Kommt der Wolf auch zurück in die Eifel?

Im Westerwald wurde jetzt das erste freilaufende Exemplar entdeckt – Auch Nationalpark Eifel ist potenzielles „Wolfserwartungsland“

So sieht er aus: Der erste Wolf, der jetzt im Westerwald fotografiert wurde. Bild: Uli Stadler/NABU
So sieht er aus: Der erste Wolf, der jetzt im Westerwald fotografiert wurde. Bild: Uli Stadler/NABU

Westerwald/Eifel – In der Nähe von Steimel in Rheinland-Pfalz ist jetzt ein wolfsähnliches Tier beobachtet und fotografiert worden. Nach Einschätzung des NABU handelt es sich bei dem abgelichteten Tier tatsächlich um einen Wolf. „Es sind die typischen Fellzeichnungen zu erkennen, wie etwa der weiße Bereich um die Schnauze. Auch die Tatsache, dass das Tier die große Distanz zum Menschen aufrechterhalten hat, spricht für einen Wolf“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke in einer Pressemitteilung.

Siegfried Schuch, Vorsitzender des NABU Rheinland-Pfalz, freut sich über die Rückkehr des Wolfes und verweist die Geschichte vom „bösen Wolf“ ins Reich der Märchen: „Wölfe sehen in uns Menschen keine Beute. Seit seiner Rückkehr nach Deutschland ist es zu keiner Situation gekommen, bei der sich ein Wolf irgendwie aggressiv einem Menschen genähert hat. Eine erfolgreiche Nachbarschaft von Mensch und Wolf ist möglich.“

Der Wolf, so der NABU weiter, habe sich in einem Gebiet nahe der Landesgrenzen zu Nordrhein-Westfalen (16 Kilometer) und Hessen (27 Kilometer) aufgehalten. NABU-Wolfsexperte Markus Bathen gehe daher von einem typischen Wanderwolf aus. Noch offen sei, ob sich das Tier im Westerwald niederlassen werde oder ob es immer noch auf Wanderschaft sei. Die Tageslaufleistung eines Wolfs betrage 40 bis 75 Kilometer.

Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU Nordrhein-Westfalen und Gerhard Eppler, Vorsitzender des NABU Hessen, sehen ihre Bundesländer deshalb ebenfalls als potenzielle Heimat für das Tier: „Auch Nordrhein-Westfalen und Hessen haben wolfsgeeignete Lebensräume und gelten daher als Wolfserwartungsland. Sollte der Wolf weiterwandern und zu uns kommen, heißen auch wir ihn Willkommen“, so die beiden.

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„Wölfe leben seit dem Jahr 2000 wieder in Deutschland. Derzeit haben sie mit 14 Rudeln in den neuen Bundesländern den ersten kleinen Trittstein eines Deutschen Wolfsbestandes geschaffen“, informiert der NABU. Junge Wölfe würden das Rudel verlassen, wenn sie geschlechtsreif seien und wanderten weite Strecken, um neue, noch wolfsfreie Gebiete zu besiedeln. 2009 habe ein Wolf aus der Lausitz über 1500 Kilometer bis Weißrussland zurückgelegt. „Ein Wolf im Westerwald ist für uns keine Überraschung. Abgesehen von den Straßen, die er lebend überwinden muss, sind die 500 Kilometer von der Lausitz für Wölfe eine leicht zu überbrückende Entfernung“, so NABU-Wolfsexperte Markus Bathen.

Der NABU begleitet seit 2005 die selbstständige Rückkehr des Wolfes nach Deutschland. In einem Projektbüro im Wolfsgebiet Lausitz werden die Erfahrungen mit dem Wolf gesammelt. Bundesweit informiert der NABU über die Rückkehr des scheuen Beutegreifers. Begegnungen von Mensch und Wolf seien vor allem für die Wölfe gefährlich: „2011 wurden acht Wölfe durch Verkehrsunfälle getötet sowie ein illegal geschossener Wolf aufgefunden“, so der NABU.

In den östlichen Bundesländern gibt es sechs streng geschützte Wolfsrudel, die dort meist auf dem Gelände ehemaliger Truppenübungsplätze leben. Dass es den Urahn des Hundes auch nach Westen ziehe, bewiesen jüngste Funde zweier toter Tiere. Ein Wolf sei an der Grenze zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gefunden worden.

Ob und wann der Wolf auch einmal den Weg zurück in die Eifel schafft, ist noch fraglich. Im Nationalpark Eifel wäre er allerdings willkommen. Das größte Problem für den Vorläufer des Hundes ist allerdings das sehr hohe Verkehrsaufkommen an der Rheinschiene. Der Wolf müsste zahllose Straßen und Autobahnen überqueren. Hilfreich sind ihm allerdings Wildbrücken, wie sie jetzt über die A 1 bei Engelgau gebaut wurden. Je mehr solcher Brücken einmal existieren, desto größer dürfte die Wahrscheinlichkeit sein, dass der Wolf auch eines Tages wieder in der Nordeifel auftaucht.

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www.nabu.de

(Quelle: NABU)

3 Gedanken zu „Kommt der Wolf auch zurück in die Eifel?“

  1. die grössten Gefahren gehen vom Menschen aus, meisstens Strassenverkehr aber auch
    von den Jägern. Ich höre wie viele von denen schon mit den Hufen scharren um einen Wolf zu erlegen….Offiziell war es dann ein Unfall oder Versehen, ist doch klar! oder?

  2. …nach der zwei mal entdeckten „Schnürfährte“ im Schnee, d. h. abwechselnd links und rechts mit doppeltem, leicht versetztem
    Pfotenabdruck müsste es eigentlich die originale Wolfsfährte
    sein – dies geschah in der Waldgegend östlich von Kelberg/Eifel.

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