Nach zwei Monaten bereits die Hälfte des jährlichen Stromverbrauchs erzeugt

Gemeinde Kall weihte Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Grundschule Sistig ein – Beigeordneter Alfred Schmidt: „Solaranlage ist Ausdruck eines umfangreichen Bemühens um den Klimaschutz in der Kommune“

Alfred Schmidt, Tobias Feld, Michael Petereit und Heike Alfeis (v.l.) nahmen die Solaranlage gemeinsam in Betrieb. Bild: Tameer Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Kall-Sistig – Die Gemeinde Kall hat sich erneut ihrer regionalen Verantwortung für den Klimawandel gestellt: Auf dem Dach der Grundschule Sistig wurde jetzt eine Photovoltaikanlage mit 50 Kilowattpeak eingeweiht, die pro Jahr gut 40.000 Kilowattstunden sauberen Strom produzieren soll. Die Anlage ist erst seit zwei Monaten am Netz und hat bereits jetzt die Hälfte des Bedarfs produziert, den die Schule jährlich an Strom benötigt.

Der Erste Beigeordnete der Gemeinde Kall, Alfred Schmidt, begrüßte im Foyer der Grundschule zahlreiche Gäste, die zur kleinen Einweihungsfeier gekommen waren. „Die Solaranlage in Sistig ist Ausdruck eines umfangreichen Bemühens um den Klimaschutz in der Gemeinde Kall“, sagte er. Dazu gehöre zunächst die Energieleitlinie, die die Gemeinde aufgestellt habe. Stolz sei man aber vor allem auf das Energieteam, ein Zusammenschluss von ehrenamtlich arbeitenden Bürgern, die in Kall nach realisierbaren Projekten in Sachen Erneuerbare Energien fahndeten. Nicht zuletzt leiste sich die Gemeinde Kall mit Tobias Feld einen eigenen Energieberater. Dieser untersucht nicht nur die Liegenschaften der Kommune auf Energiesparmöglichkeiten, sondern berät auch die Bürger jeden Donnerstag von 17 bis 18 Uhr im Rathaus kostenlos und steht in allen Fragen rund um Energiesparen, Bau- und Sanierungsmaßnahmen sowie Erneuerbare Energien und mögliche Fördermittel zur Verfügung.

Tobias Feld, Alfred Schmidt, Michael Petereit und Markus Mertgens (v.l.) vom „Energieteam Kall“ freuten sich über die gelungene Umsetzung des Photovoltaik-Projekts in Sistig. Bild: Tameer Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

„Die neue Photovoltaikanlage schlug mit 100.000 Euro zu Buche“, berichtete Schmidt. Der Bau der Anlage sei durch die Bezirksregierung Arnsberg im Rahmen des Förderprogramms „progress.nrw“ mit 5000 Euro gefördert worden. „Ein Teil des erzeugten Stroms wird von der Schule selbst verbraucht, der überwiegende Teil jedoch ins Netz der KEV eingespeist“, so Schmidt.

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Schulleiterin Heike Alfeis freute sich ganz besonders über die Solaranlage. Denn 1998/2000 wurde ihre Schule nach umfangreichen landschaftsarchitektonischen Außenarbeiten mit dem Titel „Umweltschule in Europa“ ausgezeichnet. „Da ist die Solaranlage nur ein konsequenter weiterer Schritt auf dem einmal eingeschlagenen Weg“, sagte sie.

Markus Mertgens, Prokurist bei der Energie Nordeifel „ene“, die als regionaler Energieversorger bei der Erstellung der Kaller Energieleitlinie behilflich war, freute sich ebenso über die Umsetzung des Projekts: „Nur gemeinsam können wir die Energiewende auch realisieren“, meinte er.

Der Erste Beigeordneter Alfred Schmidt stellte die neue Solaranlage, die auf dem Dach der Grundschule Sistig installiert wurde, den Vertretern der Medien vor. Bild: Tameer Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Energieberater Tobias Feld  erklärte, dass die Vergütung für selbstverbrauchten Strom noch über dem Betrag für die Einspeisung ins Netz liege. Da in einer Schule das ganze Jahr über viel Strom gebraucht werde, rechne sich das Projekt daher besonders rasch. In Sachen Klimaschutz werde die Gemeinde auch weiterhin aktiv sein. „Derzeit erarbeiten wir mit dem Kreis Euskirchen ein integriertes Klimaschutzkonzept“, so Feld. Ab 2012 dann wollen die Kaller als erste Kommune im Kreis am „European Energy Award“ teilnehmen.

Errichtet wurde die Solaranlage von LS-Solar aus Schleiden. Inhaber Michael Petereit berichtete, dass die Anlage, die im Spätsommer errichtet worden sei, insgesamt aus 264 Modulen bestehe. Petereit hat mit seiner Firma bereits 400 Anlagen in der Region gebaut und hat auch schon zahlreiche Schuldächer mit Photovoltaik eingedeckt.

Das Energieteam Kall trifft sich jeden ersten Mittwoch im Monat im Rathaus. Engagierte Bürger sind herzlich eingeladen, an dem Treffen teilzunehmen. Der nächste Termin findet statt am Mittwoch, 2. November, 18.30 Uhr.

Eifeler Presse Agentur/epa

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