Hohe Auszeichnung für den Hilfsgruppenchef

Willi Greuel, Vorsitzender der Hilfsgruppe Eifel, ist jetzt Träger des Bundesverdienstkreuzes – Landrat Rosenke: „Er praktiziert, wovon andere nur reden“

„Ich nehme das Bundesverdienstkreuz stellvertretend für die gesamte Hilfsgruppe an“, betonte Willi Greuel (Mitte), der die hohe Auszeichnung aus den Händen von Landrat Günter Rosenke (r.) im Beisein seiner Frau Kathi entgegennahm. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
„Ich nehme das Bundesverdienstkreuz stellvertretend für die gesamte Hilfsgruppe an“, betonte Willi Greuel (Mitte), der die hohe Auszeichnung aus den Händen von Landrat Günter Rosenke (r.) im Beisein seiner Frau Kathi entgegennahm. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Kreis Euskirchen – Wahrscheinlich gibt es keinen einzigen Eifeler, dem die „Hilfsgruppe Eifel“ eine gänzlich unbekannte Institution ist. Ihr jahrzehntelanges Engagement für krebskranke Kinder, Leukämiepatienten oder Menschen, die auf eine dringende Operation angewiesen sind, hat sich längst herum gesprochen. Das dies so ist, ist vor allem dem Chef des rührigen Vereins, Willi Greuel, zu verdanken.

Wie kein anderer verkörpert der 67-jährige Mechernicher das Gesicht der Hilfsgruppe in der Öffentlichkeit. Jetzt wurde der „Hilfsgruppenchef“, wie er von vielen einfach nur genannt wird, im Kreishaus in Euskirchen von Landrat Günter Rosenke im Auftrag des Bundespräsidenten in würdiger Anerkennung seines langjährigen, ehrenamtlichen Engagements im sozial-karitativen Bereich mit dem „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“ ausgezeichnet. Zahlreiche Familienangehörige, Mitstreiter, Kollegen und Freunde waren dazu nach Euskirchen gekommen.

Landrat Günter Rosenke lobte Willi Greuel für seinen starken Solidaritätsgedanken. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Landrat Günter Rosenke lobte Willi Greuel für seinen starken Solidaritätsgedanken. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Willi Greuel, so der Landrat, praktiziere, wovon viele andere nur redeten: „Bürgersinn, Mitmenschlichkeit und Solidarität.“ Er sei einer von denjenigen, die sich uneigennützig zum Wohle der Gesellschaft und ihrer Mitmenschen engagierten, und ihr Tun und Handeln dabei als vollkommen normal, ja als selbstverständlich ansehen würden. „Und deshalb ist es das Mindeste was wir tun können, ja tun müssen, Ihnen, lieber Herr Greuel, einmal Dankeschön zu sagen für die Zeit, die Kraft und Energie, die Sie für Ihre ehrenamtliche Arbeit gemeinsam mit Ihren Team aufwenden“, so Rosenke.

Sodann ließ der Landrat einige Fakten aus Greuels Leben Revue passieren: So erfuhr man, dass der Vater von zwei erwachsenen Kindern von Beruf zuletzt Verkaufsleiter bei der Bauzentrale Schumacher in Kall war und sich seit März 2010 altersbedingt im Ruhestand befindet.

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Über vier Millionen Euro Spendengelder

Seit der Gründung im Jahre 1990 ist Willi Greuel der Vereinsvorsitzende der Hilfsgruppe Eifel. „In den über 20 Jahren des Bestehens hat die Hilfsgruppe über vier Millionen Euro an Spendengeldern sammeln können, die in verschiedenen Projekten zu Gunsten von krebskranken Kindern Verwendung gefunden haben“, so der Landrat.

Sichtlich gerührt dankte Willi Greuel nicht nur seinem Team der Hilfsgruppe Eifel, sondern auch seiner Frau Kathi, die selbstverständlich auch in der Hilfsgruppe aktiv ist. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Sichtlich gerührt dankte Willi Greuel nicht nur seinem Team der Hilfsgruppe Eifel, sondern auch seiner Frau Kathi, die selbstverständlich auch in der Hilfsgruppe aktiv ist. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Besonders hätten die leukämiekranken Kinder aus der Umgebung des ehemals sowjetischen Kernkraftwerks Tschernobyl hiervon profitieren dürfen. Das Leiden von über 1000 betroffenen Kindern habe gelindert werden können. Aber auch Kindern in Rumänien, Kroatien und Serbien wurde geholfen. „Darüber hinaus unterstützt die Hilfsgruppe Eifel auch gezielt förderungswürdige Projekte in unserer Region“, berichtete Rosenke.

