Riesenspaß zum kleinen Preis bei der Kinderkirmes

Dank starken Engagements der Dorfgemeinschaft wurde Lückerath zum Kinderparadies – 30 000 Euro für Krankenschwestern, die in der Eifel krebskranke Kinder betreuen

Die Dorfgemeinschaft Lückerath hatte für ein tolles Bühnenprogramm wie hier mit Kinderliedermacher Uwe Reetz gesorgt. Von 11 Uhr vormittags bis in den Abend gaben sich die Künstler das Mikro in die Hand. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Mechernich-Lückerath – Trotz vieler Konkurrenzveranstaltungen im Kreis Euskirchen gab es bei der 34. Lückerather Kinderkirmes wieder großes Gedränge. Kein Wunder bei dem vielseitigen Programm, das die Dorfgemeinschaft zusammen mit dem Team der Kinderkrebshilfe „Hilfsgruppe Eifel“ auf die Beine gestellt hatte: Kinderzirkus, Ponyreiten, Vorführungen des Figurentheaters „spielbar“, verschiedene Karussells, Schiffschaukel, Tombola, Kindertrödelmarkt, die 26. offizielle Weltmeisterschaft im Prommekern-Weitspucken und vieles mehr begeisterten Kinder und Eltern.

[nggallery id=3] Dazu gab es ein Bühnenprogramm mit Kinderliedermacher Uwe Reetz, den Uedelhovener Dorfmusikanten, den Ripsdorfer „Show-Fanfares“ und einen Auftritt der Bigband des Turmhof-Gymnasiums. Still wurde es allerdings, als Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel ein im wahrsten Sinne des Wortes lebendiges Beispiel für die unermüdliche Arbeit der Hilfsgruppe zeigte: Die 34-jährige Astrid Philipps aus Bergheim hatte vor fünf Jahren bei einer Typisierungsaktion der Hilfsgruppe Eifel mitgemacht. Drei Jahre später erfuhr sie, dass sie der genetische Zwilling eines Leukämiekranken ist. Sofort war sie bereit, als Lebensretterin Knochenmark zu spenden.

Was die Hilfsgruppe Eifel alles bewirkt, konnte man mit dem fünfjährigen Markus Reuthemann (4.v.l.) erleben: Dank der Stammzellenspende von Astrid Philipps (l.) überwand der Junge seine Leukämieerkrankung. Bild: Hilfsgruppe Eifel

Bei der Lückerather Kinderkirmes traf Astrid Philipps jetzt den Menschen, für den sie Stammzellen gespendet hatte: Den mittlerweile fünf Jahre alten Markus Reuthemann aus Martinszell im Allgäu. Astrid Philipps war sichtlich gerührt, zumal sie über das Zusammentreffen vorher nichts wusste. „Ich hatte Herzklopfen ohne Ende“, sagte sie.

Damit möglichst vielen weiteren krebskranken Kindern und ihren Eltern geholfen werden kann, übergab das Orgateam auf der Dorfgemeinschaftsbühne einen Scheck über 30 000 Euro an die Kinderklinik Bonn: Von dem Geld werden ambulante Krankenschwestern bezahlt, die erkrankte Kinder in der Eifel zuhause betreuen. Willi Greuel: „Eltern berichten uns immer wieder, wie dankbar sie dafür sind. In so einer schweren und angstvollen Phase ist es viel wert, wenn die Kinder möglichst oft in ihrer vertrauten Umgebung behandelt werden können.“

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Das Holzheimer Figurentheater "spielbar" begeisterte die Kinder mit einer Kaspergeschichte. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Enorm ist auch der Einsatz vieler Lückerather. Neun Tage lang haben Männer, Frauen und Jugendliche geschraubt, gehämmert und geschleppt, um die vielen Bühnen und Buden aufzubauen. Das Hilfsgruppenteam hat Klinken bei zahlreichen Sponsoren geputzt, um die Unkosten so gering wie möglich zu halten und so wieder einen ordentlichen Batzen Spendengelder zusammenzukriegen. Und so erlebten die Besucher-Kinder wieder einen Freizeitpark in Dorfgröße, bei der zum kleinen Preis ein Riesenspaß geboten wurde.

Eifeler Presse Agentur/epa

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