Auf der Reeperbahn im LVR-Freilichtmuseum Kommern

Der 18. „Jahrmarkt anno dazumal“ steht ganz im Zeichen klassischer Schaustellungen – Über 70 Attraktionen aus 120 Jahren

Zahlreiche Vorführungen sowie insgesamt rund 70 Buden, Karussells und weitere Attraktionen bietet der "Jahrmarkt anno dazumal" im LVR-Freilichtmuseum Kommern. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Zahlreiche Vorführungen sowie insgesamt rund 70 Buden, Karussells und weitere Attraktionen bietet der "Jahrmarkt anno dazumal" im LVR-Freilichtmuseum Kommern. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Mechernich-Kommern –  Eine Zeitreise durch die Geschichte des öffentlichen Volksvergnügens von der Kaiserzeit bis in die späten Wirtschaftswunderjahre verspricht der „Jahrmarkt anno dazumal“, der im LVR-Freilichtmuseum Kommern von Oster-Samstag, 7. April, bis Sonntag, 15. April, wieder Zehntausende anlocken wird.

Auf dem historischen Rummel des Museums, der mit seiner 18. Ausgabe längst zum Vorbild für viele Nostalgie-Jahrmärkte in Deutschland geworden ist, stehen klassische und zum Teil längst in Vergessenheit geratene Schaustellungen im Mittelpunkt. Wander-Kuriositätensalon und Guckkasten-Panoptikum der Kaiserzeit gibt es ebenso wie die Freiluft-Arena der Komödianten nur noch auf dem Jahrmarkt in Deutschlands zweitgrößtem Freilichtmuseum, wie der stellvertretende Museumsleiter Dr. Michael H. Faber mitteilt.

Dr. Michael H. Faber ist nicht nur Initiator des Historischen Jahrmarktes im Freilichtmuseum Kommern, sondern auch aktiver Teilnehmer - bei dieser Illusionsnummer läßt er die Köpfe der Besucher rollen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Dr. Michael H. Faber ist nicht nur Initiator des Historischen Jahrmarktes im Freilichtmuseum Kommern, sondern auch aktiver Teilnehmer - bei dieser Illusionsnummer läßt er die Köpfe der Besucher rollen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Zwei ganz besondere Klassiker der Schaustellerei haben sich für den diesjährigen Jahrmarkt angesagt: der letzte schaustellerisch betriebene und zudem älteste Flohzirkus Deutschlands und das große Belustigungsgeschäft  „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“. Die Geschichte des Flohzirkus reicht ins 19. Jahrhundert zurück, in Kommern wird er sich im Originalzustand von 1948 präsentieren. Das Belustigungsgeschäft „Reeperbahn“ war 1966 auf die Reise gegangen und in den vergangenen Jahren kaum mehr auf deutschen Festplätzen zu sehen. „Für beide Geschäfte ist es das erste Gastspiel im Rheinland“, freut sich Jahrmarkt-Initiator Dr. Michael H. Faber. Der stellvertretende Museumsleiter wird selbst auf dem Rummel die „Hinrichtung einer Person aus dem Publikum“ vollziehen. Diese aus dem 19. Jahrhundert stammende, eher amüsante und durchaus jugendfreie Illusionsnummer wird sonst nur noch auf dem Münchner Oktoberfest regelmäßig gezeigt.

Neben insgesamt rund 70 Buden und alten Karussells bietet der Jahrmarkt anno dazumal auch ein reichhaltiges und international besetztes artistisches Programm. Täglich dreimal soll sich der historische Tanzsaal des Museums mit einem Programm aus Jonglage, Zauberkunst und einer Seifenblasenschau in einen Varietépalast der 1920er Jahre verwandeln. Im Freigelände will Kraftakrobat Kharou Ketten sprengen und mit den Zähnen Eisen verbiegen. In der Freilichtarena der Sensationen wird täglich zweimal zu akrobatischen Vorstellungen eingeladen.

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Wer übrigens in originaler Kleidung der Kaiserzeit (1871-1914) zum Jahrmarkt kommt, erhält freien Eintritt.
Dafür ist allerdings ein per E-Mail an kommern@lvr.de versendetes Bewerbungsfotos erforderlich.

Jahrmarkt anno dazumal – mit Kirmes der Kaiserzeit
7. – 15. April 2012, täglich 10-19 Uhr (Museum geöffnet 9-19 Uhr)
LVR-Freilichtmuseum Kommern – Rheinisches Landesmuseum für Volkskunde
Eickser Straße, 53894 Mechernich-Kommern
Eintritt: Erwachsene 5,50, Kinder u. Jugendliche unter 18 J. frei
Parkgebühr: 2,50 Euro
Anfahrtbeschreibung und Infos zur Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
www.kommern.lvr.de

Eifeler Presse Agentur/epa

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