Besucher können selbst zum Dreschflegel greifen

Das LVR-Freilichtmuseum zeigt auf seiner Traditionsveranstaltung „Nach der Ernte“, wie hart frühere Generationen im Spätsommer arbeiten mussten, um über den Winter zu kommen – Arbeitsochsen und Kaltblutrösser aus vielen Ländern – Großer Bauernmarkt lädt zum Schlemmen ein

Gerhard Döring aus Weissenborn war bereits mit seinem „Rätischen Grauvieh“ im LVR-Freilichtmuseum Komern zu Gast. Bild: Dr. Michael H. Faber/LVR

Mechernich-Kommern. Mit einem großen Korso historischer Pferde- und Ochsengespanne, zahlreicher Holzrückepferde und dem ein oder anderen Exemplar einer exotischen Rinderrasse eröffnet das LVR-Freilichtmuseum Kommern am Samstag, 17. September, 11 Uhr, das traditionelle Wochenende „Nach der Ernte“.

Auf der Großveranstaltung des Museums, die seit mehr als 20 Jahren stets Tausende von Besuchern anlockt, dreht sich alles um die bäuerlichen Arbeiten, die vor Beginn der Industrialisierung im Spätsommer auf dem Feld und im Garten, in Haus und Hof anfielen.

Zahlreiche dieser Tätigkeiten waren mühselige Handarbeit und nahmen äußerst viel Zeit in Anspruch. Die Besucher können dies hautnah nachempfinden, wenn sie zum Beispiel beim Dreschen mit dem Flegel mitwirken. Museumsbäuerinnen zeigen, wie Lebensmittel für die Wintermonate konserviert wurden. Aber selbst noch das Dreschen mit dem über Treibriemen angetriebenen Dreschkasten erforderte viele zupackende Hände.

Gezeigt wird auch der Einsatz des museumseigenen Dreschkastens. Bild: Dr. Michael H. Faber/LVR

„In diesem Jahr nehmen besonders viele Ochsengespanne an der Veranstaltung teil, insgesamt kommen die Kaltblüter und Arbeitsochsen aus mehreren Ländern“, freut sich Dr. Michael H. Faber, der stellvertretende Museumsleiter. „In diesem Jahr soll ein Schwerpunkt auf die Arbeiten mit Pferde- und Ochsengespannen im Rahmen der historischen Dreifelderwirtschaft gesetzt werden“, kündigt der Veranstaltungsorganisator des Freilichtmuseums die diesjährige Besonderheit an. „Diese einst für viele rheinische Regionen typische Form der extensiven Feldbestellung war mit so genanntem Flurzwang verbunden: Es war genau geregelt, was auf welchen Parzellen angebaut werden und wann man die eigenen Felder bestellen durfte.“

Immer ein imposanter Anblick: Christian Müller aus Rommerskirchen mit seinem vierspännigen „Bergischen Kranzwagen“. Bild: Dr. Michael H. Faber/LVR

Doch Faber hält noch eine weitere Novität für die Besucher bereit: Erstmals wird es nämlich Führungen durch einen neu angelegten großen Bauerngarten geben, in dem die Besucher zahlreiche Nutzpflanzen (wieder)entdecken können, die heute mehr und mehr in Vergessenheit geraten.

Selbstverständlich wird sich auch wieder so manches Thema um die Holznutzung drehen. Kaltblutpferde messen sich im Holzrücken, die historische Sägemühle wird laufen, und Stellmacher werden Karren, Wagen und das Gerät reparieren, das beim Ernteeinsatz gelitten hatte. Darüber hinaus kann man sich viele historische Bauernwagen und Geräte ansehen, die das Museum in der letzten Zeit erworben hat. Zahlreiche Oldtimer-Traktoren werden, bespannt mit alten Wagen, Mähmaschinen, Heuwendern, Rechen und anderen Ackergeräten, ihre Runden durch die Museumsdörfer drehen.

Hier präsentieren Holger Twardy aus Simmerath und seine Familie eine rheinische Schlagkarre. Bild: Dr. Michael H. Faber/LVR

Für das leibliche Wohl gibt es Bauernbrot und Kuchen aus dem Museumsbackofen, traditionelle Gerichte in der historischen Gastwirtschaft und zahlreiche Leckerbissen auf dem Bauernmarkt. Das gesamte Programm ist unter  „www.kommern.lvr.de“ nachzulesen.

Die Veranstaltung „Nach der Ernte. Rösser, Trecker, Bäumerücker…“ findet statt am Samstag, 17. September, 11 bis 18 Uhr und am Sonntag, 18. September, 10 bis18 Uhr. Wenn Sie mit Bus und Bahn anreisen möchten hält das Museum auf seiner Homepage Informationen zum ÖPNV bereit. (epa)

(Quelle: LVR-Freilichtmuseum Kommern)

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