„Windkraft dürfen wir nicht den Heuschrecken überlassen“

Rund 250 Blankenheimer Bürger folgten der Einladung der Eifel-Kommune zu der Bürger-Informationsveranstaltung „Windenergieanlagen im Gemeindewald Blankenheim“ – 14 Fachreferenten und Vertreter von Rat und Bürgerschaft im Podium

Dr. Kurt Berlo (2.v.r.) machte deutlich, dass Windenergie ein wichtiger Baustein im Kampf gegen den Klimawandel ist. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Blankenheim – Aufkleber mit der Aufschrift „Keine Windkraft im Wald“ prangten auf einigen Autos, die am Dienstagabend vor dem Schulzentrum Blankenheim parkten. Denn die Gemeinde Blankenheim hatte zu einer Bürger-Informationsveranstaltung zum Thema Windkraft eingeladen. Gleich 14 Redner saßen im Podium vor rund 250 Zuschauern, um ihre Erfahrungen und Ansichten über Windenergieanlagen kundzutun. Hintergrund der Veranstaltung: Durch den im Juli in Kraft getretenen NRW-Windenergieerlass sind die Kommunen verpflichtet, Windkraftkonzentrationszonen auszuweisen.

Rolf Hartmann, Bürgermeister der Gemeinde Blankenheim, ließ in seiner einführenden Rede keinen Zweifel daran, dass er persönlich der Windkraft positiv gegenüber stehe, er aber durchaus zwischen seiner Privatperson und seinem Amt unterscheiden könne und auch der Bürgermeister der Windkraftkritiker sei. „Lassen Sie uns engagiert, kritisch und sachorientiert mit diesem Thema umgehen“, bat Hartmann, was im Verlauf der Veranstaltung auch weitestgehend erfüllt wurde.

Michael Diemer, Leiter des Forstamtes Kastellaun, berichtete über die Erfahrungen mit Windkraft im Wald in Rheinland-Pfalz. Denn dort sind Windenergieanlagen bereits in Waldgebieten erlaubt und errichtet. „Wir haben eine einzigartige Situation in der gesamten Bundesrepublik: Zehn Prozent der Windräder in Rheinland-Pfalz stehen im Wald“, so Diemer. Gerade die modernen, großen Anlagen mit rund 180 Meter Maximalhöhe seien günstig, da die Rotoren komplett über den Baumkronen drehen und somit weniger Wald gerodet werden müsse. Diemer: „Dadurch bleibt der Wald forstwirtschaftlich weitgehend unberührt. Die Anlagen werden auch an vorhandenen Wegen errichtet, um die Rodungsfläche zu minimieren.“

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Rund 250 Bürger nahmen an der Bürger-Informationsveranstaltung zur Windenergie in Blankenheim teil. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Er empfahl, sich erst einmal gründlich über Windkraftanlagen zu informieren. „Die Technik hat sich rasant weiterentwickelt, ist aber noch lange nicht ausgereizt“, sagte der Forstamtsleiter. Um Unannehmlichkeiten und Gefahren für Mensch und Tier zu minimieren, gebe es mittlerweile Schattenschlagdetektoren: Wenn der Schlagschatten der Rotorblätter auf nicht akzeptable Gebiete fällt, wird automatisch abgeschaltet. Eis-Anhangdetektoren, spezielle Schutzanstriche, an denen sich kein Eis festsetzen kann oder auch Rotorheizungen machten Eiswurf unmöglich. Und wenn die Schallemissionen ein bestimmtes Maß überschritten, würden bestimmte Anlagen nachts abgeschaltet.

