Größter Solarpark Nordrhein-Westfalens offiziell eröffnet

In Inden (Landkreis Düren) liefern auf dem Gelände einer ehemaligen Mülldeponie künftig 16.236 Solarmodule rund 3.500.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr – „F&S solar concept“ baute die Anlage in einer Rekordzeit von acht Wochen –  Nachrichtenvideo dazu hier klicken 

Professor Henning Herzog (v.l.), Udo Zimmermann, Georg Schmiedel, Dirk Huertgen und Heinrich Klocke bei der offiziellen Eröffnung des Solarparks Inden. Als „Schlüssel“ übergab Schmiedel als Generalunternehmer ein i-Pad an Dirk Hürtgen, Geschäftsführer des Solarpark-Betreibers: Damit kann er über das Internet die aktuellen Daten der Photovoltaikanlage abrufen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Professor Henning Herzog (v.l.), Udo Zimmermann, Georg Schmiedel, Dirk Huertgen und Heinrich Klocke bei der offiziellen Eröffnung des Solarparks Inden. Als „Schlüssel“ übergab Schmiedel als Generalunternehmer ein i-Pad an Dirk Hürtgen, Geschäftsführer des Solarpark-Betreibers: Damit kann er über das Internet die aktuellen Daten der Photovoltaikanlage abrufen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Inden – Der größte Solarpark in Nordrhein-Westfalen wurde am Nikolaustag offiziell eröffnet: In Inden sollen künftig 16.236 Solarmodule auf gut 100 000 Quadratmetern Freifläche rund 3.500.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr liefern. Georg Schmiedel, Geschäftsführer des Generalunternehmers „F&S solar concept“, übergab als „Schlüssel“ zum Solarpark Inden ein „i-Pad“ an Dirk Hürtgen, Geschäftsführer des Betreibers RurEnergie GmbH. Schmiedel: „Damit können Sie von jedem Ort der Welt mit Internetzugang die aktuellen Daten der Photovoltaikanlage abrufen!“

Diese Daten können sich auch an einem trüben Wintertag wie dem 6. Dezember sehen lassen, wie Schmiedel bei der Feierstunde in der Sparkasse Jülich zeigte: „1200 Kilowatt hat die Anlage heute in der Tagesspitze erzeugt, das heißt, dass 1200 große Baustrahler mit 1000 Watt Leistung gleichzeitig mit dem sauberen Solarstrom hätten zum Leuchten gebracht werden können.“

Über 16.000 Solarmodule sorgen im größten Solarpark in NRW künftig für sauberen Sonnenstrom. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Über 16.000 Solarmodule sorgen im größten Solarpark in NRW künftig für sauberen Sonnenstrom. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Rund 1000 Haushalte können rechnerisch mit der Photovoltaik-Freilandanlage mit Ökostrom versorgt werden, über 2400 Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid werden damit gegenüber herkömmlicher Energieerzeugung pro Jahr eingespart.

Entstanden ist das riesige Solarkraftwerk auf einer ehemaligen Mülldeponie in unmittelbarer Nähe zum Braunkohlenkraftwerk Weisweiler, wo es quasi inmitten einer durch den Tagebau zerstörten Landschaft zu einem Symbol für die friedliche und saubere Energieerzeugung nach der Energiewende geworden ist. Es ist das erste Projekt der frisch gegründeten RurEnergie GmbH, deren Gesellschafter die Beteiligungsgesellschaft des Kreises Düren, die Stadtwerke Düren und die S-Beteiligungsgesellschaft der Sparkasse mbH sind.

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Udo Zimmermann (l.) begrüßte die zahlreichen Gäste zur offiziellen Einweihung des Solarparks Inden in der Sparkasse Jülich. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Udo Zimmermann (l.) begrüßte die zahlreichen Gäste zur offiziellen Einweihung des Solarparks Inden in der Sparkasse Jülich. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Udo Zimmermann, Vorstandsmitglied der Sparkasse Düren, berichtete über das Finanzierungskonzept des Zehn-Millionen-Euro-Projektes: „Wichtig war uns auch die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung: „Dazu haben wir Anteilsscheine á 1000 Euro ausgegeben, die sehr schnell vergriffen waren: 700 Kunden haben gezeichnet.“ Verzinst werde mit fünf Prozent Rendite. Er sei überzeugt, dass ein Kreditinstitut nur dann Zukunft habe, wenn es sich nicht nur ökonomisch, sondern auch sozial und ökologisch ausrichte.

