45 Kaller Unternehmer frühstückten im Rathaus

Mit Bildergalerie Gastreferent Rainer Schmidt-Illguth erläuterte die dringende Notwendigkeit, ein Einzelhandelsentwicklungskonzept für die Gemeinde Kall auf den Weg zu bringen

Rainer Schmidt-Illguth (vorne) erklärte, warum ein Einzelhandelsentwicklungskonzept für die Gemeinde Kall dringend notwendig ist. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Rainer Schmidt-Illguth (vorne) erklärte, warum ein Einzelhandelsentwicklungskonzept für die Gemeinde Kall dringend notwendig ist. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Kall –  45 Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Gemeinde Kall strömten am Donnerstagmorgen bereits um  8 Uhr in der Früh ins örtliche Rathaus. Ihr Ziel war das „Unternehmerfrühstück“, zu dem Bürgermeister Herbert Radermacher und der Erste Beigeordnete Alfred Schmidt eingeladen hatten. „Früher haben wir so etwas einen Runden Tisch genannt, doch die Zeiten ändern sich“, begrüßte der Bürgermeister die Gäste.

Die Idee zum Unternehmerfrühstück stammte von Alfred Schmidt. Da in sein umfangreiches Aufgabenfeld auch die Wirtschaftsförderung fällt, hatte er seit Beginn seiner Amtszeit viel Wert darauf gelegt, die Unternehmer in Kall persönlich kennenzulernen. Dabei stellt er jedoch sehr rasch fest, dass die Unternehmer sich zum Teil untereinander kaum kannten. Sein Ziel war es fortan, die Gewerbetreibenden intensiver miteinander zu vernetzen und bekannt zu machen.

Markus Auel, Alfred Schmidt, Rainer Schmidt-Illguth, Herbert Radermacher und Bernd Becker (v.l.) begrüßten die zahlreichen Gewerbetreibenden zum ersten Unternehmerfrühstück in der Gemeinde Kall. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Markus Auel, Alfred Schmidt, Rainer Schmidt-Illguth, Herbert Radermacher und Bernd Becker (v.l.) begrüßten die zahlreichen Gewerbetreibenden zum ersten Unternehmerfrühstück in der Gemeinde Kall. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Das Unternehmerfrühstück bei Kaffee und Brötchen bot dazu offensichtlich einen willkommenen Anlass. „Ich möchte, dass wir uns in Zukunft nicht nur regelmäßig hier im Rathaus treffen, sondern auch – soweit dies Ihre Räumlichkeiten zulassen – vor Ort in den Betrieben“, so Schmidt.  Dort könnten sich die einzelnen Unternehmer dann selber vorstellen und auch aktuelle Schwierigkeiten aufzeigen. Denn manche Probleme seien keinesfalls nur hausintern, sondern sie gingen oft alle an.

So dürfte auch das geplante Einzelhandelsentwicklungskonzept, welches die Gemeinde Kall bei der BBE Handelsberatung in Auftrag gegeben hat, von allgemeinem Interesse sein. „Alleine können wir ein so anspruchsvolles und vielschichtiges Konzept nicht erstellen“, teilte Bürgermeister Radermacher mit. Aus diesem Grund habe man sich Sachverstand eingekauft. Dabei machte die Gemeinde gleich Nägel mit Köpfen und holte sich zusätzlich noch die Planungs- und Entwicklungsgesellschaft Becker mit ins Boot, die ihren Sitz in Kall hat, und sich mit den Kaller Gegebenheiten besonders gut auskennt.

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[nggallery id=8]Alfred Schmidt nutzte die Gelegenheit des ersten Unternehmerfrühstücks, um den Anwesenden die Notwendigkeit des Einzelhandelskonzepts erläutern zu lassen. Dazu hatte er Rainer Schmidt-Illguth von der BBE als Gastreferenten eingeladen. Schmidt-Illguth berichtete, dass es vorrangig um die Darstellung des Kaller Gewerbegebiets gehe. Hier habe man das Problem, dass dieses Gebiet im Regionalplan als „GIB – Gewerbe- und Industrieansiedlungsbereich“ definiert sei. Dies stelle ein Ziel der Raumordnung dar, an das die kommunale Bauleitplanung angepasst werden müsse. „Deshalb werden im Rahmen des Regionalplans nur Bebauungspläne möglich, die die zulässigen Einzelhandelsnutzungen auf den heutige Bestand festschreiben“, so der Experte.

Nach dem Vortrag von Rainer Schmidt-Illguth nutzten die Unternehmerinnen und Unternehmer die Gelegenheit zum gemeinsamen Kennenlernen. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Nach dem Vortrag von Rainer Schmidt-Illguth nutzten die Unternehmerinnen und Unternehmer die Gelegenheit zum gemeinsamen Kennenlernen. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Gleichzeitig jedoch werde der Landesentwicklungsplan weiter fortgeschrieben, in denen die Kommunen verpflichtet werden sollen, der Entstehung und Ausweitung bestehender zentrenschädlicher Anhäufungen von  Einzelhandelsgeschäften auf der grünen Wiese entgegenzuwirken.

„Das Problem für Sie als Kommune ist daher, dass ohne Einzelhandelskonzept ein Stillstand in der Bauleitplanung droht“, so Schmidt-Illguth. Die Bezirksregierung werde ohne ein solches Konzept mit der Gemeinde Kall über Änderungen im Flächennutzungsplan kaum noch sprechen.

Um dieses Konzept auf den Weg zu bringen, appellierte Schmidt-Illguth an alle Unternehmerinnen und Unternehmer, in einem ersten Schritt gemeinsam mit der BBE die Einzelhandels- und Verkaufsflächen zu erfassen. Dabei sicherte er strengen Datenschutz zu. Sodann müssten gemeinsam mit allen Akteuren die zentrenrelevanten Sortimente bestimmt werden. Als Beispiel fügte Schmidt-Illguth an, dass man unter anderem fragen könne, ob Lampen und Leuchten zentrenrelevant seien. Wenn ja, so dürfe beispielsweise ein Möbelhaus im Gewerbegebiet nur auf einer Fläche von zehn Prozent seiner Gesamtfläche unter anderem noch Lampen und Leuchten anbieten.

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Das Thema ist insgesamt sehr diffus und komplex, und Bürgermeister Radermacher und Alfred Schmidt dürften gut daran getan haben, Unternehmer bereits  jetzt im Anfangsstadium des Einzelhandelsentwicklungskonzepts zur Mitarbeit zu animieren. „Denn dem großflächigen Einzelhandel in Kall droht der Genehmigungsstillstand“, brachte es Schmidt-Illguth auf den Punkt. Unsicherheiten im planungsrechtlichen Genehmigungsstatus hätten darüber hinaus auch Auswirkungen auf Grundstückswerte. Denn niemand würde ein Grundstück erwerben, wenn er nicht vorher wisse, was er dort im Einzelnen tun und lassen dürfe.

„Ein sauberer Flächennutzungsplan ist deshalb im Interesse von jedem. Und daran mitzuwirken ist die Pflichtaufgabe aller Einzelhandelsunternehmen“, so der BBE-Vertreter. Herbert Radermacher appellierte ebenfalls an die Unternehmerinnen und Unternehmer, mitzuarbeiten und so gemeinsam die Gemeinde Kall ein Stück weit nach vorne zu bringen. „Sonst bleiben wir auf der Strecke“, mahnte der Bürgermeister abschließend.

Eifeler Presse Agentur/epa

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