Auf dem Boden lebende Tiere hätten außer einer geringen Lebensraumverkleinerung durch die versiegelten Flächen keine wirklichen Einschränkungen zu erleiden. „Unsere Erfahrungen sind, dass direkt nach der Bauphase wieder Rehe friedlich unter den Windräder äsen“, berichtete Michael Diemer. Problematischer seien hoch fliegende Tiere wie manche Vögel und Fledermausarten. „Aber das wird nicht nur in der vorgeschriebenen Umweltverträglichkeitsprüfung analysiert. Es gibt auch beispielsweise Fledermausmonitoring, um die Gefahren zu minimieren.“

Wertschöpfung geht nicht nach Saudi-Arabien

Der rheinland-pfälzische Forstamtsleiter Michael Diemer referierte über Windenergieanlagen im Wald – in seiner Heimat gibt es damit bereits konkrete Erfahrungen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Besonders betonte Diemer die Chance auf hohe Wertschöpfung, die in der Region bleibt: „Die Wertschöpfung geht nicht nach Saudi-Arabien wie beim Öl oder nach Russland wie beim Gas – wenn man es geschickt anstellt, bleibt sie im ländlichen Raum.“ Dazu solle man auf Beteiligungsmodelle und den Zusammenschluss von Kommunen mit regionalen Partnern setzen.

Forstamtsleiter Diemer warnte vor Planungsfehlern: „Wenn im Flächennutzungsplan der Kommunen zu wenig Windkraftflächen ausgewiesen werden, es also eher eine Alibi- oder Negativplanung gibt, können Investoren dagegen angehen und dann die ganze Gegend mit Windrädern verspargelt. Wir hatten zwei Verbandsgemeinden, in denen Richter deshalb den Flächennutzungsplan gekippt haben.“

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Dr. Kurt Berlo beschäftigt sich im „Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie“ viel mit den Auswirkungen des Klimawandels und ist in den  Leitbildprozess der Gemeinden Blankenheim und Nettersheim eingebunden. Das Klimaschutzkonzept  soll die Grundlage schaffen, um die Gemeinden Blankenheim und Nettersheim bis spätestens 2020 zu einer vorbildlichen Klimaregion „Eifel im Aufbruch“ weiterzuentwickeln.

Markus Böhm stellte die Ansicht der Leitbild-Arbeitsgruppe „Wirtschaftliche Entwicklung, Umwelt und Klima“ dar: Die Gemeinde soll die Planung in Sachen Windkraft vorantreiben. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

„Wir können durch Erneuerbare Energien die verheerenden Auswirkungen von Atomkraft und klimaschädlicher Stromerzeugung aus Kohle und Gas vermindern“, betonte Berlo ebenso wie die Dringlichkeit, dem spürbar stattfindenden Klimawandel entschlossen entgegenzutreten: „Windenergie ist in dieser Region ein wichtiger Baustein, der die dringend notwendige Energiewende ermöglicht!“

Nicht mit der Pacht zufrieden geben!

Die Windhöffigkeit, also die durchschnittliche Windgeschwindigkeit, sei sehr hoch an bestimmten Standorten der Eifel, die zu erwartenden Erträge somit ebenfalls. „Abraten würde ich davon, sich mit der Pacht der bundesweit agierenden Windkraftriesen zufrieden zu geben, dadurch fließt zu viel Wertschöpfung aus der Region ab“, empfahl Kurt Berlo. Auch er sei für einen interkommunalen Zusammenschluss mit oder ohne Partner.

Wie man Windenergie im Wald sinnvoll einsetzen kann, erklärte Rolf Heller, Technischer Betriebsleiter des Forstbetriebes der Gemeinde Blankenheim: „Wir wollen nur Gebiete von naturschutzrechtlich geringem Wert nutzen, also hauptsächlich Nadelwälder mit Vorschäden.“ Die gesetzlich geregelten Abstandsmindestmaße zu Wohnbebauung wolle man noch um einen halben Kilometer übertreffen, die Erträge sollen allen Bürgern und nicht Privatbesitzern zu Gute kommen. Die Sondierung habe zwei mögliche Gebiete ergeben: „Im Norden Mürrel und im Süden Dollendorf.“ Das sei der Stand bis zum neuen NRW-Windkrafterlass gewesen, doch nun müsse die Gemeinde aus rechtlichen Gründen weitere Gebiete prüfen.

