Geplaudert, gesungen, gegessen: Günter Hochgürtel gastierte im „Hotel Friedrichs“

Neben den Mitsing-Songs präsentierte Mundartsänger Günter Hochgürtel auch einige nachdenkliche Lieder. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Gemünd – Günter Hochgürtel ist kein Musiker, der lange braucht, um irgendwo anzukommen. Sobald er auf der Bühne steht, ist er auch schon voll dabei. Deshalb gibt es auch keine Schonzeit für sein Publikum. Gleich beim ersten Stück muss man damit rechnen, zum Mitsingen animiert zu werden.

Im ausverkauften „Bistro Fritz!“ des „Hotel Friedrichs“ in Gemünd legte der Eifeler Troubadour denn am Donnerstag auch noch vor dem Servieren der Suppe schon mal kräftig los und ließ sich erst bremsen, nachdem die Küche signalisierte, den ersten Gang des Drei-Gänge-Menüs auftragen zu wollen. Natürlich hatte der Mann neben einigen neuen Liedern auch Stücke mitgebracht, die sein Publikum unbedingt von ihm erwartet. Darunter auch alte Wibbelstetz-Klassiker wie „Dat ruede Ribbelche“, das sich für die Nicht-Eifeler schon bald als Moped herausstellte. Aber diese Gattung schien in Gemünd gar nicht vorhanden zu sein, denn der ganze Saal echote sogleich: „Nee, se ruedes Ribbelche, dat röck her net eruss.“

Neben seinen Mundartstücken präsentierte Hochgürtel auch Lieder auf Französisch und Englisch. In Neil Youngs „Heart of Gold“ zeigte er sich darüber hinaus als versierter Mundharmonikaspieler. Daneben hatte er aber auch einige nachdenkliche Lieder im Programm, in denen er beispielsweise die Überforderung von Kindern in der Schule anprangerte und fragte, wo da noch der Spaß am Leben bleibe.

Günter Hochgürtel hatte auch selbst viel Spaß bei seinem Auftritt im "Hotel Friedrichs". Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Das zwei, drei Lieder von Günter Hochgürtel schon mal einen Zeitraum von einer halben Stunde einnehmen können, liegt allerdings nicht daran, dass diese gewissermaßen sinfonische Satzlänge besitzen, sondern weit mehr daran, dass der Mann zu weitausschweifenden Einleitungen neigt, die er in dem Moment zu erfinden scheint, da er sie erzählt. Und je nachdem, wie sein Publikum darauf reagiert, dürfen die Redeanteile dann auch schon mal etwas länger sein.

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Seine Devise „Wer probt, ist feige“ sollte indes nicht jedermann beherzigen, denn anders als viele andere Musiker schöpft der Mann mittlerweile aus einem jahrzehntelang erarbeiteten Song- und Erzählfundus, den er so verinnerlicht hat, dass Üben für ihn in der Tat kaum noch nötig ist.

Das Publikum im „Hotel Friedrichs“ war auf jeden Fall begeistert und spendete dem Eifeltroubadour für seine Darbietungen großen Applaus, wohl auch oder gerade weil einige bei Texten wie beispielsweise „Das rote Herz im Wohnmobil“ fast das schöne Essen vergaßen.

Eifeler Presse Agentur/epa

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