt stünden dem Kloster derzeit 130 Zimmer und 250 Betten zur Verfügung sowie Banketträumlichkeiten für 10 bis 200 Personen und 14 Tagungsräume.

„Das Koster ist der ideale Ort für Seminare, Tagungen oder einfach nur zum Auspannen“, schwärmte Scheidtweiler. Zwei Nächte an diesem Kraftort ersetzten eine Woche Urlaub anderswo. Die Akademie Kloster Steinfeld biete darüber hinaus Kurse in Yoga, Bogenschießen, Malerei, Druckerei, Meditation, Heilfasten und auch Bridge an.

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Derzeit sind 14 Ordensleute in Steinfeld tätig sowie zahlreiche Mitarbeiter. Das Kloster, die Biogasanlage sowie ein Bauernhof firmieren als Kloster Steinfeld GmbH & Co.KG. 25 Prozent der Gewinne fließen direkt in das Kloster.

Eifeler Presse Agentur/epa

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