Mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen

Schülercafé Kall bietet Heranwachsenden sinnvolle Freizeitmöglichkeiten – Diplom-Sozialpädagogin Martina Evers-Groß hat ein offenes Ohr für Probleme und hilft auch bei Schwierigkeiten in der  Ausbildung – Angebot der Gemeinde Kall auch zur Prävention

 

Etwas zu trinken, einen kleinen Snack oder eine nette Unterhaltung gibt es an der Theke des Schülercafés Kall. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Kall – „Den Kicker- und Tischtennisraum haben wir neu dazu bekommen, der wird sehr gerne und viel genutzt“, berichtet Martina Evers-Groß über das „Schülercafé“ in Kall. Die Jugendeinrichtung der Gemeinde ist im Komplex der Hauptschule untergebracht. Dort können sich von montags bis freitags Kinder und Jugendliche treffen, sich mit Spielen klassisch am Brett oder an der Spiele-Konsole vergnügen, basteln, im Internet surfen, Basketball spielen oder einfach nur in Ruhe „abhängen“. Das Angebot der Gemeinde Kall werde gut angenommen und helfe dabei, dass die Jugendlichen ihre Freizeit auf sinnvolle Weise verbringen.

Regelmäßig werden auch Turniere wie etwa hier beim Billard im Schülercafé Kall veranstaltet. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Diplom-Sozialpädagogin Evers-Groß hat außerdem ein offenes Ohr für die Probleme der Heranwachsenden: Ob Stress mit der Freundin, Ärger im Elternhaus oder Schwierigkeiten mit Bewerbungsunterlagen – gemeinsam wird nach Lösungen gesucht oder Kontakt zu anderen Fachstellen hergestellt.

„Zu uns kommen Heranwachsende zwischen acht und 24 Jahre, der Hauptteil ist aber zwischen 13 und 15 Jahre alt“, berichtet „Martina“, wie sie von den Jugendlichen nur genannt wird. Die meisten jungen Menschen kommen aus dem Kaller Kernort, etwa 20 Prozent aber auch aus den umliegenden Orten wie Steinfeld oder Schleiden. Vertreten sind alle Schulformen von der Hauptschule über Realschule bis zu Gymnasium und Berufsschule. Etwa die Hälfte der Besucher oder ihre Eltern stammen aus anderen Ländern, größtenteils aus Rußland, Kasachstan und Pakistan.

Kicker und Tischtennis kann man in einem Nebenraum des Schülercafés spielen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Mehrere Ehrenamtliche stehen Frau Evers-Groß stundenweise zur Seite, besonders engagiert sind Regina Wiens und Maria Deines. Zu tun gibt es genug: An der Theke können die „Kids“ sich mit alkoholfreien Getränken und kleinen Snacks versorgen, gegen Pfand werden Spiele, Tischtennisschläger oder Basketbälle ausgeliehen, es werden Turniere etwa in Billard organisiert. Gerade für die Ferien werden spezielle Angebote gemacht wie etwa „Grillen und Chillen“ oder Workshops zu Tanz und Theater.

Seit 35 Jahren arbeitet Diplom-Sozialpädagogin Martina Evers-Groß in der Kinder- und Jugendarbeit. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Die Sozialpädagogin ist aber nicht nur im Schülercafé für die Jugendlichen da: „Ich besuche sie auch an ihren typischen Treffpunkten, da kommt es oft vor, dass sie mir ihre Probleme anvertrauen.“ Viele Teenager kennen Martina Evers-Groß und vertrauen ihr: „Meine Arbeit besteht im Grunde hauptsächlich darin, Beziehungen aufzubauen, sonst funktioniert das Ganze nicht.“ Wichtig sei, erst einmal mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.

Denn die Heranwachsenden sind mit vielen Herausforderungen konfrontiert, bei denen sie Unterstützung oder Orientierung brauchen. Beziehungsstress und Ausbildung sind die häufigsten Themen, bei denen Evers-Groß vermittelt.

„Es kommen mehr Jungs zu uns, Mädchen treffen sich häufiger mit ihren Freundinnen zuhause, aber Jungs suchen den Kontakt außerhalb“; berichtet Evers-Groß. Seit 35 Jahren arbeitet sie in der Kinder- und Jugendarbeit. „Das kann manchmal ganz schön anstrengend sein, jeden Tag gibt es eine neue Herausforderung!“

Das Schülercafé in der Gemeinschaftshauptschule Kall, Auelstraße 47, hat montags von 16 bis 19 Uhr, dienstags und mittwochs von 16 bis 20 Uhr, donnerstags von 16 bis 22 Uhr und freitags von 14 bis 20 Uhr geöffnet, an sechs bis acht Wochenenden im Jahr auch am Wochenende. Mehr Infos unter Telefon 0 24 41/77 69 31.

Eifeler Presse Agentur/epa

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