Ökologisch korrekt hat der Euskirchener Solarspezialist „F&S solar concept“ auch beim Bau des Sonnenkraftwerks gehandelt: Es wurden nicht nur recycelbare und schwermetallfreie Module verbaut, sondern man nahm auch auf zwei auf dem Gelände brütende Schwarzkehlchen-Pärchen Rücksicht. Und das trotz steigenden Zeitdrucks, wie Georg Schmiedel sagte: „Wir wollten die Schwarzkehlchen in Ruhe zu Ende brüten lassen. Was wir zu diesem Zeitpunkt aber nicht wussten: Bei Schwarzkehlchen gibt es auch eine zweite und dritte Brut – die galt es ebenfalls abzuwarten.“

Unter der Moderation von Robert Esser (v.l.) berichteten Heinrich Klocke, Geschäftsführer Stadtwerke Düren, Energieexperte Professor Henning Herzog, Udo Zimmermann von der Sparkasse Düren und Georg Schmiedel, Geschäftsführer „F&S solar concept“, über den Bau des größten Freiland-Sonnenkraftwerks in Nordrhein-Westfalen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Unter der Moderation von Robert Esser (v.l.) berichteten Heinrich Klocke, Geschäftsführer Stadtwerke Düren, Energieexperte Professor Henning Herzog, Udo Zimmermann von der Sparkasse Düren und Georg Schmiedel, Geschäftsführer „F&S solar concept“, über den Bau des größten Freiland-Sonnenkraftwerks in Nordrhein-Westfalen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Nach Ende der Brutzeit schickten „F&S solar concept“-Geschäftsführer Georg Schmiedel und Jörg Frühauf gleich 100 Monteure nach Inden, die das derzeit größte Sonnenkraftwerk in NRW in nur acht Wochen errichteten – eine beachtliche Leistung, wie Rur-Energie-Geschäftsführer Dirk Hürtgen lobte. Auch der Untergrund stellte spezielle Anforderungen, wie Schmiedel sagte: „Mittlerweile sind wir Spezialisten für Photovoltaikanlagen auf ehemaligen Mülldeponien: Die Pfähle für die Module wurden nicht gerammt, sondern mit speziellen Schraubankern befestigt. Ansonsten hätten sie sich durch den Wind losrütteln können.“

In direkter Nachbarschaft des sauberen Sonnenstrom-Kraftwerks wird aus Braunkohle Strom erzeugt. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
In direkter Nachbarschaft des sauberen Sonnenstrom-Kraftwerks wird aus Braunkohle Strom erzeugt. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Über die Dringlichkeit, in Projekte wie Sonnenenergie zu investieren, referierte bei der Eröffnungsfeier Professor Dr. Henning Herzog von der Steinbeis-Hochschule Berlin. Er berichtete über die aktuellen Ergebnisse der Klimaforscher: In den kommenden 50 bis 100 Jahren würden ganze Landstriche durch den ansteigenden Meeresspiegel ebenso versinken wie zahlreiche Großstädte wie etwa New York; die Dürre in trockenen Zonen werde sich weiter ausbreiten, während andere Gegenden vermehrt von Überschwemmungen heimgesucht würden. „Wenn die durchschnittliche Lufttemperatur nur um ein Grad steigt, verdoppelt sich die Zahl der als verwüstend eingestuften Wirbelstürme der Kategorie 5“, so Herzog.

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Dem Solarpark Inden attestierte er Vorbildcharakter und sah gleichzeitig weitere große wirtschaftliche Möglichkeiten durch die Energiewende. Das konnte Heinrich Klocke, Geschäftsführer der Stadtwerke Düren, nur bestätigen: „Wenn kommunale Unternehmen und Energieversorger zusammenarbeiten, bietet das eine große Chance für alle!“

Mit den sonnigen Aussichten des Solarparks Inden will es die RurEnergie aber nicht bewenden lassen, wie Klocke betonte: „Wir sind mit »F&S« und anderen auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten und wollen im kommenden Jahr auch unser erstes Windkraftprojekt angehen!“

Durch die Rekordzeit des Baus angespornt, plant Georg Schmiedel ein standardisiertes Konzept für Freiland-Photovoltaikanlagen: „Als Baustein nehmen wir eine Anlage mit einem Megawatt Leistung, die eines unserer Teams in zwei Wochen schlüsselfertig erstellen kann. Eine Anlage von fünf Megawatt Größe könnten wir dann in zehn Wochen errichten.“

Nachrichtenvideo dazu hier klicken

Eifeler Presse Agentur/epa

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