Neues Kino und EnerKom lockten 3000 Besucher nach Vogelsang

Victor Neels: „Hier leisteten gefestigte Demokraten tolle Arbeit“ – Manfred Poth: „Vogelsang ist ein Raum der Völkerverständigung, des Dialoges und der Freiheit“ – Energiekompetenzschau in der Turnhalle

Vogelsang-Historiker Klaus Ring erklärte gemeinsam mit Referent Luc Bruyland an die 600 Besucher die Gerschichte des Vogelsang-Kinos. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Vogelsang-Historiker Klaus Ring erklärte gemeinsam mit Luc Bruyland gut 600 Besuchern die Geschichte des Kinos. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Schleiden-Vogelsang – Laut vogelsang ip kamen am Sonntag an die 3000 Gäste nach Vogelsang, um das das neue Kino in Augenschein zu nehmen. Gut ein Jahr dauerten die von EU, NRW, Bund und Region geförderten Umbau- und Sanierungsarbeiten. Jetzt durfte die Bevölkerung erstmals einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Gleichzeitig fand an diesem Tag die EnerKom 2012 statt. In der Turnhalle von Vogelsang konnten die Besucher erfahren, wie man Altbauten energieeffizient saniert. Ausrichter der Energiekompetenzschau war die Stadt Schleiden, die diese Messe im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes der Stadt Schleiden durchführte. Komplettiert wurde das Angebot durch Beratung regionaler Architekten, der Verbraucherzentrale NRW, der Stadt Schleiden und der VR-Bank Nordeifel, so dass interessierte Besucher rund um das Thema Altbausanierung von der Stellung eines Bauantrages über die Finanzierung bis hin zu den modernsten technischen Möglichkeiten informiert wurde.

Mitarbeiter des "ene"-Konzerns stellten nicht nur ihre Energieeffizienzprodukte sowie die Beteiligungsgesellschaft "KEVER" vor, sondern sorgten auch noch für den Shuttle-Bus, für Spritztouren mit dem E-Mobil sowie für die Kinderbetreuung. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
Mitarbeiter des "ene"-Konzerns stellten auf der EnerKom nicht nur ihre Energieeffizienzprodukte sowie die Beteiligungsgesellschaft "KEVER" vor, sondern sorgten auch noch für den Shuttle-Bus, für Spritztouren mit dem E-Mobil sowie für die Kinderbetreuung. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa.

Als Rahmenprogramm gab es die Möglichkeit, eine Probefahrt mit einem E-Mobil zu unternehmen. Hier stand Rainer Karls, Prokurist der KEV, bereit, um mit Interessierten eine Rundfahrt über das Vogelsang-Gelände zu unternehmen. Neben den Energieeffizienzprodukten der Energie Nordeifel („ene) wurde auch die Beteiligungsgesellschaft „KEVER“ vorgestellt, mit der Bürger, Kommunen, Institutionen und Unternehmen sich an Erneuerbare-Energien-Projekte und an der regionalen Wertschöpfung beteiligen können. Darüber hinaus stellte die „ene“ einen Shuttlebus zur Verfügung, um die Besucher vom Kino bis hinunter in die Turnhalle zu transportieren.

Während sich der Andrang an der Turnhalle im Rahmen hielt, herrschte im und am Kino weitaus größeres Treiben. Anlässlich der Eröffnung des Kinos war auch der ehemalige belgische Kommandant von Vogelsang, Victor Neels, erschienen. „Wir hatten damals Ängste ausgestanden, da wir nicht wussten, was passieren würde, wenn wir den belgisch verwalteten NATO-Truppenübungsplatz Camp Vogelsang verlassen. Heute stelle ich fest: Hier leisteten gefestigte Demokraten tolle Arbeit“, sagte er in einer Diskussionsrunde im Atrium.

