Kein Freigang für Zehntausende von Puten

Antrag auf Mastanlage in Wachendorf liegt vor – Zwei Stallgebäude für 26 600 Tiere in Planung

Bislang ist Wachendorf vor allem wegen der Bruder-Klaus-Kapelle weltweit bekannt. Bürger befürchten, dass die Landschaftsidylle jetzt durch eine Putenmastanlage zerstört werden könnte. Bild: Michael Thalken
Bislang ist Wachendorf vor allem wegen der Bruder-Klaus-Kapelle weltweit bekannt. Die geplante Putenmastanlage will vielen Bürgern nicht ins Bild passen. Viele wehren sich allerdings grundsätzlich gegen Massentierhaltung. Bild: Michael Thalken

Mechernich-Wachendorf – Der Antrag auf Genehmigung einer Putenmastanlage in Mechernich-Wachendorf liegt jetzt vor. Dies gab Kreispressesprecher  Walter Thomaßen bekannt. „Am 5. März wurde beim Immissionsschutz-Team des Kreises Euskirchen ein Antrag auf Genehmigung einer Putenmastanlage eingereicht“, so Thomaßen. Die Anlage soll in Mechernich-Wachendorf errichtet werden. Es seien zwei Stallgebäude geplant, in denen insgesamt 26 600 Tiere untergebracht werden sollen.

Die Kreispressstelle gibt weiter bekannt, dass der Mastbetrieb in Bodenhaltung in den beiden Ställen betrieben werden soll und betont: „Eine auch nur kurzzeitige Freilandhaltung findet weder während der Mast noch bei der Reinigung der Ställe statt.“

Das Immissionsschutz-Team werde nun das Prüfverfahren unter Einschaltung der notwendigen Fachbehörden, die sogenannte „Beteiligung der Träger öffentlicher Belange“, einleiten. Solche Behörden sind beispielsweise in der Kreisverwaltung selber die Veterinärabteilung, die Gesundheitsabteilung, die Untere Wasserbehörde oder auch die Untere Landschaftsbehörde.

Externe Behörden sind unter anderem die betroffene Kommune, hier die Stadt Mechernich, sowie der Arbeitsschutz und der große Bereich des Umweltschutzes. Dort seien Fragen zu den Geräusch- und Geruchsimmissionen oder auch zur Entsorgungsproblematik des anfallenden Mistes zu klären.

„Dem Antrag sind bereits diverse Gutachten und Stellungnahmen beigefügt, die diese und andere Problematiken schon geprüft und bewertet haben“, so Thomaßen weiter.

Die Entscheidung über den Antrag werde voraussichtlich einige Monate in Anspruch nehmen.

In Wachendorf kämpft seit Monaten eine Bürgerinitiative gegen die geplante Tiermast. Das Problem erklärt die Bürgerinitiative so: „Der Investor ist ein ortsansässiger Landwirt. Landwirte haben nach dem Baurecht eine Privilegierung, die ihnen gestattet, im Außenbereich zu bauen.“

Die Bürgerinitiative ist allerdings der Meinung, dass diese Privilegierung vom Investor „missbräuchlich genutzt“ werde, „denn es handelt sich bei seinem Vorhaben unserer Meinung nach um den Neubau einer industriellen Massentierzuchtanlage“.

Der geplante Standort liege in der Antweiler Senke in umittelbarer Nähe zu den Orten Antweiler und Wachendorf. Der Abstand zur nächsten Wohnbebauung betrage  200 Meter, der zur Kirche und zum Ortsrand Antweiler 350 Meter.

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www.putenfabrikneindanke.de

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2 Gedanken zu „Kein Freigang für Zehntausende von Puten“

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich schreibe Ihnen heute aus unseren kleinen Schachdorf Ströbeck. (1200 Einwohner) Unser Dorf liegt am Fuße des Harzes. Wir stehen derzeit vor einer ähnlichen Herausforderung wie Sie im letzten Jahr. Am Rand unseres Dorfes soll eine Putenmastanlage mit einer Kapazität von 50.000 Tieren errichtet werden. Momentan gründet sich ein Bürgerverein, um dies zu verhindern.

    mit freundlichen Grüßen

    Olaf Mann

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