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Blankenheims Bürgermeister Rolf Hartmann machte deutlich, dass er zwar positiv zur Windkraft stehe, aber auch der Bürgermeister für Windkraftgegner sei. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Der Kämmerer der Gemeinde Blankenheim, Erwin Nelles, stellte die finanzielle Situation der Kommune vor: „Die Gemeinde ist chronisch pleite, über vier Millionen Euro Defizit in diesem Jahr, über zehn Millionen Minus auf unserem Konto. Und das wird sich noch weiter verschlechtern, weil das Land NRW Gelder vom ländlichen Raum in die Städte abzieht.“ Wenn das so weiter ginge, sei die Gemeinde 2016 oder 2018 im Haushaltssicherungskonzept und dürfe nicht einmal mehr die Sportvereine mit auch nur einem Cent unterstützen. „Wir warten immer auf den Mann aus Berlin, der uns Geld ins Rathaus schüttet, aber der Mann kommt nicht. Wenn wir diese einmalige Chance mit der Windenergie nicht nutzen, ist das fatal.“

Jeder wolle morgens das Radio oder die Kaffeemaschine anmachen, aber keiner eine Windenergieanlage vor dem Fenster haben. „Alles geht nun mal nicht“, betonte Nelles und wies darauf hin, dass die Gemeinde gesetzlich verpflichtet sei, weitere Vorrangzonen für Windenergie auszuweisen, sonst würden fremde Investoren wirklich die Landschaft auf dem Klageweg verspargeln.

Gleich 14 Redner berichteten im Podium über ihre Erfahrungen und Ansichten in Sachen Windenergie. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Über die Auswirkungen von Windrädern auf den Tourismus sprach Erich Schell, Ressortleiter Tourismus der Gemeinde Blankenheim. Er machte deutlich, dass wir uns etwa an die Hochspannungsmasten der Versorgungsleitungen längst gewöhnt und die aus unserer Wahrnehmung verdrängt haben. Das könne uns bald auch mit Windenergieanlagen so gehen. „Die Eifel ist außerdem längst keine windkraftfreie Zone mehr, das gehört bereits zum Landschaftbild“, so Schell.

Oft würden von manchen Bürgern negative Auswirkungen auf den Tourismus durch Windräder befürchtet. Er habe aber bei sämtlichen Tourismus-Verbänden der Region recherchiert: „Aussagen von Touristikern, dass Windenergieanlagen dem Tourismus schaden, liegen nicht vor!“

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Erträge müssen der Allgemeinheit zu Gute kommen

Erich Schell, Tourismus-Experte der Gemeinde Blankenheim, betonte, dass es von den Touristikverbänden in der Region keine negativen Aussagen zur Windenergie gebe. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Danach legten Mitglieder aus den fünf Fraktionen des Gemeinderates ihre Sicht auf Windenergieanlagen im Gemeindewald dar. Hermann-Josef Esser betonte, dass Entscheidungen der Kommunalparlamente gerne kritisiert würden – vor allem im Nachhinein. Deshalb begrüße er das rege Interesse der Bürger und mahnte: „Wir dürfen uns mit der Zahlung der Pacht nicht zufrieden geben!“ Bürger und Kommune müssten maximal profitieren. Esser: „Der ideale Partner ermöglicht Bürgern und Kommune Einflussnahme am Windpark, die Erträge müssen der Allgemeinheit zu Gute kommen.“

Martin Croé wünscht sich in dieser Angelegenheit vor allem eine Diskussion, die sachdienlich ist und in der die Meinung des anderen zwar vielleicht nicht geteilt, aber respektiert wird. Helmut Nett konstatierte: „Atomkraft hat endlich ausgedient. Wir brauchen die Erneuerbaren Energien – mit allen Vor- und Nachteilen.“ Windräder könnten rückstandslos zurückgebaut werden, wenn sie ausgedient haben, Atommüll strahle Zehntausende von Jahren. Deshalb sage seine Partei ja zur Windenergie, ja zu Windenergieanlagen im Wald.

