Horst-Konejung-Preis 2011 geht an den Schleidener Autor und Redakteur Franz Albert Heinen

Heinen habe mit seiner publizistischen Arbeit zu Vogelsang mehr bewirkt, als den politischen Gremien in den letzten Jahren gelungen sei, heißt es unter anderem in der Begründung

Seit vielen Jahren beschäftigt sich F.A. Heinen intensiv mit Vogelsang. Im Dezember 2006 rettete er große Teile des belgischen Seit vielen Jahren beschäftigt sich F.A. Heinen intensiv mit Vogelsang. Im Dezember 2006 rettete er beim Abzug der Belgier deren Vogelsang-Archiv vor der Vernichtung. Archivbild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Seit vielen Jahren beschäftigt sich F.A. Heinen intensiv mit Vogelsang. Im Dezember 2006 rettete er beim Abzug der Belgier deren Vogelsang-Archiv vor der Vernichtung. Archivbild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Schleiden – Der Buchautor und Redakteur des „Kölner Stadt-Anzeigers“, Franz Albert Heinen, erhält den Horst-Konejung-Preis 2011. Die aus Vorstand, Beirat und Arbeitskreis der Stiftung bestehende Jury begründet ihre Entscheidung wie folgt: „F. A. Heinen ist als Journalist mit tiefer Verbundenheit zu seiner Eifler Heimat seit langem als Heimatforscher tätig und hat sich im Laufe der Jahre zu einem ernsthaften, im internationalen wissenschaftlichen Austausch stehenden Fachmann für die Thematik der NS-Ordensburgen weiterentwickelt.“

Vor allem mit den beiden letzten Publikationen „Gottlos, schamlos, gewissenlos. Zum Osteinsatz der Ordensburg-Mannschaften“ und „NS-Ordensburgen. Vogelsang, Sonthofen und Krössinsee“ habe er den Finger in die historische Wunde gelegt und anhand der vom ihm verfolgten Junkerbiografien nachgewiesen, dass es sich bei der ehemaligen „NS-Ordensburg Vogelsang“ um einen veritablen Täterort handelte, so die Pressemitteilung der Konejung-Stiftung.

Weiterhin heißt es in der Begründung: „Mit seiner publizistischen Arbeit hat er mehr bewirkt, als den politischen Gremien in den letzten Jahren gelungen ist und bleibt ein wichtiger Ansprechpartner in Fragen zum Umgang mit dieser ideologisch belasteten Immobilie.“

Für seine Beharrlichkeit und weiterführende Forschung gebühre ihm daher der mit 5000 Euro dotierte Horst-Konejung-Preis, mit dem die Stiftung jährlich Personen und Institutionen ehrt, die sich im Rahmen der Aufarbeitung der Geschichte diesseits und jenseits der Grenze im Westen verdient gemacht haben.

Die Preisverleihung findet am 1. Februar 2012 im Casino Euskirchen statt. Die Laudatio hält die renommierte US-amerikanische Holocaustforscherin Prof. Dr. Wendy Lower.

Der nach dem Gründer der Konejung Stiftung: Kultur, Horst Konejung, (gest. 2006) benannte und mit 5000 Euro dotierte Preis wird jährlich an Personen oder Institutionen verliehen, die sich in der Euregio mit historischen und kulturellen Projekten verdient gemacht haben.

Bisherige Preisträger waren Dr. Horst Walraff, Historiker, Düren, Dr. Karola Fings, Stellvertretende Leiterin NS Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Historikerin, Köln, Geschichtsverein Euskirchen mit seinem Vorsitzenden, Dr. Reinhold Weitz, Euskirchen, Katharina und Dietrich Schubert, Eifel-Film, Kronenburg, Martin Stankowski und Jürgen Becker, Köln sowie die Edition Krautgarten und ihr Herausgeber Bruno Kartheuser, St. Vith, Belgien.

Franz Albert Heinen wurde 1953 in Schleiden geboren und ist seit 1978 Journalist. Als Buchautor trat er neben seinen Veröffentlichungen zu Vogelsang vor allem durch sein Buch „Die Todesfabrik. Espagit – die geheime Granatenschmiede“ einer breiteren Öffentlichkeit ins Bewusstsein. Minutiös dokumentiert er in diesem Buch die Geschichte der ehemaligen Giftgas- und Munitionsfabrik, die im Mai 1920 explodiert ist und ein bis heute verseuchtes Gelände hinterlassen hat. Franz Albert Heinen wirkt darüber hinaus bei der Forschung zur geplanten NS-Ausstellung in Vogelsang mit, wurde ins Kreiskuratorium Euskirchen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (2008) berufen und ist Mitglied im Verein „Gegen Vergessen – für Demokratie“ (Berlin). (epa)

 

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