Zwei weitere Veranstaltungshöhepunkte im Rahmen der Otto-Pankok-Ausstellung

Am 23. November kommt der Bistumsbeauftragte für die Sinti und Roma, Franz-Josef Schümmer, ins Clara-Fey-Gymnasium – Eine szenische Lesung mit CFG-Schülern findet am 8. Dezember auf Vogelsang statt

"Hoto II" lautet der Titel dieses Bildes, das in Vogelsang zu sehen ist und die Auseinandersetzung Pankoks mit den Sinti und Roma zeigt. Bild/Repro: Jürgen Drewes
"Hoto II" lautet der Titel dieses Bildes, das in Vogelsang zu sehen ist und die Auseinandersetzung Pankoks mit den Sinti und Roma zeigt. Bild/Repro: Jürgen Drewes

Schleiden/Vogelsang – Im Rahmen der Ausstellung „Von der Bruderschaft mit aller Kreatur“, die Werke des  Mülheimer Malers, Graphikers und Bildhauers Otto Pankok (1893-1966) zeigt, gibt es zwei weitere Veranstaltungshöhepunkte: Am Mittwoch, 23. November, 13.15 Uhr, wird im Bischöflichen Clara-Fey-Gymnasium in Schleiden der Bistumsbeauftragte für die Sinti und Roma, Franz-Josef Schümmer, erwartet. Schümmer kennt wie kaum ein anderer die gegenwärtige Situation dieser Menschen. „In dieser Veranstaltung berichtet er von ihren heutigen Lebensentwürfen, aber auch von ihren Sorgen und Nöten, und stellt sich den Fragen der Besucher“, heißt es im Ausstellungsflyer. Schümmer wurde eingeladen, weil die Würde der Sinti und Roma auch in Otto Pankoks Werk eine besondere Rolle einnimmt.

Schüler des Clara-Fey-Gymnasiums werden aus Pankoks Manifest "Stern und Blume" lesen. Das Bild zeigt eine Lesung zu Norbert Scheuers "Unterm Rauschen" aus 2010. Bild: Jürgen Drewes
Schüler des Clara-Fey-Gymnasiums werden aus Pankoks Manifest "Stern und Blume" lesen. Das Bild zeigt eine szenische Lesung zu Norbert Scheuers "Überm Rauschen" aus dem Jahre 2010. Bild: Jürgen Drewes

Weiterhin sei schon jetzt auf die szenische Lesung „Stern und Blume“ am Donnerstag, 8. Dezember, in Vogelsang hingewiesen. Otto Pankoks autobiographisches Buch „Stern und Blume“ (1930) ist ein künstlerisches und zutiefst humanitäres Manifest. Schülerinnen und Schüler des Bischöflichen Clara-Fey-Gymnasiums haben wesentliche Auszüge dieses Werkes zu einer szenischen Collage verbunden, die an diesem Abend, verbunden mit musikalischen und visuellen Akzenten, dargeboten wird.

„Die Ausstellung  hat bis dato ein unüberhörbares Echo in regionalen und überregionalen Medien gefunden und konnte damit ihren künstlerischen Stellenwert unterstreichen“, freut sich Jürgen Drewes, Lehrer am CFG und Pressesprecher der Schule. Die Besucherzahlen seien besonders in Vogelsang schon jetzt außerordentlich hoch. Damit sei ein Grundstein für weitere Kooperationsprojekte zwischen dem Clara-Fey-Gymnasium und Vogelsang ip gelegt. „Bei uns in der Schule haben sich neben beeindruckten Besucherinnen und Besuchern, die zum Teil von weither anreisten, zahlreiche Schülerinnen und Schüler in mehreren Fächern wie Deutsch, katholische Religion und Kunst mit den Ausstellungswerken vertraut gemacht und beispielsweise Zusammenhänge zwischen Kunst und Religion erspürt und formuliert“, so Drewes weiter.

Folgender Artikel könnte Sie auch interessieren:
CFG Wildcats aus Schleiden sind NRW-Meister
Dieses Selbstbildnis Otto Pankoks ist im Clara-Fey-Gymnasium zu sehen. Bild/Repro: Jürgen Drewes.
Dieses Selbstbildnis Otto Pankoks ist im Clara-Fey-Gymnasium zu sehen. Bild/Repro: Jürgen Drewes.

