Behindertensportgemeinschaft Schleiden 1964 ist NRW-Meister im Bosseln

Schleidener Sportler setzten sich in der Endrunde in Brakel gegen 14 Konkurrenten durch

Die neuen NRW-Meister: Matthias Claßen (v.l.), Theobald Mertgens und Hans-Dieter Skrotzki. Bild: privat
Die neuen NRW-Meister: Matthias Claßen (v.l.), Theobald Mertgens und Hans-Dieter Skrotzki. Bild: privat

Schleiden – NRW-Meister im Bosseln darf sich die Behindertensportgemeinschaft Schleiden 1964 nennen. Karl Vermöhlen, Vorsitzender des Vereins und Stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Kall: „Damit sind die engagierten Sportler kreisweit die erfolgreichste Mannschaft in einem Meisterschafts­betrieb!“

Nachdem die Bosselsportler der BSG-Schleiden bei der Hinrunde in eigener Halle im Herbst 2011 noch auf dem 3. Platz gelandet waren, ging es am Samstag, 18. Februar, in Brakel (Westfalen) in die Endrunde. Zusammen mit den Teams aus Brakel, Dortmund, Erkelenz, Gelsenkirchen, der BSG Gladbeck I und II, Gütersloh, Lemgo, Nordwalde, Opladen, Paderborn, Rheine, der BSG Stolberg und dem VfB Stolberg mussten die vier Sportler der BSG-Schleiden beweisen, dass sich ihr regelmäßiges Training auszahlt.

Und dies gelang mit Bravour: Matthias Claßen (Olef), Theobald Mertgens (Dreiborn) und Hans-Dieter Skrotzki (Gemünd) schafften es die Anweisungen ihres Mannschaftsführers Karl-Heinz Klein (Mechernich-Berg) so gut umzusetzen, dass sie die Favoriten aus Brakel schlagen konnten. In den acht Endrundenspielen leisteten sie sich nur eine Niederlage und ein Unentschieden – alle anderen Spielrunden konnten die Schleidener für sich entscheiden.

Schleiden wird nun NRW bei der Deutschen Meisterschaft im Bosseln, die Ende Oktober 2012 in Wesseling ausgetragen wird, vertreten. Dies war den Behindertensportlern zuletzt 1985 gelungen, als sie für NRW in Straubing antraten. Im Jahr 1983 hatten sie die NRW-Farben in Berlin bei der Deutschen Meisterschaft vertreten.

Alle Mannschaften, die in der Hinrunde noch nicht gegeneinander gespielt haben, traten im Rahmen des Endrundenturniers in Brakel gegeneinander an. Am Turnierende erfolgte  die Generalabrechnung: Die Bosselmannschaft der BSG Schleiden hatte gewonnen!

Bosseln – was ist das eigentlich? Bosseln ist eine im Behindertenbereich weit verbreitete Sportart, die am ehesten mit Eisstockschießen oder Curling zu vergleichen ist. Unter taktischer Beratung durch den Mannschaftsführer (oft sind das Frauen, denn der Sport wird Geschlechter übergreifend durch­geführt) versuchen drei Werfer oder Werferinnen im Wettstreit mit einer anderen Mannschaft die eigenen Bosseln (das sind die aus Holz gefertigten und mit Gleitborsten versehenen „Curling-Stöcke“) möglichst nah an der Daube – einem beweglichen Zielkästchen – zu platzieren. Die gegnerische Mannschaft versucht dies durch allerlei Finessen zu verhindern. Nach sechs Durchgängen wird gezählt: Wer insgesamt die meisten Punkte gemacht hat, hat die Spielrunde gewonnen.

Wer Interesse an diesem interessanten Sport hat, kann sich bei Matthias Claßen – dem Spieler­trainer der Schleidener melden und beim Freitagstraining in der Realschulturnhalle schauen, ob er beim Bosseln mitmachen will: Telefon: 0 24 45-75 20

Eifeler Presse Agentur/epa

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