Pia Fridhill wandelt auf den Spuren ihrer musikalischen Vorfahren

Bevor die Sängerin mit ihrer neuen CD „My Swedish Songbook“ auf Tournee geht, stellt sie das Werk am 27. und 28. April dem heimischen Publikum im „Kulturraum Kall“ vor

Nach einem längeren Aufenthalt in Schweden hat Pia Fridhill jetzt in den Hansahaus Studios in Bonn mit gleich sechs renommierten Musikern ihr lang erwartetes neues Album eingespielt. Bild: Stefan Nilsson
Nach einem längeren Aufenthalt in Schweden hat Pia Fridhill jetzt in den Hansahaus Studios in Bonn mit gleich sechs renommierten Musikern ihr lang erwartetes neues Album eingespielt. Bild: Stefan Nilsson

Kall – Die seit einigen Jahren in Kall lebende Jazz-, Blues- und Popsängerin Pia Fridhill hat soeben eine neue, von vielen Fans schon lang erwartete CD fertiggestellt. „My Swedish Songbook“ heißt das Werk mit gleich 13 Stücken. Das Besondere daran: Bei fast allen Songs handelt es sich um traditionelle schwedische Lieder, die fast jeder Schwede mitsingen könnte. Dabei sind die Texte keinesfalls volkstümlich oder gar naiv. Sie enthalten vielmehr auch zahlreiche sozialkritische Töne, erzählen beispielsweise von einem Beerdigungsmarsch für eine Alkoholikerin oder von Randfiguren der Gesellschaft. Oder es werden auf den ersten Blick einfache Geschichten erzählt, die vom Wortwitz und vom Spiel mit sexuellen Doppeldeutigkeiten leben, wie die von zwei Booten, die sich ineinander verlieben. Neben einer zuweilen leisen Melancholie atmen die Lieder gleichzeitig etwas von der Leichtigkeit und flirrenden Transparenz des schwedischen Sommers und dürften bei so manchem Zuhörer die Sehnsucht nach einem ruhigen Urlaub in Skandinavien wecken.

So sieht sie aus: Die neue Scheibe von Pia Fridhill. Bild: Privat
So sieht sie aus: Die neue Scheibe von Pia Fridhill. Bild: Privat

Pia Fridhill interpretiert die Stücke ihrer musikalischen Vorfahren unprätentiös und schnörkellos. Gemeinsam mit Stefan Michalke (Flügel), David Andres (Bass), Steffen Thormählen (Schlagzeug und Perkussion), Johannes Zink (Jazz-, Akustikgitarre und Laute) sowie Johannes Flamm (Klarinette, Saxofon) entstand eine behutsame und respektvolle Annäherung an die zum Teil über 200 Jahre alten Lieder. Die Musiker lassen dabei stets viel Raum für Pia Fridhills Stimme, die die Zuhörer in eine unbekannte schwedische Musiklandschaft entführt, die es abseits der bekannten popmusikalischen Touristenpfade erst noch zu entdecken gilt. Neben den schwedischen „Klassikern“ sind aber auch einige Stücke jüngeren Datums zu hören, die, wie „Om“ von Niklas Strömstedt aus den 1990er Jahren, durch ihre raffinierte Interpretation bestechen. Und natürlich hat Pia Fridhill auch einen eigenen Song beigesteuert. „Alla ljuger för sig själva“ (Alle belügen sich selbst) setzt sich mit den Schattenseiten der Konformitäts-Gesellschaft auseinander und steht – wie sollte es anders sein – zugleich mit beiden Beinen fest in der musikalischen Tradition Schwedens.

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Pia Fridhill entführt die Zuhörer in eine unbekannte schwedische Musiklandschaft, die es abseits der bekannten popmusikalischen Touristenpfade erst noch zu entdecken gilt. Bild: Privat
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Bevor Pia Fridhill mit ihrer neuen CD, deren Musik sie selbst als „schwedischen FolkJazz“ bezeichnet, auf Tournee geht, wird die deutsch-schwedische Musikkooperation am Freitag und Samstag, 27. und 28. April, jeweils 20 Uhr, im Kulturraum Kall (unter dem Dach der Energie Nordeifel), Hindenburgstraße 13, dem heimischen Publikum vorgestellt. Und natürlich erklärt Pia Fridhill in ihren Konzerten die Texte auf ihre ganz persönliche Art und Weise und weiß darüber hinaus so einige amüsante Anekdoten aus ihrem Heimatland zu berichten. Karten gibt es zum Preis von 15 Euro (ermäßigt 10 Euro) unter 02441/82333 oder unter www.kulturraum-kall.de.

Eifeler Presse Agentur/epa

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