Achtung: Baum fällt!

Entlang der Straßen im Nationalpark Eifel sind aus Gründen der Verkehrssicherheit einzelne Baumfällungen notwendig

Helmut Nießen, Leiter des Nationalparkbezirks Mariawald, die Ranger der Verkehrssicherung Heinz Pohl, André Thelen und Udo Prinz sowie ihr Chef Volker Möller (von links nach rechts) sind heute der Verkehrssicherungspflicht an der B265 erfolgreich nachgekommen. Bild: Nationalparkverwaltung
Helmut Nießen, Leiter des Nationalparkbezirks Mariawald, die Ranger der Verkehrssicherung Heinz Pohl, André Thelen und Udo Prinz sowie ihr Chef Volker Möller (von links nach rechts) sind heute der Verkehrssicherungspflicht an der B265 erfolgreich nachgekommen. Bild: Nationalparkverwaltung

Heimbach –  Auf einem Großteil der Nationalpark-Fläche können die Bäume ungestört wachsen, ihr natürliches Alter erreichen und in Würde sterben. Ausnahmen gelten jedoch, wo tote und abstürzende Äste oder Bäume auf die Fahrbahn von öffentlichen Straßen fallen und Menschenleben gefährden könnten. Da Straßenverkehrsteilnehmer nicht mit dieser Gefährdung rechnen, gilt hier eine besondere Verkehrssicherungspflicht. Dieser Pflicht kommen am heutigen Freitag Volker Möller, Leiter der Verkehrssicherung im Nationalpark Eifel, und drei seiner Ranger nach – mit Forstschlepper und Seilwinde finden sich die Nationalparkmitarbeiter an der Bundesstraße 265 ein.

Ranger der Verkehrssicherung befestigen ein Stahlseil in etwa vier Meter Höhe um den Stamm der zu fällenden Fichte. Bild: Nationalparkverwaltung
Ranger der Verkehrssicherung befestigen ein Stahlseil in etwa vier Meter Höhe um den Stamm der zu fällenden Fichte. Bild: Nationalparkverwaltung

„Hier liegt ein akuter Fall von ‚Gefährdung der Verkehrsteilnehmer‘ vor: diese abgestorbenen Fichten in Straßennähe drohen auf die Fahrbahn zu fallen und müssen gefällt werden“, erklärt Möller. Nachdem der Landesbetrieb Straßenbau NRW die Bundesstraße gesperrt hat, legt das Verkehrssicherungsteam in etwa vier Metern Höhe ein Stahlseil um die Fichte, das über eine Seilwinde am Forstschlepper befestigt ist. Die sechs Tonnen Zugkraft der Seilwinde bringen den Baum von der Vertikalen langsam in Schräglage und nach etwa 15 Sekunden in die Horizontale. Mit dem Fall des Baumes hört der Eingriff des Menschen auch schon auf: „Wichtig ist, dass die Straße sicher ist. Aber um die natürlichen Kreisläufe so wenig wie möglich zu stören, bleiben gefällte Bäume an Ort und Stelle liegen. Dort bieten sie Nahrung und Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten“, so Diplom-Forstingenieur Möller.

Die sechs Tonnen Zugkraft der Seilwinde bringen die Fichte von der Vertikalen langsam in Schräglage und nach etwa 15 Sekunden in die Horizontale. Bild: Nationalparkverwaltung
Die sechs Tonnen Zugkraft der Seilwinde bringen die Fichte von der Vertikalen langsam in Schräglage und nach etwa 15 Sekunden in die Horizontale. Bild: Nationalparkverwaltung

„Natur Natur sein lassen“ ist das Motto aller Nationalparks. Noch ist der Nationalpark Eifel jung, aber je länger Bäume sich selbst überlassen werden und alt und brüchig werden, desto stärker wächst die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Verkehrssicherung entlang von Straßen und anderen kritischen Stellen. Grundsätzlich sollte auf den Straßen durch den Nationalpark langsam gefahren werden, auch wegen der Gefahr des Wildwechsels. Außerdem sind sich langsam fortbewegende Fahrzeuge leiser unterwegs und stören die Ruhe suchenden Nationalparkbesucher weniger.

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Beim Betreten des Großschutzgebietes ist zu beachten, dass im Nationalpark mehr Bäume und Äste auf den Weg fallen können als in anderen Wäldern. Vor allem bei Sturm, Schnee und Gewitter ist deshalb zur eigenen Sicherheit der Wald nicht zu betreten bzw. ihn so schnell wie möglich zu verlassen. Das Betreten des Nationalparks erfolgt auf eigene Gefahr.

Quelle: Nationalparkforstamt Eifel im Landesbetrieb Wald und Holz NRW

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