Erstmals steht eine Frau an der Spitze des Eifelvereins

Mathilde Weinandy löst Dr. Hans Klein ab – Kulturpreis ging an Dr. Josef Zierden und an Hermann-Josef und Trudel Scheidtweiler  aus Wachendorf

 

Der scheidende Vorsitzende Dr. Hans Klein (links) und Landrat Günter Rosenke (2.v.r.) ehrten Klaus Heidecke, Erich Michels, Heinz Roder und Alfred Klöss. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Hellenthal/Eifel – Nach 123 Jahren übernimmt erstmals eine Frau den Vorsitz des Eifelvereins. Über 350 Delegierte aus 161 Ortsgruppen wählten am Samstagnachmittag in der Grenzlandhalle in Hellenthal Mathilde Weinandy an die Spitze der mit 30 000 Mitgliedern größten Heimatorganisation in Eifel und Rheinland. Weinandy ist seit sechs Jahren Stadtbürgermeisterin von Prüm und war zehn Jahre lang Landtagsabgeordnete. Die ausgebildete Meisterin der ländlichen Hauswirtschaft ist darüber hinaus seit 36 Jahren im Vorstand bzw. als Vorsitzende der Landfrauenvereinigung Prüm aktiv. Vielen ist sie auch als Mitgründerin des rheinland-pfälzischen Landesverbandes Donum Vitae bekannt.

Mathilde Weinandy wurde zur neuen Hauptvorsitzenden gewählt. Die Stadtbürgermeisterin von Prüm möchte die Eifel zum Wanderland Nr. 1 in Deutschland machen. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

In ihrer Antrittsrede versprach sie, vor allem das Wandern in der Eifel auf dem bereits erreichten hohen Qualitätsniveau zu halten und möglichst weiter auszubauen und die Eifel „zum Wanderland Nr.1 in Deutschland zu machen“. Als zweiten Schwerpunkt ihrer Arbeit nannte Weinandy die Revitalisierung der Niederburg in Manderscheid. Denn die Niederburg sei „eine Perle der Vulkaneifel“.

Weinandy löst den bisherigen Vorsitzenden Dr. Hans Klein ab, der im Verlauf der Versammlung zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Landrat Günter Rosenke hatte erst am Morgen erfahren, dass er nicht nur ein Grußwort halten, sondern die komplette Frühjahrstagung leiten sollte, was ihm allerdings recht souverän und vor allem im anvisierten Zeitplan des Mammutprogramms gelang. Rosenke ließ die Erfolge von Dr. Klein, der 14 Jahre lang an der Spitze des Eifelvereins gestanden hatte, noch einmal in seiner Laudatio Revue passieren, darunter unter anderem Kleins Mitwirkung an den Fernradrouten Aachen–Trier und Aachen–Koblenz. Durch die Schaffung von Angeboten für junge Familien sei die Zahl der Jungmitglieder unter Kleins Ägide seit 1997 um 400 angestiegen.

Dr. Josef Zierden sowie Trudel und Hermann-Josef Scheidtweiler (v.l) wurden mit dem Wolf-von-Reis-Kulturpreis des Eifelvereins ausgezeichnet. Kulturreferent Bernhard Wimmer (rechts) hielt die Laudatio. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Neben Klein verließen sechs weitere Personen den insgesamt 17-köpfigen Hauptvorstand. Es schieden aus: Ursula Müller (Hellenthal), Reiner Woitas (Ahrweiler), Rudolf Beglau (Trimbs/Polch), Martin Manheller (Hillesheim), Bernhard Wimmer (Bonn) und Walter Densborn (Manderscheid). Landrat Günter Rosenke wurde zum ersten stellvertretenden Hauptvorsitzenden gewählt, zweiter stellvertretender Hauptvorsitzender ist nun Heinz Onnertz, Landrat des Vulkaneifelkreises. Die dritte Stellvertreterin heißt Regina Scholl. Anita Kruppert ist Hauptschatzmeisterin, ihre Stellvertretung übernimmt Helmut Kreuzkamp. Dürens Landrat Wolfgang Spelthan wurde als Beisitzer wiedergewählt, neu als Beisitzer im Vorstand ist Karl-Heinz Hermanns.

Spannung kam schließlich auf, als der Wolf-von-Reis-Kulturpreis des Eifelvereins für außergewöhnliche Leistungen von Persönlichkeiten zur Förderung der Kulturarbeit in der Eifel verliehen wurde. Der 1. Preis in Höhe von 1500 Euro ging an Dr. Josef Zierden, dem Initiator und Organisator des Eifel Literatur Festivals, dem es unter anderem gelang, mit Imre Kertesz und Herta Müller zwei Nobelpreisträger in die Eifel zu locken. Der dritte Nobelpreisträger für Literatur, Günter Grass, hat bereits für das nächste Festival zugesagt. 2010 kamen zu den 28 Veranstaltungen des Eifel Literatur Festivals insgesamt 15 000 Besucher. In seiner Laudatio sagte der Kulturreferent des Eifelvereins, Bernhard Wimmer, dass die Arbeit Zierdens einen unschätzbaren Imagegewinn für die Eifel bedeute.

Der zweite Preis in Höhe von 1000 Euro ging an Trudel und Hermann-Josef Scheidtweiler. Das Wachendorfer Ehepaar hat durch die Bruder-Klaus-Kapelle die Eifel in der ganzen Welt berühmt gemacht, weil es den beiden gelang, den berühmten Schweizer Stararchitekten Peter Zumthor für dieses Unterfangen zu begeistern. Die Herzlichkeit der beiden Eifeler und ihr bedingungsloses Vertrauen in seine Arbeit überzeugten den Eidgenossen schließlich, sich auf ein Wagnis einzulassen und eine Architektur zu entwerfen, die international für Aufsehen sorgte. Doch die Scheidtweilers sind bescheiden geblieben und kündigten an, das Preisgeld für ein Hilfsprojekt in Indien verwenden zu wollen.

Nicht zuletzt konnten der scheidende Vorsitzende Dr. Hans Klein und Landrat Günter Rosenke noch einige Ehrungen  vornehmen: Für ihre Treue zum Eifelverein erhielten Heinz Roder (OG Höfen) und Klaus Heidecke (OG Hellenthal) eine Silberne Nadel. Alfred Klöss (OG Ratingen) und Erich Michels (OG Ulmen) wurden mit der Goldenen Nadel ausgezeichnet.

Für Unterhaltung während der Frühjahrstagung sorgten der Musikverein Ramscheid-Hollerath, Hermann Bramer aus Marmagen als „Quetschbüggels Männ“ und der Theaterverein „Die Eifeltiger“ aus Wolfert.

Eifeler Presse Agentur/epa

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