Konzert für psychisch erkrankte Menschen

„Live Music Now“ geht auf eine Initiative von Yehudi Menuhin aus dem Jahr 1977 zurück

Jao Miguel Moreira da Silva, Eugenie Ricard und Philipp Vetter spielten vor pychisch erkrankten M;enschen. Bild: Carsten Düppengießer
Jao Miguel Moreira da Silva, Eugenie Ricard und Philipp Vetter spielten vor pychisch erkrankten M;enschen. Bild: Carsten Düppengießer

Euskirchen – Auf ein ungewöhnliches Publikum trafen die jungen Nachwuchsmusiker Philipp Vetter, Jao Miguel Moreira da Silva und Eugenie Ricard jetzt bei ihrem Auftritt im Wohnhaus für psychisch erkrankte Menschen der Caritas Euskirchen in Kirchheim. Die Bewohner erwarteten gespannt den Konzertbeginn. Vetter, Da Silva und Ricard boten eine beeindruckende Leistung an ihren Instrumenten. Mit viel Gefühl spielten sie Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und dem ungarischen Komponisten Sandor Verress. Während des Konzerts gingen sie immer wieder auf ihr Publikum ein, erklärten was sie tun, gaben Informationen zum Hintergrund der Komponisten und erklärten in gut verständlichen Worten, welche Intentionen diese mit ihren Werken verfolgten.

Philipp Vetter spielt seit seinem zehnten Lebensjahr Klarinette und absolviert seit 2013 ein Bachelorstudium im Köln. Er war zwischen 2009 und 2012 mehrfacher Bundespreisträger von „Jugend musiziert“. Vetter ist Mitglied der „Jungen Deutschen Philharmonie“. Jao Miguel Moreira da Silva wurde 1995 in Lissabon geboren. Er spielt seit seinem 10. Lebensjahr Oboe. Seit 2013 studiert er an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Er ist Mitglied in nationalen und internationalen Jugendorchestern und mehrfacher Preisträger verschiedener Wettbewerbe. Die aus Bordeaux stammende Eugenie Ricard spielt seit ihrem neunten Lebensjahr Fagott. Nach ihrem Studium in Paris studierte sie weiter an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Seit 2015 spielt sie bei den Niederrheinischen Symphonikern.

Nach gut einer Stunde und einer Zugabe beendeten die drei Nachwuchsmusiker unter begeistertem Applaus der Zuschauer ihr Konzert.

Folgender Artikel könnte Sie auch interessieren:
Kürbissüppchen für die Seele – Kochen für Trauernde

Vor psychisch erkrankten Menschen zu spielen, sei eine neue Erfahrung für sie gewesen, so die drei Musiker: „Besonders die direkte Rückmeldung des Publikums auf unsere Musik und Moderation ist toll.“ Man fühle sich einfach freier, als in einem regulären Konzert.

Dass die jungen Musiker diese Möglichkeit hatten, ist dem Verein „Live Music Now Köln e.V.“ zu verdanken. „Live Music Now“ geht auf eine Initiative von Yehudi Menuhin aus dem Jahr 1977 zurück. Allein in Deutschland gibt es heute 19 Vereine in verschiedenen Regionen. Diese haben sich zum Ziel gesetzt, hochbegabte Musikstudenten zu fördern und ihnen gleichzeitig Auftrittsmöglichkeiten vor Menschen zu verschaffen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden.

„Junge Musiker werden von uns über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert. Für ihre Auftritte in sozialen Einrichtungen erhalten sie von uns eine Gage, die wir aus Spendenmitteln finanzieren. Diese Kombination aus Künstlerförderung und sozialem Engagement ist in dieser Form einzigartig“, betont die Vorsitzende von „Live Music Now Köln“, Ludgera Freifrau von Eltz-Rübenach. „Unser Ziel ist es, die jungen Leute zu einer künstlerischen Reife zu führen. Die unmittelbare Musikvermittlung, ohne die Distanz zum Publikum ist für sie eine echte Herausforderung.“ (eB/epa)

Kommentar verfassen