Feuer und Rauch auf Knopfdruck

Kreis Düren verfügt jetzt über eine Brandsimulationsanlage – Auch die Feuerwehrkollegen aus dem Kreis Euskirchen dürfen hier üben – Dürener investierten 900.000 Euro

In den drei begehbaren Containern werden drei Brandszenarien dargestellt: Küche, Wohnzimmer und Garage.
In den drei begehbaren Containern werden drei Brandszenarien dargestellt: Küche, Wohnzimmer und Garage. Bild: Kreis Düren

Kreis Düren/Kreis Euskirchen – Wenn ein Haus brennt, ist der undurchsichtige, tödliche Rauch die größte Gefahr für die Menschen; für die Feuerwehr zählt dann jede Sekunde. Um für diesen Ernstfall gerüstet zu sein, müssen Atemschutzträger regelmäßig unter realistischen Einsatzbedingungen trainieren.

Dafür fuhren die rund 1400 freiwilligen Feuerwehrleute aus dem Kreis Düren bislang in die Niederlande zu der für sie nächstgelegenen zugänglichen Übungsanlage. Ab sofort können sie vor der Haustür trainieren: Am Mittwoch überreichte Landrat Wolfgang Spelthahn dem Stellvertretenden Kreisbrandmeister Hans-Peter Herkenrath das Steuerpult für die Brandsimulationsanlage im Feuerschutztechnischen Zentrum (FTZ) des Kreises Düren in Stockheim.

Um den Ernstfall möglichst realistisch zu üben, erscheinen in der Brandsimulationsanlage des Kreises Düren auf Knopfdruck Feuer und Rauch. Bild: Kreis Düren
Um den Ernstfall möglichst realistisch zu üben, erscheinen in der Brandsimulationsanlage des Kreises Düren auf Knopfdruck Feuer und Rauch. Bild: Kreis Düren

Dort wurden drei Spezialcontainer installiert, in denen Feuer und Rauchnebel auf Knopfdruck erscheinen. Garage, Küche und Wohnzimmer sind als Übungsszenarien vorhanden. Wie die Feuerwehrleute im Übungscontainer vorgehen, dies wird genau dokumentiert, damit in der Manöverkritik aus möglichen Fehlern gelernt werden kann. Anders als im Ernstfall gibt es im FTZ eine zweite Chance. Die Steuerung der Gasbrenner ermöglicht es, Brandsituationen exakt zu wiederholen.

900.000 Euro hat der Kreis Düren in das Projekt investiert, das unter Federführung der kreiseigenen GIS mbH, Gesellschaft für Infrastrukturvermögen, umgesetzt wurde. „Dieses Geld ist gut angelegt: Indem wir für die Feuerwehrleute bestmögliche Trainingsbedingungen geschaffen haben, erhöhen wir letztlich die Sicherheit für unsere Bürgerinnen und Bürger“, stellte der Landrat bei offiziellen Übergabe fest.

Während aus der Brandsimulationsanlage schon Rauch quillt, überreicht Landrat Wolfgang Spelthahn dem Stellvertretenden Kreisbrandmeister Hans-Peter Herkenrath das Steuerpult, mit dem sich das Feuer manuell an- und abstellen lässt. Bild: Kreis Düren
Während aus der Brandsimulationsanlage schon Rauch quillt, überreicht Landrat Wolfgang Spelthahn dem Stellvertretenden Kreisbrandmeister Hans-Peter Herkenrath das Steuerpult, mit dem sich das Feuer manuell an- und abstellen lässt. Bild: Kreis Düren

Dazu waren nicht nur zahlreiche Bürgermeister erschienen, sondern auch Vertreter der Kreise Euskirchen und Heinsberg sowie der Städteregion Aachen. Deren Freiwilligen Feuerwehren werden die Brandsimulationsanlage künftig ebenfalls nutzen, dadurch kürzere Wege haben und letztlich zur Kostendeckung beitragen. Das gleiche gilt auch für die Werksfeuerwehren von SIG Combibloc, dem Forschungszentrum Jülich, Neapco sowie RWE Power.

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Die Container leiden unter dem Dauerfeuer übrigens nicht. Einen Mehrwert für die Ausbildung der Feuerwehrleute stellen zudem die Begehbarkeit der Dächer und die zahlreichen Angriffswege dar. Zudem wurde eine überirdische Kanal- und Schachtanlage mit der Brandsimulationsanlage kombiniert.

Für die ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute waren die „Auslandseinsätze“ in Margraten bislang immer mit viel Zeit, Fahrt und Materialaufwand verbunden. Die Übung unter realistischen Einsatzbedingungen ist für Atemschutzträger einmal pro Jahr vorgeschrieben.

(Quelle: Kreis Düren)

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