Neue Kulturoffensive in Kall

Der Verein „Kulturraum“ hat sein neues Programm für das 2. Halbjahr vorgestellt – Erwartet werden in der Dach-Kammer der Energie Nordeifel unter anderem der Gitarrenvirtuose Peter Finger, das Figurentheater „spielbar“, das Matthias Keul Quartett, der Kabarettist Hans Georgi, „The Olde England Dialogical Company“, Krimischriftsteller Rudolf Jagusch, Katia Franke und die Jazztrompeterin Susanne Riemer

Das oberste Gebot für die Eifel-Krimis des Schriftstellers Rudolf Jagusch lautet: „Spannung bis zum Schluss“. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Kall – Der Verein „Kulturraum Kall“ bietet für das zweite Halbjahr 2011 wieder ein abwechslungsreiches Programm an. Im Kulturraum der Energie Nordeifel („ene“) wird für jeden Geschmack etwas geboten: Von Lesungen über musikalische Leckerbissen bis zu Figurentheater und Kabarett. Gestartet wird am Sonntag, 25. September, mit der „3. Kaller Kunst- und Kulturmeile“ von 11 bis 18 Uhr. Während im Gewerbegebiet die große Gewerbeschau abgehalten wird, gibt es im Kernort Köstliches zum Essen und Trinken, Schönes, Originelles, Lustiges, Exquisites auf Leinwand und Papier, aus Glas, Metall, Ton sowie Vorführungen in Tanz und Karate.

Besonderer Höhepunkt an diesem Tag ist erneut das Familienfest bei der Energie Nordeifel: In der Hindenburgstraße 13 wird von 11.30 bis 12.30 Uhr der Kinderliedermacher Uwe Reetz auftreten. Von 13.30 bis 15.30 Uhr heißt es „Bühne frei“ für die „Show-Fanfares Ripsdorf“. Und von 16 bis 18 Uhr wird schließlich das „Pia Fridhill Quartett“ alte und neue Songs vorstellen.

Peter Finger genießt als Gitarrist weltweit einen herausragenden Ruf als Gitarrenvirtuose. Bild: Pollert.

Peter Finger – an diesem Namen kommt wohl niemand vorbei, der sich auch nur ein wenig für akustische Gitarrenmusik interessiert – wird am Freitag, 30. September, 20 Uhr, erwartet. Bereits seit den 70er Jahren genießt er weltweit einen herausragenden Ruf, zahllose Konzerte führten ihn rund um den Globus – nebenbei gewann er mehrere bedeutende Kompositionswettbewerbe, ist Chef eines angesehenen Plattenlabels und erfolgreicher Verleger. Freuen darf man sich auf ein virtuoses Spielgeflecht aus Melodik, Harmonik und Rhythmus.

Die Bilderbuchgeschichte von Hans de Beer hat das Mechernicher Figurentheater „spielbar“ in einer aufwändig gestalteten Inszenierung mit  Marionetten und Schauspiel umgesetzt. In der Geschichte werden Lars Eisbär und Lea Braunbär von Tierfängern verschleppt und müssen zahlreiche Abenteuer bestehen.

Das Figurentheater „spielbar“ präsentiert den Kinderbuchklassiker „Lars der Eisbär“ in einer aufwendig gestalteten Inszenierung. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Bevor sie wieder am glücklichen Ende zum Nordpol gelangen, hat jeder die eigenen Schwächen kennen und die Stärken des anderen schätzen gelernt. Das Bühnenbild ist wie ein überdimensionales Bilderbuch gestaltet, die einzelnen Szenenbilder entstehen durch „Umblättern“. Die Vorstellung der Eheleute Nartano Petra und Tameer Gunnar Eden, die am Donnerstag, 6. Oktober, 10.30 Uhr, zu sehen ist, ist für Menschen ab drei Jahren geeignet.

Zu einem Musik-Kabarett von uns mit Hans Georgi, bei dem sich alles um Erich Kästner dreht, lädt der Kulturraum für Freitag, 14. Oktober, 20 Uhr, ein. Eigentlich erlangte Erich Kästner mit dem „Fliegenden Klassenzimmer“ oder dem „Doppelten Lottchen“ als Kinderbuchautor seine Popularität. Doch der Autor hat weit mehr zu bieten und ist in seinen hintersinnigen Texten auch heute noch brennend aktuell wie Hans Georgi in seinem Programm „Die Welt ist rund“ eindrücklich darstellen will.