Windenergieanlagen würden in jedem Fall kommen, so Nett: „Das dürfen wir nicht den Heuschrecken überlassen!“ Er freue sich über jede Bürgerinitiative, die für Umweltschutz eintrete, könne aber nicht verstehen, wenn jemand sage: Windkraft ja, aber nicht vor meiner Haustür. Man solle lieber über Bürgerwindparks nachdenken. „Denn ein eigenes Windrad ist nicht so laut wie eines, das jemand anderem gehört!“

Johannes Pinn von der "eegon" appelierte, sich mit einem kompetenten Partner vor Ort zusammen zu tun. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Für Maria Sigel-Wings sei Windenergie eine leichte und schwere Frage: Schwer, weil sie einen Eingriff in die Natur bedeute – wie auch Besiedelung, Landwirtschaft und Verkehr. Leicht deshalb, weil der intelligente Einsatz von Windenergie der Gemeinde enorme Vorteile bringe.

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Der Sachkundige Bürger Mathias Schönen erinnerte daran, dass wir die Umwelt nicht weiter belasten können. „Die gigantischen Ausmaße des CO2-Ausstosses haben ein verträgliches Maß längst überschritten, wir haben schon die großen Probleme der Kernenergie geerbt. Wenn wir die Zukunft unserer Kinder im Auge haben, dürfen wir uns Erneuerbaren Energien nicht verschließen!“ Die Gemeinde müsse handeln, allerdings sei Windenergie nur eine mögliche Option, man müsse auch Photovoltaik und Biogas prüfen.

Markus A. Schoeller, Jagdpächter in der Gemeinde Blankenheim, sieht schon Touristen, Wanderer und Pilzsammler nicht gern im Wald, Windkraftanlagen erst recht nicht: „Ich finde es nicht gut, wenn ich durch Windräder weniger Wild habe.“

Visuelle Katastrophe?

Arno Caspers ist Dollendorfer Bürger und sagte: „Eine Einbindung der Bürger findet nicht wirklich statt, da sind andere Gemeinden weiter.“ Er forderte Transparenz, Information und die konkrete Einbindung der Bürger und erinnerte: „Windenergie ist nur ein Baustein der Erneuerbaren Energien. Es gibt Alternativen.“

Er fürchte starke Auswirkungen auf Natur und Tourismus durch Windräder: „Wir bauen für mehrere Millionen eine Brücke für Wildkatzen, dann verdrängen wir sie durch Windräder aus ihrem Lebensraum. Der Tourismus wird sterben, kein Mensch wandert zu Windkraftanlagen. Das wird die Region in eine visuelle Katastrophe stürzen.“

Auch die Bürger hatten das Wort und durften dem Podium Fragen stellen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Auch der wirtschaftliche Nutzen sei zu gering: „Wir werden sowieso ins Haushaltssicherungskonzept rutschen, daran ändern Windkraftanlagen auch nichts!“ Er schlug außerdem vor, dass nicht die einzelnen Kommunen Windenergiezonen ausweisen sollen, sondern eine kreiseigene Gesellschaft verantwortlich ein Gesamtkonzept planen solle.

Johannes Pinn hat als Vorsitzender der Eifel Energie Genossenschaft (eegon) und Experte für Wald und Erneuerbare Energie viel Erfahrung mit Bürgerbeteiligung an „Grünstrom-Projekten“. Bisher habe die eegon nur Photovoltaik-Projekte umgesetzt, beispielsweise sei eine der größten Anlage auf dem Dach des Blankenheimer Schulzentrums installiert worden.

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„Wenn wir Windenergie in der Eifel nutzen, sollten die Eifeler den größtmöglichen Nutzen daraus ziehen“, bekräftigte Pinn und wies auf einen wirtschaftlichen Vorteil der Windenergie in Bezug auf die recht niedrige Einspeisevergütung im Vergleich etwa zu Photovoltaik hin: „Wenn wir anfangen, in der Eifel mit Strom Auto zu fahren, werden wir über jedes Windrad froh sein, denn Windenergie ist der Billigmacher bei den Erneuerbaren Energien.“

