Mit der Harley auf Mördersuche

Rudolf Jagusch legt mit „Eifelbaron“ einen neuen Krimi vor – Sympathisches Ermittlerteam löst einen verzwickten Fall rund um einen Kaller Industriellen

Mit "Eifelbaron" stellt Rudolf Jagusch sein neues Eifeler Ermittlungsteam vor. Bild: emons

Bruce Baron, von allen nur „Eifelbaron“ genannt, ist tot. Der Gartenzwerghersteller aus dem Kaller Gewerbegebiet wird kopflos an einem Steindenkmal in der Nähe des Klosters Maria Rast aufgefunden. Kurz zuvor hatte der Mann für seine Mitarbeiter ein letztes großes Fest gegeben, an dessen Ende er ihnen jedoch mitteilte, dass seine Firma insolvent und alle Angestellten entlassen seien. Potenzielle Täter scheint es also genug zu geben, als der Eifeler Hauptkommissar Horst Fischbach den Fall übernimmt. Fischbach, der auch im tiefen Winter nur mit der Harley unterwegs ist und die neu eingerichtete Mordkommission Euskirchen leiten soll, wird ein erfahrener Kollege aus Köln, Jan Welscher, zur Seite gestellt. Doch Welscher hasst die Eifel und hat auch noch so manches andere Problem, das im Laufe des gut 320 Seiten starken Romans gelöst werden muss.

Mit viel Augenzwinkern, Witz und penibel recherchiertem Lokalkolorit erzählt Rudolf Jagusch seinen Krimi, in dem der Leser vor allem an Schauplätze der Nordeifel geführt wird. Mit kleinen Geschichten rund um die Ermittlungsarbeit gelingt es Jagusch immer wieder, den Roman aufzuheitern, wobei vor allem die typischen Klischees der Polizeiarbeit entlarvt werden und der Autor die ernsten Ermittler auch schon mal albern aussehen lässt. Ein Hauptkommissar im Bollywood-Kostüm ist nur einer der skurrilen und schrägen Einfälle des Autors.

Ohne Frage, dem Autor macht das Erzählen Spaß, und er lässt seinen Figuren auch viel Eigenleben. Durch ihre Ecken und Kanten werden sie glaubwürdig. Dabei verliert er aber den Plot seiner Geschichte nie aus den Augen. Sein Krimi bleibt spannend bis zu Schluss. Ein Showdown wie im Kino ist garantiert. Für alle Eifelkrimi-Freunde, die ja besonders viel Spaß daran haben, dass an  jenen Orten etwas passiert, an denen sonst glücklicherweise eher nichts passiert, wird auch dieser Roman ein Muss sein. Sie sollten ihn sich daher schon einmal für eines der kommenden verregneten Wochenenden bereithalten.

Lesungen

Am Freitag, 18. November, liest Schriftsteller Rudolf Jagusch auch im Kulturraum Kall aus seinem neuen Werk. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Wer sich lieber vom Autor selber vorlesen lassen möchte, der sollte am Montag, 17. Oktober, 19 Uhr, in das LVR-Industriemuseum Schauplatz Euskirchen – Tuchfabrik Müller, Carl-Koenen-Straße 25b, nach Euskirchen kommen, dort liest der Autor gemeinsam mit Elke Pistor, die ihren neuen Roman „Luftkurmord“ vorstellt. Weiterhin wird Rudolf Jagusch am Donnerstag, 3. November, 20 Uhr, in der Stadtbibliothek Schleiden, Blumentalstraße 7-12 erwartet. Last but not least kommt Jagusch am Freitag, 18. November, 20 Uhr, in den Kulturraum Kall, Hindenburgstraße 13, nach Kall, In der guten Stube der „Energie Nordeifel“ werden Fischbach und Welscher dann ebenfalls ermitteln.

Rudolf Jagusch: Eifelbaron. Eifel Krimi. Köln: Emons, 2011. 318 Seiten. ISBN: 978-3-89705-884-2. 10,90 €

Eifeler Presse Agentur/epa

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