Notfallschutzpläne für Reaktorunfall sind erarbeitet

Jodtabletten sollen in den nächsten Wochen eintreffen – Zentraler Bestandteil ist eine Informationsbroschüre

Die Nofallschutpläne in der Region Aachen wurden jetzt erarbeitet und sollen ie Bevölkerung schützen helfen, falls es zu einem Unfall in den belgischen Atomreaktoren kommt.   Bild: Robert Schallehn
Die Nofallschutpläne in der Region Aachen wurden jetzt erarbeitet und sollen die Bevölkerung schützen, falls es zu einem Unfall in den belgischen Atomreaktoren kommt. Bild: Robert Schallehn

Kreis Euskirchen/Region – Die Stadt Aachen, die StädteRegion Aachen sowie die Kreise Düren, Euskirchen und Heinsberg haben mit Blick auf die diversen Zwischenfälle und Pannenserien in den Atomkraftwerken Tihange 2 und Doel 3 gemeinsam Konzepte zur Information der Bevölkerung sowie zur Vorverteilung und Verteilung von Jodtabletten im Ereignisfall für die Region Aachen ausgearbeitet. Dies teilte jetzt das Kreishaus in Euskirchen mit. Die Erstellung dieser Konzepte sei eine Verabredung aus einem Gespräch Mitte Mai 2016 gewesen, das der Innenminister des Landes NRW, Ralf Jäger, mit den betroffenen Gebietskörperschaften geführt hatte. „Auf Initiative der Stadt Aachen haben die Beteiligten daraufhin gemeinsam eine regionale Koordinierungsgruppe gegründet, die in den vergangenen Monaten die Katastrophenschutzplanung aufbereitet hat“, heißt es aus dem Kreishaus.

Ein zentraler Bestandteil sei dabei eine Informationsbroschüre, die  zeitnah mit dem Land NRW abgestimmt werde und bald als Online-Broschüre erscheinen solle und nach Bedarf auch in gedruckter Form erhältlich sein werde. Der Kreis: „In der Broschüre sind neben allgemeinen Informationen zu Kernkraftwerken und Radioaktivität sowie deren Wirkung vor allem auch Informationen zum Katastrophenschutz in Nordrhein-Westfalen, zum Verfahren der Strahlenmessung, zur Warnung und Information der Bevölkerung, zu Verhaltensregeln, Schutzmaßnahmen und Evakuierung enthalten.“ Zudem liege ein besonderer Schwerpunkt auf der Information in Bezug auf die Einnahme und Verteilung von Jodtabletten. Neben dieser Informationsbroschüre werde es eine Zusammenstellung der am häufigsten gestellten Fragen geben. Ergänzend würde zudem in Teilen der Region Aachen Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung geplant.

Alle Konzepte sind von den beteiligten Behörden der Region Aachen, soweit dies auf kommunaler Ebene möglich ist, ausgearbeitet. Noch offene Fragen wurden aktuell dem Land NRW zur Beantwortung zugeleitet. In den nächsten Wochen sollen die Konzepte zur Genehmigung dem Land NRW vorgestellt werden.

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Das Land NRW hatte sich bereiterklärt, auf eigene Kosten Jodtabletten in der erforderlichen Anzahl für eine Vorabverteilung zu beschaffen. Mit der Lieferung wird in den nächsten Wochen gerechnet. Sobald das Land NRW grünes Licht für die von der Region Aachen ausgearbeiteten Konzepte gegeben hat, kann die Vorverteilung in Angriff genommen werden. Diese hat das Land NRW über die Apotheken geplant. Erste Gespräche sind hierzu mit der Apothekerkammer Nordrhein geführt worden. (epa)

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