„Klimaschutz made in NRW“

Umweltminister Johannes Remmel besuchte den vom Euskirchener Unternehmen „F&S solar concept“ errichteten Solarpark in Inden – Ziel des Besuchs war es unter anderem, das Augenmerk auf innovative Firmen im Bereich der Wirtschaft zu lenken

Umweltminister Johannes Remmel (Mitte) stellte im Solarpark Inden zum ersten Mal den neuen Slogan „Klimaschutz made in NRW“ vor, der die Energiewende beschleunigen soll. F&S-Geschäftsführer Georg Schmiedel (links) und Landrat Wolfgang Spelthahn (rechts) verpsrachen, das Schild am Solarpark anbringen zu lassen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Umweltminister Johannes Remmel (Mitte) stellte im Solarpark Inden zum ersten Mal den neuen Slogan „Klimaschutz made in NRW“ vor, der die Energiewende beschleunigen soll. F&S-Geschäftsführer Georg Schmiedel (links) und Landrat Wolfgang Spelthahn (rechts) versprachen, das Schild am Solarpark anbringen zu lassen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Inden/Euskirchen – Der nordrhein-westfälische Umwelt- und Klimaschutzminister Johannes Remmel besuchte am Mittwoch im Rahmen seiner Klimaschutztour den derzeit größten Solarpark in NRW in Inden. Bevor der Park selbst in Augenschein genommen wurde, erstieg der Minister mit einem Tross von Politikern, Unternehmern, Mitarbeitern der EnergieAgentur NRW und zahlreichen Journalisten den Großen Indemann, eine 36 Meter hohe Aussichtsplattform, von der aus man einen Rundumblick über den Braunkohleabbau Inden sowie auf das Braunkohlenkraftwerk Weisweiler hat.

Doch nicht, um sich Energieerzeugung aus fossilen Brennstoffen anzuschauen, war der Umweltminister nach Inden gereist, sondern um einen „bedeutenden Beitrag zur beschleunigten Energiewende“ zu loben, ein Projekt, das Energie erzeugt und dabei anders als die Braunkohleverstromung die Umwelt schützt. „Das ist Klimaschutz made in NRW“, sagte Johannes Remmel und hatte dazu auch gleich ein passendes Schild mitgebracht, auf dem der neue Slogan, der die Energiewende weiter beschleunigen will, zu lesen war, und der am Mittwoch erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

„F&S“-Geschäftsführer Georg Schmiedel informierte Umweltminister Johannes Remmel über das Solarprojekt in Inden, das für mindestens 30 Jahre sauberen Strom für 1000 Haushalte liefert. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
„F&S“-Geschäftsführer Georg Schmiedel informierte Umweltminister Johannes Remmel über das Solarprojekt in Inden, das für mindestens 30 Jahre sauberen Strom für 1000 Haushalte liefert. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Gastgeber des Ministers waren der Landrat des Kreises Düren, Wolfgang Spelthahn, sowie Mitglieder der von ihm gegründeten Gesellschaft RurEnergie (bestehend aus der örtlichen Sparkasse und den Stadtwerken) und Indens Bürgermeister Ulrich Schuster. Gemeinsam mit dem Euskirchener Unternehmen „F&S solar concept“ betreibt die RurEnergie den Indener Solarpark. Dieser, so war von der Plattform aus zu sehen, liegt direkt am Fuße des Braunkohlenkraftwerks Weisweiler und ist somit zugleich auch Sinnbild eines Wandels: Statt klimaschädlicher fossiler Energiegewinnung, die in Inden einhergeht mit der Zerstörung eines kompletten Landschaftsbildes und der Umsiedelung ganzer Ortschaften, ist Sonnenenergie, so definierte es der Geschäftsführer von „F&S solar concept“, Georg Schmiedel: „sauber, sicher, dezentral und unerschöpflich“. Der Solarpark, so Schmiedel weiter, werde für die nächsten 30 Jahre absolut sauberen und sicheren Solarstrom produzieren und das geräuschlos und auf einer ansonsten unbrauchbaren ehemaligen Deponie-Fläche.

