Simulationen in der Netzwarte

Die kaufmännischen und technischen Auszubildenden der Energie Nordeifel bzw. KEV zeigten, was sie schon alles gelernt haben – Derzeit sind beim regionalen Energieversorger allein 14 Azubis beschäftigt

Martin Schiffer zeigte den Gästen, wie man mit einem Peilsender ein unterirdisches Kabel findet. Bild: Tameer Gunnar Eden/epa/Eifeler Presse Agentur

Kall – Der Auszubildende Matthias Berners führt den Mauszeiger vorsichtig über das Stadtgebiet von Schleiden, überfliegt Vogelsang, gleitet am Sunpark Herhahn vorbei und landet schließlich auf einem kleinen grünen Quadrat vor den Toren Dreiborns. „Wenn ich jetzt auf diesen Schalter drücke, fällt im ganzen Höhenort der Strom aus“, sagt er, und eine Gruppe von Zuschauern hält gespannt die Luft an. „Ich zeige jetzt mal, wie man eine Leitung zwischen zwei Punkten stromfrei schaltet“, führt er weiter aus und zieht den Cursor zu einer anderen Stelle auf der riesigen Anzeigentafel in der Netzwarte der Energie Nordeifel („ene“). „Aber bitte“, sagt der Geschäftsführer der KEV-Netz, Helmut Klaßen, „schalte vorher in den Simulationsmodus.“ „Na klar“, lacht Matthias Berners.

Matthias Berners war an diesem Tag der Chef in der Netzwarte der KEV. Er zeigte, wie man Streckenabschnitte zusammen mit einem Monteur vor Ort spannungsfrei schalten kann, dazu hatte er das ein oder andere Späßchen auf Lager. Bild: Tameer Gunnar Eden/epa/Eifeler Presse Agentur

Normalerweise sitzen natürlich keine Azubis ganz allein am Netzwarten-Schaltpult der KEV in Kall. Aber am Freitag war das anders. Beim ersten Eltern- und Azubitag durfte der Nachwuchs einmal seinen Eltern und allen jungen Leuten, die demnächst ihre Ausbildung beim regionalen Energieversorger beginnen werden, zeigen, was er schon alles gelernt hat. Denn die Energie Nordeifel („ene“) beschäftigt nicht nur knapp 140 Mitarbeiter – fast alle stammen direkt aus der Region -,sondern sie bietet auch Platz für 12 Auszubildende, und zwar sowohl im kaufmännischen als auch im technischen Bereich.

Dominik Heiyng und Achim Dreßen (v.l.) präsentierten die Ladesäule für E-Mobile am Rewe-Markt. Bild: Michael Thalken/epa/Eifeler Presse Agentur

Nachdem KEV-Urgestein Helmut Klaßen, der schon über 30 Jahre bei der KEV arbeitet und selber zahlreiche junge Leute ausgebildet hat, die Gäste begrüßt hatte, berichteten zunächst Anna Stratmann und Jennifer Heinen, wie die kaufmännische Ausbildung bei der „ene“ aussieht. Die beiden jungen Damen, die sich nach ihrer Ausbildung einmal Industriekauffrauen nennen dürfen, wiesen darauf hin, dass die Präsentation des Unternehmens Bestandteil der mündlichen Prüfung ist. Die beiden gaben denn auch einen umfassenden Einblick in den Aufbau und die Struktur der „ene“.

Dominik Heiyng und Achim Dreßen (v.l.) präsentierten die Ladesäule für E-Mobile am Rewe-Markt. Bild: Michael Thalken/epa/Eifeler Presse Agentur

Handfester ging es bei den technischen Azubis zu. Dominik Heiyng und Achim Dreßen stellten das Thema E-mobility vor. Dazu mussten die Besucher mit zur Ladestation für E-Mobile auf dem Gelände des Rewe-Marktes kommen. Dort wurde nicht nur anschaulich die Funktion der Ladesäule vorgestellt, deren komplexes Innenleben die beiden wie aus dem Effeff kannten, sondern es wurde auch der Stromtankvorgang bei einem E-Mobil gezeigt. Mit Tanksäule und Auto demonstriert die „ene“, was derzeit auf dem Gebiet der E-mobility schon alles möglich ist. Die Besucher waren denn auch erstaunt zu hören, dass man mit dem elektrischen Auto 130 Stundenkilometer erreichen und mit einer „Tankladung“ 150 Kilometer weit fahren kann.

Wer schon immer mal wissen wollte, wie es in einem der orangenen KEV-Autos aussieht und womit diese Einsatzfahrzeuge bestückt sind, der war bei dem Auszubildenden Martin Schiffer an der richtigen Adresse. Der junge Mann zeigte dem Publikum, wie man eine Leitung oder eine unterirdische Muffe findet, und auch, wie man mit dem Richtmikrophon hören kann, was in zwei Meter Tiefe so alles los ist. Wer wollte, der durfte selbst mal den Kopfhörer aufsetzen, um die Sensibilität des Mikrophons zu testen. Um einen Defekt wie einen Kabelschluss in der Tiefe aber überhaupt hören zu können, muss man erst einmal Spannung auf das Kabel geben, und zwar gleich 16.000 Volt. Was dabei passiert, demonstrierte der Azubi anhand eines Versuchsaufbaus. Obwohl er mehrfach darauf hinwies, sich jetzt bitte nicht zu erschrecken, zuckten beim Knall doch alle Besucher heftig zusammen.

Mit weichen Knien ging es sodann zurück in den Kulturraum der „ene“, wo man sich bei einem kleinen Imbiss und Umtrunk für den Nachhauseweg oder auch für die kommende Ausbildungszeit bei der Energie Nordeifel stärken konnte.

Ausbildungsleiter Erhard Poth war stolz auf seine jungen Leute. „Die Auszubildenden haben sich heute sehr gut präsentiert“, freute er sich, und der Applaus der Gäste machte deutlich, dass dies nicht nur seine Meinung, sondern die Meinung aller Besucher war, die am Eltern- und Azubitag teilgenommen hatten.

Eifeler Presse Agentur/epa

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