Fünf Generationen in einem Jahrhundert

90 Akteure aus dem Kreis Euskirchen kamen zum Demografie-Forum ins Kreishaus

„Full House“ im Kreishaus: Landrat Günter Rosenke (links) begrüßte rund 90 Interessenten zum Demografie-Forum. Foto: W. Andres / Kreisverwaltung
„Full House“ im Kreishaus: Landrat Günter Rosenke (links) begrüßte rund 90 Interessenten zum Demografie-Forum. Foto: W. Andres / Kreisverwaltung

Kreis Euskirchen – Alt und Jung sind out. Künftig wird es fünf Generationen in einem Jahrhundert geben. Doch was bedeutet das für eine Kommune? Woran misst sich Generationenfreundlichkeit? Im Demografie-Forum des Kreises Euskirchen lauschten 90 Akteure den Ausführungen von Dr. Wilfried Kösters, der verdeutlichte, dass das kommunale Leben und die Politik stärker als bisher die Bedarfe der unterschiedlichen Generationen in den Blick nehmen müssen. In einem ebenso informativen wie unterhaltsamen Vortrag mit dem Titel „Das Leben vom Wickeltisch bis zum Rollator“ lautete seine Kernbotschaft: „Wir brauchen ein neues Bild vom Alter, wir brauchen jedes Kind und die Potentiale von zugewanderten Menschen.“ Nur so könne man für Generationengerechtigkeit sorgen.

Auch für Landrat Günter Rosenke bleibt es das Ziel aller Projekte, die von der Demografie-Initiative der Kreisverwaltung umgesetzt werden, für gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Teilen des Kreises Euskirchen und für alle Generationen zu sorgen. „Über 20 Projekte sind allein seit Januar 2015 umgesetzt worden“, so der Landrat.

Welche Projekte das waren, stellte die Demografiebeauftragte des Kreises, Iris Poth, in ihrem Vortrag vor. „Nahezu alle Lebensbereiche sind berührt“, so Poth. Bildung, Arbeitswelt, Daseinsvorsorge, das Wohnen im Alter oder die Mobilität im ländlichen Raum. Im Bundeswettbewerb „Gesund älter werden in der Kommune“ konnte der Kreis Euskirchen sogar mit drei Projekten („Woche der Generationen“, „Eifel-mobil“ und „Pedelec-Schulung für Senioren“) den 2. Platz der Landkreise belegen und damit 6.000 Euro Preisgeld einstreichen.

Nach dem Rückblick wurde der Fokus in die Zukunft gerichtet. Die Akteure wurden gebeten, sich in Gruppengesprächen der Frage zu widmen, wie wir unseren Lebensraum, unsere Städte, Gemeinden, Dörfer und Quartiere lebenswert erhalten können und welche Bedarfe der Generationen von 0 bis 100 es dabei zu berücksichtigen gilt.

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Insgesamt neun Thementische wurden angeboten, an denen angeregt diskutiert wurde. Nachdem 24 Projektideen geboren waren, konnten die Beteiligten mittels eines Punktesystems Prioritäten setzen. Besonders angesprochen fühlten sich die Menschen zu den Themen Wohnen, Hilfsdienste sowie Talentförderung. Mit den Maßnahmen „Plattform für Talentförderung“, „Generationenverbindender Wohnraum“, „Ausbau der Wohnraumberatung“ und einer Börse „Hilfe für Hilfe“ wird sich die Verwaltung zusammen mit den interessierten Mitstreitern im kommenden Jahr befassen.

Damit sei der Grundstein für die zukünftige Arbeit gelegt, so die Demografiebeauftragte Iris Poth. Sie konnte zwar nicht versprechen, dass alle guten Ideen und Anregungen schließlich in eine Projektumsetzung gelangen, aber sie versprach, dass alle Akteure ein Feedback bekommen würden. Diejenigen, die Ihre Mitwirkungsbereitschaft zu einzelnen Projektideen ausgesprochen haben, werden persönlich angesprochen, wenn die Projekte an den Start gehen sollen.

Wer mehr über die zahlreichen, bisher umgesetzten Projekte erfahren und sich am Prozess beteiligen möchte, klickt auf www.demografie-initiative.de oder meldet sich bei der Projektkoordinatorin Sarah Komp unter Tel.: 02251 / 15 904. (eB)

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