KEV will Kallmuth schöner machen

Der regionale Netzdienstleister ersetzt in einem Großprojekt wenig ansehnliche Freileitungen durch Erdkabel – Mehr Sicherheit, nur noch zwei Trafostationen und Potential für weitere Photovoltaikanlagen

Dominik Lannott, Planer bei der KEV, berichtete über die umfangreichen Arbeiten, die in Kallmuth vorgenommen werden sollen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Dominik Lannott, Planer bei der KEV, berichtete über die umfangreichen Arbeiten, die in Kallmuth vorgenommen werden sollen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Mechernich-Kallmuth – „Das für das Ortsbild nicht gerade vorteilhafte Freileitungsnetz soll in der Erde verschwinden“, berichtete Dominik Lannott (26), Planer bei der KEV (Kreis-Energie-Versorgung Schleiden) jetzt der Presse. Nur ein kleiner Teil des Ortes sei bereits mit Erdkabeln versorgt, und zwar dort, wo die KEV im Rahmen von Kanalarbeiten gleich schon Erdkabel gelegt hatte, wie Rainer Karls, Technischer Leiter und Prokurist der KEV, mitteilte.

Das soll sich in den kommenden Monaten ändern: Sobald die Witterung es zulässt, soll ein Kaller Tiefbauunternehmen die ersten Arbeiten ausführen. Dominik Lannott: „Das Freileitungsnetz stammt aus den 70er Jahren und ist sanierungsbedürftig, ebenso wie die Turmstation Lorbacher Straße.“ Neben der Turmstation gibt es noch zwei weitere Trafostationen in Kallmuth. Durch die Maßnahmen sollen es künftig nur noch zwei sein, die durch moderne Technik auch sicherer, zuverlässiger und einfacher zu warten sind. Die neuen Stationen sollen auf der Grünfläche im Bereich der Einmündung Kaller Straße – Königsfelder Straße sowie auf der Grünfläche neben dem unteren Parkplatz am Friedhof errichtet werden.

Die Rückspeisung der in Kallmuth erzeugten Erneuerbaren Energien durch Solarstrom bringe das vorhandene Netz zudem langsam an seine Grenzen.

Und so plant die KEV gleich für die Zukunft der Kallmuther, so Lannott: „Wir haben uns angeschaut, welche weiteren Dachflächen in Kallmuth noch mit Solarmodulen bestückt werden könnten und legen das neue Leitungsnetz so aus, dass es ausreichende Kapazitäten gibt.“ Zu den Erdkabeln wird außerdem noch ein Leerrohr gelegt, um im Internetzeitalter schon für künftige Kommunikationstechnik gerüstet zu sein.

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Insgesamt müssen an Versorgungsleitungen 2,2 Kilometer Mittelspannungskabel und 1,5 Kilometer Niederspannungskabel in einem Graben von etwa 2,5 Kilometer Länge verlegt werden. In den Bereichen Kaller Straße, Ringstraße, Königsfelder Straße, St. Georg Straße, Quellenstraße und Dotteler Weg werden insgesamt 51 Hausanschlüsse von der KEV kostenlos neu verkabelt – was früher wenig ansehnlich am Dachfirst ankam, verschwindet dann unsichtbar in der Erde.

Sobald alle Hausanschlüsse gelegt sind, betreibt die KEV für drei Monate aber noch Freileitungen und Erdkabel parallel, damit die Hausbesitzer genügend Zeit haben, ihren neuen Hausanschluss hausintern neu verkabeln zu lassen. Rainer Karls: „Das ist gesetzlich so geregelt: Die Verkabelung muss durch einen konzessionierten Elektro-Installateurmeister ausgeführt werden und geht als einziger Teil der Maßnahmen zu Lasten des Hauseigentümers. Die Elektrofachkraft setzt auch die Sicherungen ein und verplombt Hausanschlusskasten und Zähler.“

Mitarbeiter der KEV gingen von Haus zu Haus und würden einen kostenlosen Zusatzservice anbieten: „Gemeinsam mit dem Eigentümer geben wir auf Wunsch Tipps für die kostengünstigste Verkabelung im Haus“, so Karls.

Sind dann alle Häuser komplett neu angeschlossen, soll mit der Demontage der Freileitungen begonnen werden. Dominik Lannott: „Diese haben eine Gesamtlänge von 2000 Metern, außerdem werden alle zu erneuernden Freileitungshausanschlüsse demontiert.“

Voraussichtlich Ende Juli sollen alle Erdkabelanschlüsse gelegt sein, so dass ab November die Freileitungen abgebaut werden, wenn die Witterung es zulässt.

Die Maßnahme erfolgt in drei Abschnitten: Zuerst soll die Station Lorbacher Straße versorgt und die Häuser mit Freilandanschluss in der St.-Georg Straße verkabelt werden. Dann ist die Station Kaller Straße sowie die Hausanschlüsse Dotteler Weg, Ringstraße und Quellenstraße dran. Im dritten Abschnitt werden die Hausanschlüsse Kaller Straße und Königsfelder Straße gelegt. Die Inbetriebnahme ist für den 31. Juli geplant. Nach Inbetriebnahme des Erdkabels wird jeder Hausanschluss von einem KEV-Techniker überprüft, verspricht Rainer Karls.

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Bei den Arbeiten am Netz muss selbstverständlich auch ab und an der Strom abgeschaltet werden. Die Kallmuther werden davon aber nichts bemerken, da die Stromversorgung in diesen Fällen über ein Notstromaggregat laufen wird. Für diese Zeit ist es allerdings nicht möglich, Strom aus Photovoltaikanlagen ins Netz einzuspeisen. „Wir werden für das Abschalten aber nicht gerade die sonnigsten Tage aussuchen“, so Rainer Karls. Auch werde die Stromeinspeisung höchsten zwei bis drei Mal während des Bauprojekts unterbrochen.

Eifeler Presse Agentur/epa

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