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„F&S“-Geschäftsführer Georg Schmiedel (rechts) und Landrat Wolfgang Spelthahn (Mitte) führten Umweltminister Johannes Remmel (links) durch NRWs größten Solarpark in Inden. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
„F&S“-Geschäftsführer Georg Schmiedel (2. v. rechts) und Landrat Wolfgang Spelthahn (Mitte) führten Umweltminister Johannes Remmel (links) durch NRWs größten Solarpark in Inden. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Bezüglich der derzeitigen Kritik an der Vergütung des Solarstroms machte Schmiedel deutlich, dass der Energieversorger, der den Sonnenstrom abnimmt, in der Tat mehr dafür zahlt, als er an der Strombörse für Strom zahlen müsste. Der Strompreis, der hierbei ins Verhältnis gesetzt werde, beziehe sich aber auf Atom- oder Kohlestrom und berücksichtige nicht die enormen Folgekosten, die durch diese Form der Stromgewinnung entstünden. „Und wenn ich hier von Kosten spreche, dann meine ich die Hunderte Milliarden, die weltweit für die Folgen der Klimakatastrophen und für den Schutz des Klimas ausgegeben werden“, so Schmiedel.
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Johannes Remmel brach während der elften Etappe seiner Klimaschutztour eine Lanze für die Photovoltaik, die eine einzigartige Erfolgsgeschichte in NRW sei. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Dem konnte sich der Umweltminister nur anschließen. „Auch ich kann über die kritischen Diskussionen rund um den Solarstrom nur den Kopf schütteln“, sagte er. „Da wird eine ganze Branche angegriffen und kleinzureden versucht. Und dabei müssten wir eigentlich über deren Erfolgsgeschichte reden!“ Remmel zeigte sich überzeugt, dass der Strom vom Dach eines Einfamilienhauses auf Dauer kostengünstiger sein werde als der aus der Steckdose, so dass man in absehbarer Zeit auf ein Umlagesystem werde verzichten können. Die Einspeisevergütung nannte er eine „gewaltige Markteinführungsstrategie, die gelungen ist“. Man könne heute geradezu von einem Solarstandort NRW sprechen, der sich in auch in Forschung und Technik sowie Herstellung einen Namen gemacht habe.

Einig waren sich alle Beteiligten darin, dass bei Projekten in Erneuerbaren Energien die Bürgerbeteiligung das A und O ist. Landrat Spelthahn betonte, dass die Bürger sehr an solchen Projekten interessiert seien. Man hätte für den Solarpark Inden in kurzer Zeit mehr Kapital akquirieren können als überhaupt nötig gewesen sei. Johannes Remmel fügte hinzu: „Klimaschutz wächst von unten. Die Energiewende kann nur als Gemeinschaftswerk gelingen.“

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Bevor es in den Solarpark Inden ging, warf der Umweltminister einen Blick vom Großen Indemann auf das durch den Braunkohleabbau gezeichnete Gebiet.  Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Bevor es in den Solarpark Inden ging, warf der Umweltminister einen Blick vom Großen Indemann auf das durch den Braunkohleabbau gezeichnete Gebiet. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Der Minister lobte ausdrücklich das Engagement aller Akteure, die den Solarpark Inden mit seiner 3,8 MWp Leistung ermöglicht haben. „Allein mit dieser Anlage lassen sich 1000 Haushalte klimaverträglich mit Strom versorgen“, so der Minister. Insgesamt würden auf diese Weise 2400 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr verhindert. Neben dem Klimaschutz erfülle der Solarpark aber noch eine weitere wichtige Funktion: „Investitionen in erneuerbare Energien schaffen Wertschöpfung in der Region“, so der Minister.

Der Besuch in Inden war die elfte Etappe der Klimaschutztour von Johannes Remmel. Mit der Tour möchte der Minister das Augenmerk der Öffentlichkeit auf wichtige Zukunftstechnologien, Wachstumsmärkte und innovative Firmen im Bereich der Wirtschaft lenken, zudem aber auch wichtige Projekte des Klimaschutzes und der Anpassung an den Klimawandel präsentieren.

Bei einer anschließenden Begehung des Solarparks Inden konnte F&S-Geschäftsführer Georg Schmiedel dem Minister die 16.236 Solarmodule auf gut 100.000 Quadratmetern Freifläche aus der Nähe vorstellen. So erfuhr der Minister auch, dass schon beim Bau des Sonnenkraftwerks ökologisch korrekt gehandelt wurde: So verbaute man nicht nur recycelbare und schwermetallfreie Module, sondern nahm auch auf brütende Schwarzkehlchen Rücksicht, die ihr Brutgeschäft zunächst noch erledigen durften, bevor der Solarpark fertiggestellt werden konnte.

Eifeler Presse Agentur/epa

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