So wurden früher die Ostereier gefärbt

Kommerner Museumsbäuerinnen zeigen, wie man Ostereier mit Zwiebelschalen, Rot-, Blau- und Gelbholz sowie Walnuss-Schalen färbt

Nicht ganz so bunt wie heute, dafür aber garantiert chemiefrei, so wurden die Ostereier früher gefärbt. Bild: LVR-Freilichtmuseum Kommern
Nicht ganz so bunt wie heute, dafür aber garantiert chemiefrei: Ostereier anno dazumal. Bild: LVR-Freilichtmuseum Kommern

Kommern – Am Gründonnerstag, 5. April, und Karfreitag, 6. April, jeweils 11 bis 17 Uhr, zeigen die „Bäuerinnen“ des LVR-Freilichtmuseums Kommern, wie früher die Natur zum Ostereierfärben genutzt wurde: Zwiebelschalen, Rot-, Blau- und Gelbholz sowie Walnuss-Schalen werden den Eiern Farbgebungen verleihen, die uns heute von den Oster- und „Party“-Eiern unbekannt sind. Kleine und große Museumsgäste sind eingeladen, dabei mitzuwirken. Die Hühner des Museums haben bereits kräftig vorproduziert.

Die Bezeichnung „Osterei“ taucht erstmals im 17. Jahrhundert auf. Das Ostereierschenken geht auf die zum Ostertermin fälligen Naturalzinsen zurück, die die Bauern als Abgaben an die Herrschaft oder auch als „Kirchensteuer“ an Klöster und Pfarrer zu leisten hatten. „Diese verwendeten aber nicht immer alle ‚Zinseier‘ selbst, sondern verschenkten sie an Kinder. So entwickelte sich der Brauch des Ostereier-Schenkens“, weiß Dr. Michael H. Faber vom Freilichtmuseum Kommern.

In der Eifel habe jeder, der zu Ostern ein Haus betrat, ein Ei überreicht bekommen. „Kinder erhielten von den Eltern und Paten Ostereier. Die Klapperjungen erhielten für das Karklappern, der Küster für seinen Dienst und der Pfarrer für die Abnahme der Beichte Eier zum Osterfest“, so Faber.

Der heute noch in Südosteuropa verbreitete Brauch, aus dem Ei ein kleines Kunstwerk mit filigranen Motiven zu schaffen, war im Rheinland nie bekannt. Hier erhielten die Eier durch Naturfarben lediglich ein buntes Aussehen.

Eine Anmeldung zur Teilnahme am Ostereierfärben ist nicht erforderlich. Bitte aber keine Eier zum „Färben lassen“ mitbringen!

(Quelle: LVR-Freilichtmuseum Kommern)

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