Otto Pankok gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des expressiven Realismus in der europäischen Kunst des 20. Jahrhunderts. Seine unter der NS-Zeit und unter Arbeitsverbot entstandenen Werke stellen ein eindringliches Zeugnis der Menschlichkeit dar.

Die Doppel-Ausstellung in Vogelsang ip und im CFG zeigt einen repräsentativen Querschnitt seines künstlerischen Oeuvres und fokussiert dabei in besonderer Weise Pankoks Jahre in der Eifel. „Mit etwa 50 Holzschnitten und nahezu 20 großformatigen Kohlebildern fügt sich die Ausstellung zu einer umfassenden Werkschau, die in dieser Zusammenstellung bislang noch nie in der Eifel-Region zu sehen war“, so die Ausstellungsmacher. Ausgerichtet wird die Ausstellung in Kooperation von vogelsang ip, Bischöflichem Clara-Fey-Gymnasium Schleiden und der Seelsorge in Nationalpark Eifel + Vogelsang.

„In seiner künstlerischen Arbeit bezog Pankok bereits in jungen Jahren entschieden Position für die Belange der Schöpfung, der Natur und das Menschliche in all seinen Facetten. Mit seinen eindringlichen Darstellungen des Schicksals von Ausgegrenzten und Randständigen geriet er früh ins Visier der Nationalsozialisten“, informieren die Ausstellungsmacher weiter.

Die Schüler und Schülerinnen des CFG haben sich sehr intensiv mit den Arbeiten Otto Pankoks auseinandergesetzt. Bild: Jürgen Drewes
Die Schüler und Schülerinnen des CFG haben sich sehr intensiv mit den Arbeiten Otto Pankoks auseinandergesetzt. Bild: Jürgen Drewes

Als „entartet“ klassifiziert und mit Arbeitsverbot belegt, zog sich Otto Pankok mit seiner Familie – nach einem gescheiterten Migrationsversuch – zwischen 1941 und 1946 in die Eifel zurück.

In Iversheim und Pesch entstand unter widrigen und gefahrvollen Arbeitsbedingungen neben dem Zyklus „Jüdisches Schicksal“ eine Fülle von großformatigen Kohlebildern, in denen der Künstler die Landschaften der Eifel festhielt. Einige dieser Bilder sowie sein Selbstbildnis sind im CFG zu sehen.

1947 erhielt Otto Pankok eine Professur an der Düsseldorfer Kunstakademie, wo er bis 1958 wirkte. Darüber hinaus schuf er unermüdlich weiter an seinem Werk, das auf unnachahmliche Weise „von der Bruderschaft mit aller Kreatur“ erzählt. Auf viele Künstler und Intellektuelle hat Otto Pankok nachhaltig gewirkt. So hat ihm etwa sein Düsseldorfer Schüler Günter Grass in den letzten Kapiteln der „Blechtrommel“ ein literarisches Denkmal gesetzt.

Folgender Artikel könnte Sie auch interessieren:
Kooperation zwischen „ene“ und CFG trägt energetische Früchte

Die Doppelausstellung ist noch bis zum 15. März 2012 im Forum Vogelsang und bis zum 23. November 2011 im CFG zu sehen.

Die Ausstellung in vogelsang ip ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Die Teilausstellung im CFG, Pädagogisches Zentrum, Malmedyer Straße 2, 53937 Schleiden ist für Besucher an Schultagen montags bis freitags 13.15 bis 16 Uhr sowie am 19./20. November jeweils von 10-17 Uhr zugänglich. Der Eintritt zu beiden Ausstellungen ist kostenlos. Parken in vogelsang ip kostet 3 Euro.

Mehr Infos: www.vogelsang-ip.de

Eifeler Presse Agentur/epa

Quelle: vogelsang ip

Ein Gedanke zu „Zwei weitere Veranstaltungshöhepunkte im Rahmen der Otto-Pankok-Ausstellung“

Kommentar verfassen