Der Kabarettist Hans Georgi stellt in der Dach-Kammer der „ene“ sein Kästner-Programm „Die Welt ist rund“ vor. Bild: Privat

Bandleader Matthias Keul wird vielen Musikfreunden noch als Mitglied von „Niedecken‘s Komplizen“ und „The Piano has been drinking“ in Erinnerung sein. Die Eigenkompositionen, die er am Freitag, 28. Oktober, 20 Uhr,  mit seinem Quartett vorstellen wird sind stilistisch inspiriert von Jazz, Oriental Sound, Latin und Klassik in eigenständigen Variationen der jeweiligen Kultur. Variantenreicher Groove, gestrichener und gezupfter Bass, das Klavier mal lyrisch, mal gehämmert, zartes Sopransax und keckes Alt – die Musiker stellen ein Programm vor, das den Schönheiten und Eigenarten der musikalischen Vielfalt unseres Planeten Tribut zollt.

Mit Gesang und Schauspiel des 17. Jahrhunderts in England geht es weiter am Sonntag, 6. November, 17 Uhr. Als sich um das Jahr 1600, ausgehend von Italien, die neue Kunstform der Oper entwickelte, gab es in England schon seit langem die „Masque“, eine frühe Form des Musiktheaters mit Schauspiel, Gesang, Instrumentalmusik und Tanz, die jedoch der Aristokratie in geschlossener Gesellschaft vorbehalten war, während der Kunstgenuss des Bürgertums auf Hausmusik und den Besuch der öffentlichen Schauspieltheater beschränkt blieb. „The Olde England Dialogical Company“ stellt an diesem Nachmittag „Starke Dialoge!“ aus Renaissance und Barock in Originalsprache vor, während die gesprochenen Dialoge aus „Masques“, Oper und Schauspiel ins Deutsche übertragen werden. Monologe und Instrumentalmusik jener Zeit schmücken und gliedern das höchst originelle Programm.

Leiche im Mechernicher Wald

Um einen grausigen Fund im Wald von Mechernich geht es am Freitag, 18. November, 20 Uhr. Dann wird der Krimischriftsteller Rudolf Jagusch aus seinem neuen Roman „Eifelbaraon“ lesen: Ein Förster macht bei seinem Rundgang einen grausigen Fund: An einem Steindenkmal lehnt eine kopflose männliche Leiche. Der Eifeler Hauptkommissar Horst Fischbach von der neu eingerichteten Mordkommission Euskirchen und sein Kölner Kollege Welscher übernehmen die Ermittlungen. Dabei weht ihnen nicht nur die eisige Winterluft der Eifel entgegen, sondern sie müssen auch in die tiefsten Abgründe mörderischer Vorstellungskraft blicken.

Unter dem Titel „Mich wundert, dass ich so fröhlich bin“, stellen Katia Franke (Geschichten und Gesang) sowie Fedor Volkov (Gitarre) am Sonntag, 20. November, 17 Uhr, Lieder, Geschichten und Musik zu Tod und Geburt in 15 Kapiteln vor. Die beiden wollen sich den „Rätseln“ Tod und Geburt aus unterschiedlichen Blickwinkeln nähern. Nachdenklich, tieftraurig, heiter, schräg, grotesk, philosophisch! Mit Texten  verschiedener Autoren von Max Frisch und Robert Gernhardt bis Erich Kästner sowie mit Liedern und Musik von Reinhard Mey, Otto Reutter, Fernando Sor bis hin zu Francisco Tarrega.

Ihre Performance ist so überzeugend, dass selbst Eric Clapton sie schon zu seiner Geburtstags-Party einlud: Susanne Riemer wird im Dezember in der Dach-Kammer der „ene“ erwartet. Bild: Wolfgang Morell

Das „Jazzpodium“ hält sie für eine der kreativsten und originellsten Musikerinnen der europäischen Szene: Die Trompeterin und Sängerin Susanne Riemer wird mit ihrem Quartett am Freitag, 2. November, 20 Uhr, im „Kulturraum“ der „ene“ erwartet. Sie mischt Latin Jazz mit New Orleans- und Chicago-Tradition, zitiert Klezmer-Elemente und hält die Mixtur mühelos mit Stimme und Instrument zusammen. In ihren Texten haben die großen Gefühle ebenso Platz wie die eigenen kleinen Ticks, musikalisch mal lyrisch-romantisch, mal umwerfend groovig. Sogar (Gitarren-)Götter sind ihre Fans: Eric Clapton engagierte sie für seine Geburtstagsparty. Wer die Musikerin im letzten Jahr verpasst hat, der sollte diesmal rechtzeitig Karten bestellen. Karten für Susanne Riemer aber auch für alle anderen Veranstaltungen sind erhältlich bei der Energie Nordeifel, Hindenburgstraße 13 in Kall, telefonisch unter 02441/82-333 oder auf der Homepage www.kulturraum-kall.de.

Das komplette Programm gibt’s hier: Kulturraum Programm 2. Halbjahr 2011

Eifeler Presse Agentur/epa

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