„Die Transportkinder aus Bonn“

Vortrag und Schulprojekt beschäftigen sich mit „Kinder- und Jugendeuthanasie im Nationalsozialismus “ – Realschule Mechernich kooperierte mit dem LVR-Freilichtmuseum Kommern

Ein in Beton gegossener Bus in der ehemaligen Zufahrt des Zentrums für Psychiatrie Weissenau bei Ravensburg. Bild: Andreas Knitz/Hoheisel&Knitz
Ein in Beton gegossener Bus in der ehemaligen Zufahrt des Zentrums für Psychiatrie Weissenau bei Ravensburg. Bild: Andreas Knitz/Hoheisel&Knitz

Schleiden-Vogelsang – Im Rahmenprogramm des Landschaftsverband Rheinland (LVR) zum Denkmal der „Grauen Busse“ referiert Linda Orth in einem Vortrag über „Die Transportkinder aus Bonn – Kinder- und Jugendeuthanasie im Nationalsozialismus“ am Donnerstag, 29. März, 18.30 Uhr, in vogelsang ip. Den Gegenwarts- und Regionalbezug des Themas stellen Schüler der Realschule Mechernich in ihrem Kooperationsprojekt mit dem LVR-Freilichtmuseum Kommern her. Ihre Ausstellung dokumentiert den Umgang mit behinderten Menschen im Rheinland früher und heute. Der Abend ist für alle offen, der Eintritt frei.

Als Zuständige für das Archiv und die medizinhistorische Sammlung der LVR-Klinik Bonn beleuchtet Linda Orth den Transport von Kindern mit geistigen und körperlichen Behinderungen in die NS-Vernichtungsanlagen, einen wichtigen, aber lange kaum beachteten Aspekt der NS-Psychatriegeschichte. Von den Krankenfahrzeugen der „Gemeinnützigen Krankentransport GmbH“, den „Grauen Bussen“, wurden sie wie viele erwachsene Psychiatriepatientinnen und –patienten während der so genannten „Euthanasie-Aktion T4“ der Nationalsozialisten deportiert und später umgebracht.

Orth stellt in ihrem Vortrag besonders die Frage nach den Tätern. Wer war verantwortlich für diesen menschenvernichtenden „Verwaltungsakt“?

Schüler und Schülerinnen der 10. Klasse aus Mechernich stellten den Gegenwartsbezug des Vortragsabends her: Im Biologieunterricht zum Thema „Genetik“ hinterfragten sie kritisch die systematische Ermordung aufgrund von Erbkrankheiten und recherchierten den heutigen „Umgang mit Handicaps“.

Mit diesem Vortragsangebot arbeitet der LVR auch die eigene regionale Geschichte auf, denn allein im Rheinland fielen der „Euthanasie“ fast 10.000 Menschen zum Opfer.

Mehr Infos zum Denkmal „Graue Busse“: www.dasdenkmaldergrauenbusse.de.

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