Kompetente Partner in der Region vorhanden

Der „eegon“-Vorsitzende zeigte, dass bis auf die direkte Herstellung von Windrädern alle weiteren kaufmännischen, planerischen und technischen Kompetenzen in der Eifel vorhanden sind: „Das Geld kann in der Eifel bleiben, wenn wir kompetente Partner in der Region nutzen. Wir brauchen nur aktiv zu werden!“ Einer der kompetenten Partner wäre gleich als Redner dran. Damit meinte er Markus Böhm, Prokurist der Energie Nordeifel. Der Kaller Energiedienstleister hat nämlich ein Konzept entwickelt, in dem Bürger, Kommunen und Institutionen direkt an Planung, Umsetzung und vor allem dem Gewinn aus Projekten der Erneuerbaren Energien beteiligt werden können.

Johannes Pinn und Markus Böhm (v.l.) nahmen die Bedenken der Bürger ernst. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Doch Markus Böhm war in seiner Eigenschaft als Leitbildprozess-Sprecher der Arbeitsgruppe „Wirtschaftliche Entwicklung, Umwelt und Klima“ im Podium und stellte die Ergebnisse der Gruppe vor: „Hier in unserer Region haben wir den regenerativen Energieträger Wind als Ressource für ein wirtschaftliches Produkt. Es bieten sich auch Waldflächen für mögliche Wertschöpfung durch Windenergie an.“

Die Arbeitsgruppe sei der Auffassung, dass die Gemeinde die Planung in Sachen Windenergie vorantreiben soll und muss. Damit das Geld aber auch in der Eifel bleibe, sei die maximale regionale Wertschöpfung Voraussetzung für eine Umsetzung. Böhm forderte die Windkraftgegner auf, sich aktiv an den Arbeitsgruppen zur Leitbilderstellung zu beteiligen.

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Nach einer knappen Zusammenfassung von Moderator Professor Rolf Westerheide von der RWTH Aachen wurde für Blankenheimer Bürger das Podium für Fragen geöffnet. Neben sachlichen Fragen wie „Warum müssen wir Vorreiter sein, können wir uns nicht Zeit lassen?“ oder technischen Fragen zu Windenergieanlagen gab es auch einige Unmutserklärungen über Windkraft im Allgemeinen. Ein Bürger zweifelte an, das Kohlendixid überhaupt für den Klimawandel verantwortlich sei und ob man, wenn CO2 eben doch kein Klimakiller ist, nicht auf Windräder verzichten könne.

Die Bürger nahmen rege an der Diskussion teil. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

In Dollendorf macht man sich unter anderem Sorgen über die enorme Höhe der Anlagen, die sogar die des Kölner Doms übertreffe. Auch wurde die Frage gestellt, warum man nicht besser entlang der A1 oder der B51 Windmühlen errichtet, statt im Wald. Dafür fände man bestimmt einen breiten Konsens, meinte ein Dollendorfer.

Auch über die Beeinträchtigung durch Signallichter an großen Windenergieanlagen machten sich die Bürger Gedanken oder darüber, ob denn die Windräder wirklich das Haushaltssicherungskonzept verhindern könnten. Kämmerer Erwin Nelles stellte klar, dass Windenergie eine große finanzielle Chance böte, vor allem im Rahmen einer Beteiligungsgesellschaft.

Rolf Westerheide von der RWTH Aachen moderierte den Abend. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Der rheinland-pfälzische Forstamtsleiter Michael Dimer forderte die Bürger auf, sich gut zu informieren und einmal vor Ort in seiner Heimat große Windenergieanlagen im Wald zu besuchen: „Stellen Sie sich darunter, hören Sie genau hin.“ Dr. Kurt Berlo führte noch einmal ein übergeordnetes Ziel vor Augen: „Nach neusten Erkenntnissen wird der Meeresspiegel durch den Klimawandel um einen Meter steigen, das wird ganze Völkerwanderungen auslösen, Teile der Niederlande werden beispielsweise unbewohnbar.“ Wenn das gesamte Grönlandeis abschmelze, ergebe das sogar eine Meeresspiegelerhöhung um sieben Meter.

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Eifeler Presse Agentur/epa

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