Gemeinsam gegen Gewalt von Rechts

Die beiden Bündnisse gegen Rechts im Kreis Euskirchen wollen künftig zusammenarbeiten, um sich mit Aufklärungsarbeit und Aktionen für Toleranz und ein friedliches Miteinander einzusetzen

Wollen sich gemeinsam gegen Gewalt von Rechts einsetzen: Valerie Vivienne Nitsche (v.l.), Franz Josef Mörsch, Peter Schongen, Pierre Mosbeux, Ata Seker und Nathalie Konias. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Wollen sich gemeinsam gegen Gewalt von Rechts einsetzen: Valerie Vivienne Nitsche (v.l.), Franz Josef Mörsch, Peter Schongen, Pierre Mosbeux, Ata Seker und Nathalie Konias. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Kreis Euskirchen – „Es darf nicht sein, dass bei uns Menschen unterdrückt werden wegen ihrer Hautfarbe, Nationalität oder Religion“, konstatierte Peter Schongen, Referent im Büro der Regionaldekane Düren/Eifel, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der zwei Bündnisse im Kreis Euskirchen gegen Rechtsextremismus. Während das in Euskirchen gegründeten „Bündnis – Eifel gegen Rechts“ bereits seit Mai vergangenen Jahres existiert, hatte sich das „Eifeler Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt“ erst Ende November in Schleiden gegründet. Die Bündnisse wollen künftig zusammenarbeiten, um sich für ein friedliches Miteinander und Aufklärungsarbeit in Sachen Rechtsextremismus einzusetzen.

Nathalie Konias vom „Bündnis – Eifel gegen Rechts“: „Jeder kann sich bei uns wiederfinden und Gesicht zeigen gegen Braun.“ Ob streng katholisch oder muslimisch – gemeinsam wolle man gegen Gewalt von Rechts vorgehen: „Wir müssen aktiv werden, weil die rechte Szene auch aktiv geworden ist.“ So sei eine 16-jährige Schülerin auf ihrem Heimweg mitten in der Euskirchener Innenstadt von drei Neonazis festgehalten, sie und ihre Familie mit dem Tod bedroht worden.

Peter Schongen berichtete von Nazi-Schmiereien, konnte aber auch Positives vermelden: „Obwohl wir erst seit drei Wochen bestehen, verzeichnen wir bereits 150 Personen und 50 Institutionen, die uns unterstützen.“ Schongen ist auch Geschäftsführer und Ansprechpartner beim „Eifeler Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt“.

Ata Seker, Integrationsbeauftragter des Kreises Euskirchen und im Arbeitskreis des „Eifeler Bündnisses“, sagte: „Ich bin seit 35 Jahren in Deutschland, habe seit 20 Jahren einen deutschen Pass. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass 95 Prozent der Deutschen freundlich und offen sind, aber die anderen fünf Prozent können alles kaputt machen!“

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Bürgerschaft aktivieren

Peter Schongen bestätigte: „Teile unserer Gesellschaft wollen die Demokratie auflösen. Wir fordern Bürger, Institutionen, Vereine, Religionsgemeinschaften und Unternehmen auf, etwas dagegen zu tun und bei uns mitzumachen.“ Erklärtes Ziel ist, die Bürgerschaft zu aktivieren, sich gegen die rechte Szene einzusetzen.

Nicht nur die große Resonanz in der Presse und bei der Bevölkerung werte er als gutes Zeichen, sondern auch die Bereitschaft zweier regionaler Banken, das Bündnis finanziell zu unterstützen sowie das Angebot von Regionaldekan Pfarrer Erik Pühringer, 2000 Euro „Startkapital“ bereitzustellen.

Geplant sind Konzerte und Integrationsfeste, aber auch Aufklärung durch Vorträge und Arbeit in Schulen. Das „Bündnis – Eifel gegen Rechts“ habe bereits ein Infofaltblatt „Was tun gegen Rechts“ erstellt. Pierre Mosbeux von „art Eifel“ ist in beiden Bündnissen aktiv: „Es geht uns um Verständnis und Toleranz.“ Valerie Vivienne Nitsche ergänzte: „Wir stehen für Akzeptanz von Vielfalt, das ist eine große Chance für die Allgemeinheit.“ Auch Franz Josef Mörsch ist bereits in beiden Bündnissen aktiv.

Verschwiegen wurde aber nicht, dass man sich noch am Anfang befinde und erst einmal Netzwerke bilden müsse – keine leichte Aufgabe bei einem Gebiet, das durch den Altkreis Schleiden, Kreis Euskirchen sowie zwei Bistümer (Aachen und Köln) sowie zwei Caritasverbände vielerlei Grenzen habe, so Schongen. Das nächste Treffen des „Eifeler Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt“ finde am Freitag, 13. Januar 2012, um 17 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum Kall, Aachener Str. 49, statt.

Ansprechpartner für das „Eifeler Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt“ ist Peter Schongen, Telefon 0 24 21/2 80 20,  E-Mail: peter.schongen@bistum-aachen.de

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Ansprechpartnerin für das „Bündnis – Eifel gegen Rechts“ ist Nathalie Konias, Telefon 0 24 43/9 04 80 00, E-Mail nkoni@t-online.de

Eifeler Presse Agentur/epa

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