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Ausverkauft bis auf den letzten Platz präsentierte sich das Vogelsang-Kino beim Konzert mit regionalen Musikvereinen. Bild: Roman Hövel/vogelsang ip
Ausverkauft bis auf den letzten Platz präsentierte sich das Vogelsang-Kino beim Konzert mit regionalen Musikvereinen. Bild: Roman Hövel/vogelsang ip

Landrat Günter Rosenke bedankte sich für das Vertrauen in den Konversionsprozess und die deutsch-belgische Freundschaft: „Diese war eine wichtige Voraussetzung für den heutigen Erfolg.“ Jetzt sei vogelsang ip ein Internationaler Platz. Beide waren ebenfalls die Schirmherren des „Konzerts von der Region für die Region“.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Standortentwicklungsgesellschaft Manfred Poth ergänzte: „Wir alle stehen hier dafür ein, dass vogelsang ip ein Raum der Völkerverständigung, des Dialoges und der Freiheit ist.“ Die Neueröffnung sei ein wichtiger Meilenstein für den Konversionsprozess.

Auch Johannes Bortlisz-Dickhoff, Aufsichtsratsvorsitzender der vogelsang ip gemeinnützige GmbH, betonte die programmatischen Ziele, die mit dem Vogelsang-Kino verbunden sind: „Der Landschaftsverband Rheinland ist Hauptgesellschafter der vogelsang ip gemeinnützige GmbH und bürgt für die Erinnerungsarbeit. Uns ist wichtig, dass Räume für die Bildungsarbeit zur Verfügung stehen – auch über 2014, der Fertigstellung des Forum Vogelsang – hinaus.“

Vize-Regierungspräsidentin Ulrike Schwarz: „Mit dem zurückhaltenden aber optimalen Umbau im Saal und den angrenzenden Räumen ist es gelungen, die Entstehungs- und Kulturgeschichte des Kinos erlebbar zu machen.“

Udo Meister, Erster Stellvertretender Bürgermeister der Stadt Schleiden, stellte klar: „Die Stadt Schleiden ist dankbar für das Engagement aller Beteiligten. Das ist eine einmalige Chance für unsere Stadt. Ein größeres Projekt werden wir hier nie wieder umsetzen.“

Im neu entstandenen und lichtdurchfluteten Artrium fanden die Eröffnungsreden statt. Bild: Roman Hövel/vogelsang ip
Im neu entstandenen und lichtdurchfluteten Artrium fanden die Eröffnungsreden statt. Bild: Roman Hövel/vogelsang ip

Zuvor ließen sich die Besucher vom ausführenden Vogelsang-Kino-Architekten Markus Ernst, Ernst Architekten BDA, durch die neuen Räumlichkeiten führen. Dazu gehören der denkmalgerecht sanierte Saal, die temporäre Besucherinformation, die Gastronomie, die Tagungsräume und Büros. Die Gäste sparten nicht mit Lob – vor allem das neue „Atrium“ gefiel.

Auch die kostenfreien Führungen zur Geschichte des Kinos kamen gut an. Vogelsang-Historiker Klaus Ring und Vogelsang-Referent Luc Bruyland, ehemaliger Mitarbeiter des belgischen Militärs, berichteten, wie aus dem von den Nationalsozialisten als Hörsaal des „Haus des Wissens“ geplanten Ort das belgische Kino des „Camp Vogelsang“ wurde.

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Insgesamt wurden über 600 Gäste durch die Räume geführt. „Die Nachfrage zur Geschichte Vogelsangs ist ungebrochen“, bemerkte Klaus Ring.

Pünktlich um 17 Uhr leitete Albert Moritz, Geschäftsführer der vogelsang ip gemeinnützige GmbH, das Highlight des Tages ein: „Herr Kapellmeister, bitte Musik ab!“ Das Konzert von der Region für die Region war ausverkauft. Es folgte ein Potpourri vom „Egerländer Marsch“ über Gilbert Bécaud bis zu Josef Bach. Die Musikvereine Concordia Dreiborn, MV Schöneseiffen, Eifelklänge Herhahn-Morsbach und die Bergmusikanten Ettelscheid boten zunächst ihr Einzelprogramm. „Zum Finale waren wir zusammen 130 Musiker auf einer Bühne. Das war ein wirklich grandioses Erlebnis“, strahlten die Vertreter der Musik-vereine Wolfgang Laukart, Wolfgang Gehlen, Manuel Stoff und Manfred Mäder.

Das Vogelsang-Kino ist Teil des Gesamtprojekts Forum Vogelsang, das insgesamt mit 35,1 Mio. Euro veranschlagt ist. Die Kosten für den Umbau des Kinos betrugen zwei Millionen Euro.

(Quelle: vogelsang ip/Stadt Schleiden)

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