Weiterhin werde die kinderonkologische Station der Uniklink Bonn seit mehr als 15 Jahren von der Hilfsgruppe unterstützt. Rosenke: „Die Hilfsgruppe trägt die jährlichen Kosten für die Finanzierung einer Ambulanzkrankenpflegerin in Höhe von 37.000 Euro.“ Diese Pflegerin betreue krebskranke Kinder in deren Elternhäusern in der Eifel, um ihnen den Aufenthalt in der Uniklinik zu ersparen.

Stellvertretend für die Hilfsgruppe Eifel habe Willi Greuel darüber hinaus im Juni 2010 den Mechthild-Harf-Ehrenamtspreis der Deutschen Knochenmark Spenderdatei erhalten. Damit habe die DKMS die Leistungen der Hilfsgruppe, die unter Federführung von Willi Greuel in einem Zeitraum von 18 Jahren 13 Typisierungsaktionen mit rund 900.000 Euro Spendengeldern finanziert und ausgeführt habe, gewürdigt, eine Leistung, die von „unschätzbarem Wert für die Suche nach Stammzellspendern“ ist, so die damalige Preisbegründung.

20.000 registrierte Stammzellenspender

Von den 20.000 registrierten Spendern waren bis heute bereits 152 daran beteiligt, Leben zu retten. Der Landrat würdigte auch die Kreativität des Hilfsgruppenchefs, wenn es darum gehe, Spendengelder einzusammeln. So habe dieser beispielsweise die Lückerather Kinderkirmes oder die Mechernicher Oldienächte ins Leben gerufen.

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Zur Verleihung kamen auch die beiden Töchter von Kathi und Willi Greuel mit ihren Familien. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Zur Verleihung kamen auch die beiden Töchter von Kathi und Willi Greuel mit ihren Familien. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Besonderer Dank ging auch an Kathi Greuel, die einen großen Anteil an der hohen Auszeichnung ihres Mannes habe und die sich auch selbst stark in der Hilfsgruppe engagiert.

Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick war „stolz, das nicht nur ein Mechernicher Bürger, sondern auch Freund und Nachbar“ das Bundesverdienstkreuz erhalten habe. „Willi ist ein bescheidener Mensch. Es war ihm sehr wichtig zu sagen, dass auch die Hilfsgruppe Eifel das Bundesverdienstkreuz bekommen hat“, so Schick. Dennoch sei Greuel der Motor der Hilfsgruppe.

Der Hilfsgruppenvorsitzende sei einfach ein „Team-Mensch“, auch was seine Ehe anginge: „Willi und Kathi sind seit 44 Jahren ein Team, an dem sich viele ein Vorbild nehmen können. Beide sind durch schwere Zeiten gegangen, und zwar gemeinsam.“

Willi Greuel betonte: „Diese Auszeichnung ist viel zu hoch für eine Person allein, ich nehme das Bundesverdienstkreuz daher stellvertretend für die gesamte Hilfsgruppe an“. Besonders dankte er auch den vielen Menschen, die mit ihren Spenden die Hilfsgruppe unterstützen: „Von den Eefelern kriegst Du alles, wenn er weiß, wofür es ist.“

Helmut Lanio, 2. Vorsitender der Hilfsgruppe, ist "richtig mächtig stolz" auf Willi Greuel. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Helmut Lanio, 2. Vorsitender der Hilfsgruppe, ist "richtig mächtig stolz" auf Willi Greuel. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Den besonderen Zusammenhalt in der Hilfsgruppe Eifel nicht nur für die zahlreichen Menschen, denen geholfen wird, sondern auch untereinander hob Willi Greuel in seiner Rede hervor: „Ohne Team wäre der Willi gar nichts. Aber wir sind auch keine Kinder von Traurigkeit, wir können auch heftig zusammen feiern!“ Er habe in der Hilfsgruppe viele echte Freunde gefunden, betonte der 67-Jährige.

Eine besondere Freundschaft verbände ihn auch mit Wochenspiegel-Geschäftsführer Helmut Lanio, dem „Finanzminister“ und zweiten Vorsitzenden der Hilfsgruppe. Der sagte in seiner Lobrede über Willi Greuel: „Wir in der Hilfsgruppe sind richtig mächtig stolz auf Dich!“. Willi Greuel sei „der Motor und der Kopf, der alle antreibt“.

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Rosenke nutzte gleich die Gelegenheit, um dem Hilfsgruppenvorsitzenden seine Mitgliedserklärung in die Hand zu drücken und kündigte dazu eine Spende für die Hilfsgrupe Eifel an, die er überweisen wolle.

Eifeler Presse Agentur/epa

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