Neuartiges Virus bei Wiederkäuern in der Eifel nachgewiesen

Bei zwei tot geborenen Lämmern im Bereich der Stadt Euskirchen wurde letzte Woche für den Kreis erstmalig das „Schmallenbergvirus“ (SBV) nachgewiesen – Friedrich-Löffler-Institut betont, dass das Virus für den Menschen ungefährlich ist

Erstmalig wurde auch im Kreis Euskirchen das Schmallenberg-Virus an Schafen nachgewiesen. Archivbild: Michael Thalken
Erstmalig wurde auch im Kreis Euskirchen das Schmallenberg-Virus an Schafen nachgewiesen. Archivbild: Michael Thalken

Eifel – Ähnlich wie beim Blauzungenvirus, so Kreisveterinär Dr. Jochen Weins, handele es sich hierbei um ein völlig neuartiges Krankheitsgeschehen, weshalb sich auch erst in den letzten Wochen erste Erkenntnisse herauskristallisiert hätten. In Fachkreisen sei aus Rinderhaltenden Betrieben bekannt, dass seit September 2011 teilweise erhebliche Leistungseinbrüche und einwöchiges Fieber bei Milchkühen festgestellt worden sei. Dazu habe keine bislang bekannte Diagnose gepasst. Auch aus den Niederlanden seien ähnliche Krankheitsbilder gemeldet worden.

„Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) hat dann aus den eingesandten Proben im November 2011 ein neues Orthobunya-Virus isoliert, das unter dem Namen Schmallenberg-Virus als Verursacher der Erkrankung infrage kommt. Damit gehört dieser Virustyp zu den Viren, die durch Insekten, in diesem Falle in erster Linie wohl durch Gnitzen (Bartmücken), übertragen werden“, so Kreisveterinär Dr. Jochen Weins.

Das FLI betont in diesem Zusammenhang, dass das Virus kein Risiko für den Menschen darstelle. „Es handelt sich nicht um Zoonoseerreger. Aufgrund der Verwandtschaft des „Schmallenberg-Virus“ zu Shamonda-, Aino- und Akabane-Virus ist auch hier nicht von einem Risiko für den Menschen auszugehen“, heißt es auf der Homepage des FLI.

Mit Beginn der Lammsaison, so Weins weiter, sei außerdem beobachtet worden, dass es vermehrt zu Missbildungen (Wirbelsäule, Gelenke, Kleinhirn) und Totgeburten bei Kälbern, Lämmern und Zicklein gekommen sei. „In den wenigen bisher bekannt gewordenen Fällen kann von einer Krankheitsrate von 20 bis 30 Prozent der derzeit geborenen Lämmer ausgegangen werden, wobei sich die Verbreitung eher auf die Grünlandregionen mit extensiver Weidehaltung zu konzentrieren scheint“, so der Kreisveterinär.

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Bisher seien in den anderen Bundesländern lediglich ca. 20 Fälle aus Niedersachsen untersucht worden, aus Rheinland-Pfalz habe man noch keine Fälle mitgeteilt. In den Niederlanden würden derzeit über 100 Fälle im Internet dokumentiert, in Belgien werde über fünf Fälle berichtet.

Das Veterinäramt des Kreises Euskirchen bittet alle Tierhalter, unter verdächtigen Symptomen frisch verendete oder getötete Jungtiere flüssigkeitsdicht zu verpacken und im Amt abzugeben, damit die Tiere im CVUA-RRW Krefeld untersucht und weitere wissenschaftliche Erkenntnisse gesammelt werden können. Hierbei sollten maximal zwei Jungtiere pro Betrieb, aus Platzgründen möglichst zeitnah vor den Kurierfahrten nach Krefeld (Dienstag 7.30 Uhr, Freitag 10 Uhr), abgegeben werden. (epa)

Quelle: Kreispressestelle Euskirchen

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