Seit einem halben Jahrtausend Ort des Gebets

Trappisten-Klosterkirche Mariawald wurde im Jahre 1511 geweiht – Am Wochenende wird das Jubiläum gefeiert – Mönche wurden drei Mal vertrieben

Das Kloster Mariawald inmitten des Kermeter ist seit über 500 Jahren ein Ort des Gebets und der Stille. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Das Kloster Mariawald inmitten des Kermeter ist seit über 500 Jahren ein Ort des Gebets und der Stille. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Heimbach-Mariawald – Die Wurzeln des Klosters Mariawald reichen noch viel weiter als bis in das Jahr 1511 zurück. Im Jahr 1470 erwarb der Heimbacher Strohdachdecker Henrich Fluitter in Köln ein Gnadenbild, das er an der Wegkreuzung am Bersched auf dem Kermeter in einer Hütte zur Verehrung aufstellte. Er selbst errichtete sich eine Einsiedelei, in der er bis zu seinem Tod lebte und das Gnadenbild und die stetig zunehmende Zahl von Pilgern betreute.

1479 wurde eine hölzerne Kapelle errichtet und jedem Samstag eine Prozession zum Gnadenbild veranstaltet. 1480 wurde die Kapelle dem Zisterzienserkloster von Bottenbroich geschenkt. Die Mönche verpflichteten sich, die Betreuung der Pilger zu übernehmen und ein Kloster zu errichten.

„Am 4. April 1486 waren die notwendigsten Bauten errichtet und die ersten Mönche konnten unter der Leitung von Prior Johannes vom Goch das Kloster beziehen und das regulare Leben auf dem Kermeter beginnen, sodass dieser Tag das eigentliche Gründungsdatum der Abtei Mariawald ist. Die Neugründung erhielt den Namen Nemus Mariae – Wald Mariens“, heißt es auf der Homepage des Klosters.

Blick ins Innere der Klosterkirche, die vor 500 Jahren geweiht wurde. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Blick ins Innere der Klosterkirche, die vor 500 Jahren geweiht wurde. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

1795 wurde das Kloster von der Französischen Revolutionsregierung aufgehoben, der Klosterbesitz versteigert und geplündert. Der Schnitzaltar und das Gnadenbild konnten gerettet werden, indem sie 1804 in feierlicher Prozession in die Pfarrkirche von Heimbach überführt wurden. Die Klostergebäude wechselten mehrfach den Besitzer und verfielen schließlich ganz.

„Nachdem das monastische Leben in Mariawald über 60 Jahre geruht hatte, machte Ephrem van der Meulen, Abt der Trappistenabtei Oelenberg im Elsass 1860 einen Neuanfang. Er war auf der Suche nach einem passenden Gelände für eine Klosterneugründung und entdeckte das verfallene ehemalige Zisterzienserkloster Mariawald. Er kaufte das Klostergut und veranlasste den Wiederaufbau. Am 24. Februar 1861 kamen die ersten Brüder aus Oelenberg nach Mariawald“, so die Chronik weiter.

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Doch bereits 1875 wurde das Kloster erneut, diesmal aufgrund der Kulturkampfgesetze, aufgehoben. Die Gebäude standen zwölf Jahre lang leer, bis die Mönche am 18. Oktober 1887 nach Beendigung des Kulturkampfes (Auseinandersetzung Preußens mit der katholischen Kirche) das Ordensleben in Mariawald wieder aufnehmen konnten.

Aus Anlass der von Weihbischof Karl Reger vollzogenen Diakonweihe des heutigen Abtes Josef Vollberg (vorne) im Dezember 2005 kamen zahlreiche Geistliche aus der ganzen Region. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Aus Anlass der von Weihbischof Karl Reger vollzogenen Diakonweihe des heutigen Abtes Josef Vollberg (vorne) im Dezember 2005 kamen zahlreiche Geistliche aus der ganzen Region. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Am 29. September 1909 wurde Mariawald zur Abtei erhoben. Während des Ersten Weltkrieges wurden zahlreiche Mönche zum Kriegsdienst verpflichtet. Das Kloster selbst blieb jedoch weitgehend verschont. Anders jedoch im Zweiten Weltkrieg: Schon 1938 wurden Teile des Klosters für die Unterbringung der Westwallarbeiter beschlagnahmt. Drei Jahre später, am 21. Juni 1941, wurde die Abtei aufgelöst und die Mönche teils vertrieben und teils zum Kriegsdienst eingezogen. In der Chronik heißt es: „Einige Brüder blieben als Arbeiter in der Landwirtschaft auf dem Klostergelände. Zunächst wurden in Mariawald Waisenkinder untergebracht. Als die Westfront näher rückte, diente das aufgehobene Kloster als Feldlazarett. Gegen Ende des Krieges war das Kloster durch Angriffe der Alliierten bereits zu großen Teilen zerstört. Vor ihrem Abzug sprengten die deutschen Truppen den Dachreiter.“

Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches kehrte der damalige Superior Christopherus Elsen als erster wieder aus der Verbannung nach Mariawald zurück und nahm das Kloster am 28. April 1945 erneut in Besitz. Zusammen mit anderen Heimkehrern begann er den Wiederaufbau des zerstörten Klosters.

Weihbischof Karl Reger weihte Josef Vollberg zum Diakon. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Weihbischof Karl Reger weihte Josef Vollberg zum Diakon. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Die Überlebensprobleme, die das Kloster heute hat, sind hingegen ganz anderer Natur: Seit Jahren ist die Zahl der Berufungen rückläufig. Geleitet wird das Trappistenkloster heute von Abt Josef Vollberg. Die Lebensweise der Zisterzienser der Strengeren Observanz, wie sie eigentlich heißen, besteht in einem Gott geweihten Leben, das in brüderlicher Einheit, in Einsamkeit und Schweigen, in Gebet und Arbeit sowie der Lebensdisziplin seinen Ausdruck findet.

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Das Festprogramm:

Am Freitag, 11. November, findet um 10 Uhr das Hochamt statt. Ab 11.30 Uhr wird die von Norbert Stoffers aufbereitete Ausstellung zur Geschichte von Mariawald (mit Filmvorführung um 13.30 Uhr) eröffnet. Im Anschluss an das Stundengebet geht es um 14.20 Uhr zu Fuß oder mit dem Privatwagen nach Heimbach zur Wallfahrtskirche; dort wird um ca. 15 Uhr beim Gnadenbild gebetet.  Anschließend geht es den Kreuzweg nach Mariawald hinauf (Ankunft gegen 17 Uhr). Wer nicht den ganzen Kreuzweg mitgehen kann, kann den Betenden entgegengehen, um einen Teil des Weges mitzugehen. Abschluss findet dieser Tag in der Klosterkirche.

Der Samstag, 12. November, beginnt um 7.45 Uhr mit der heiligen Messe. An diesem Tag besteht auch die Möglichkeit zur Beichte und zwar von 10 bis 12 Uhr und von 14.30 bis 17 Uhr. Die Ausstellung ist von 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.

Am Sonntag, 13. November, beginnt das feierliche Hochamt um 10 Uhr. Die Ausstellung kann von 11.30 Uhr bis 16.45 Uhr besichtigt werden. Um 15 Uhr ist eine kleine kirchenmusikalische Andacht mit Lesung, um 17 Uhr Vesper mit sakramentalem Segen und Te Deum. Außerdem eröffnet der Buchladen zum Jubiläumsfest eine kleine Abteilung, in der antiquarische Bücher aus Beständen des Klosters angeboten werden.

Eifeler Presse Agentur/epa

(Quelle: www.kloster-mariawald.de)

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