Puppenstuben bieten Einblick in frühere Lebensverhältnisse

LVR-Freilichtmuseum Kommern verlängert die beiden Sonderausstellungen „Verborgene Schätze“ und „Schöne kleine Welt“

Ein Blick in die kleine Puppenküche sagt auch viel über die Lebenswirklichkeit in Biedermeier und Gründerzeit aus. Bild: LVR-Freilichtmuseum Kommern
Ein Blick in die kleine Puppenküche sagt auch viel über die Lebenswirklichkeit in Biedermeier und Gründerzeit aus. Bild: LVR

Kommern – Wegen des großen Publikumsinteresses verlängert das LVR-Freilichtmuseum Kommern seine beiden Sonderausstellungen. Die „Schöne kleine Welt“ der Puppenstuben-, -küchen und –häuser wird bis 31. Dezember 2012 verlängert, die Ausstellung „Verborgene Schätze. 50 Jahre – 50 Themen“ bis 30. September.

Mit „Schöne kleine Welt. Traumstuben im Kinderzimmer“ war das Freilichtmuseum einem von Museumskennern immer wieder geäußerten Wunsch nachgekommen, die Schätze aus seinen umfangreichen Puppenstubensammlungen zu zeigen.

„Unter den Kollektionen befindet sich auch die Sammlung Maria Junghanns, die einst zur zweitgrößten nach dem Puppenstubenbestand des englischen Königshauses zählte“, berichtet der stellvertretende Museumleiter Dr. Michael H. Faber. In der jetzigen Ausstellung seien die Stuben, Küchen, Kaufläden und Häuser en miniature in einen gesellschaftsgeschichtlichen Zusammenhang gestellt worden. Faber: „So berichten sie über die Lebensverhältnisse des Bürgertums und ihrer Dienstboten in Biedermeier und Gründerzeit und verweisen auf ihre Funktion zur Vorbereitung der Kinder auf ihre späteren Rollen als ‚Hausfrauen‘ und ‚Hausherren‘.“

In der Ausstellung "Verborgene Schätze" gibt es unter anderem historische Kleidungsstücke zu sehen. Bild: LVR-Freilichtmuseum Kommern
In der Ausstellung "Verborgene Schätze" gibt es unter anderem historische Kleidungsstücke zu sehen. Bild: Hans-Theo Gerhards/LVR

Die Ausstellung „Verborgene Schätze“ bringt hingegen unterschiedlichste Objekte aus dem Museumsdepot an Tageslicht, die aufgrund ihrer Thematik oder aber aus konservatorischen Gründen nicht permanent gezeigt werden können: historische Kleidungsstücke sind da ebenso zu sehen wie wertvolle Keramik oder eines der bedeutsamsten Bücher über die Nutzung von Kräutern aus dem 16. Jahrhundert.

Aber auch draußen im Freigelände setzt sich diese Ausstellung fort: So wird auf Besonderheiten an und in den historischen Bauten aufmerksam gemacht, die sonst nicht ins Auge fallen. Das können zum Beispiel Spuren sein, die auf eine frühere Baugestaltung hinweisen. Die Ausstellung war im vergangenen Jahr aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des zweitältesten Freilichtmuseums Deutschlands gestartet worden.

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