Bereits 4000 Jugendliche über Zusammenhänge des Nationalsozialismus aufgeklärt

Mit dem XENOS-Projekt gelang es, auch benachteiligte Jugendliche durch vielfältige Methoden und Bildungsformate an die Themen der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang heranzuführen

Manfred Poth, Elke Führer, Petra Kleen, Hans Reiff, Johannes Bortlisz-Dickhoff, Detlef Seif, Gabriele Molitor, Hans-Josef Thelen, Albert Moritz und Julia Schmidt (v.l.) trafen sich in Vogelsang. Bild: Roman Hövel/vogelsang ip
Manfred Poth, Elke Führer, Petra Kleen, Hans Reiff, Johannes Bortlisz-Dickhoff, Detlef Seif, Gabriele Molitor, Hans-Josef Thelen, Albert Moritz und Julia Schmidt (v.l.) trafen sich in Vogelsang. Bild: Roman Hövel/vogelsang ip

Schleiden-Vogelsang – Für den außerschulischen Lernort Vogelsang hat die vogelsang ip gemeinnützige GmbH spezielle Jugendbildungsangebote entwickelt und in ein dauerhaftes Programm überführt. „Mit diesem Ergebnis wurde das dreijährige Projekt ‚vogelsang ip | für Toleranz und Vielfalt in der Regio Aachen‘ abgeschlossen. Es wurde vom Bundesprogramm ‚XENOS – Integration und Vielfalt‘ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und des Europäischen Sozialfonds gefördert“, berichtet Björn Troll, Pressesprecher von vogelsang ip.

Die Projektergebnisse und das neue Jugendbildungsprogramm des Standorts unter dem Motto „Toleranz üben. Stärke zeigen. Vielfalt leben“ wurden jetzt vom Aufsichtsratsvorsitzenden Manfred Poth, Johannes Bortlisz-Dickhoff als Vertreter des Hauptgesellschafters Landschaftsverband Rheinland, Geschäftsführer Albert Moritz sowie vom Programmteam um die wissenschaftliche Referentin Julia Schmidt den Bundestagsabgeordneten Gabriele Molitor und Detlef Seif präsentiert.

„Wir wollen Wissen über die NS-Ordensburg Vogelsang und über die geschichtlichen Zusammenhänge des Nationalsozialismus vermitteln und so das Bewusstsein für den Wert der freiheitlichen Demokratie stärken“, benannten Poth und Bortlisz-Dickhoff das zentrale Anliegen. Die Fördermittel der EU und des Bundes hätten entscheidend dazu beigetragen, diese Kernaufgabe mit einem spezifischen pädagogischen Programm umzusetzen und für Jugendliche erlebbar zu machen.

Mit einem Referenten werden Jugendliche in Vogelsang an Themen rund um den Nationalsozialismus herangeführt. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Mit einem eigens geschulten Referenten werden Jugendliche in Vogelsang an Themen rund um den Nationalsozialismus herangeführt. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

„Was hat Vogelsang noch – oder gerade – mit mir zu tun?“, benannte Albert Moritz die zentrale Frage der Vermittlungsaufgabe von Vogelsang, die es insbesondere in der Jugendbildungsarbeit zu beantworten gelte. „Junge Menschen sollen darin bestärkt werden, eine eigenverantwortliche Position in der demokratischen Gesellschaft einzunehmen“, führte Moritz aus. Dies mache die präventive Arbeit in vogelsang ip aus.

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Zwischen 2009 und 2011 konnten dank des XENOS-Programms 4000 Jugendliche im Übergang von Schule zu Beruf die speziell entwickelten Projekttage am außerschulischen Lernort kostenfrei nutzen. Mit einer Vogelsang-Referentin bzw. einem Referenten erkundeten sie das historische Gelände und trainierten mithilfe von erlebnispädagogischen Methoden arbeitsmarktrelevante und soziale Schlüsselqualifikationen.

Gabriele Molitor und Detlef Seif lobten den zielgerichteten und nachhaltigen Einsatz der Bundesmittel. „Die Auswertung des Programms verdeutlicht, dass der Kompetenzzuwachs erfolgreich war. Dies bestätigen sowohl die Jugendlichen selbst als auch die Lehrkräfte und Betreuer“, freute sich Molitor. „Damit leisten Sie einen wichtigen Beitrag, Jugendliche gegenüber den menschenverachtenden Angeboten rechtsextremistischer Gruppierungen zu stärken“, erklärte Seif. Beide bekannten sich zur Bildungsarbeit der vogelsang ip.

„Mit dem XENOS-Projekt ist es uns gelungen, auch benachteiligte Jugendliche durch vielfältige Methoden und Bildungsformate an die Themen des Ortes heranzuführen, erklärte Julia Schmidt. „Erziehung und Formierung“ sowie „Menschenbild und Ausgrenzung“ sind die Kernthemen, die in den Formaten Geländeführung, Studientag oder Projekttag bearbeitet werden. Ein  gelungenes Ergebnis einer mehrtägigen Projektarbeit im Rahmen der XENOS-Förderung war die Filmproduktion des Ritzefeld-Gymnasiums aus Stolberg, die den Bundestagsabgeordneten präsentiert wurde. Molitor und Seif lobten den Film wegen seines persönlichen und engagierten Zugangs zum Thema Vogelsang. Ähnliche Projektarbeit soll es auch in Zukunft geben.

„Um jungen Menschen auch künftig einen Zugang zum außerschulischen Lernort Vogelsang zu ermöglichen und sie damit auch gegen Rechts zu stärken, sind Förderungen überlebenswichtig“, betonte Albert Moritz. Molitor und Seif sagten hierzu ihre Unterstützung beispielsweise in Richtung des Bundesjugendministeriums zu.

Quelle: vogelsang ip

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