Zum Tag der Erneuerbaren Energien – Jetzt ist es amtlich: „Die Energiewende ist machbar – und zahlt sich aus“

Studie des Bundesumweltministeriums sieht neben der ökologischen Notwendigkeit der Energiewende auch ökonomische Vorteile

Erneuerbare Energien schonen nicht nur das Klima, sondern können auch finanziell lukrativ sein. Montage: epa/Eifeler Presse Agentur
Erneuerbare Energien schonen nicht nur das Klima, sondern können auch finanziell lukrativ sein. Montage: epa/Eifeler Presse Agentur

„Die Energiewende ist machbar – und zahlt sich aus“, teilt das Bundesumweltministerium jetzt in einer Pressemitteilung mit. Dies sei das zentrale Ergebnis einer umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchung renommierter Forschungsinstitute, die das Ministerium in Auftrag gegeben hatte. Der jetzt vorgelegte Abschlussbericht zeige: Die mittel- und langfristigen Ziele, die sich die Bundesregierung im Rahmen der Energiewende gesetzt hat, sind wie geplant erreichbar. Sie beziehen sich auf den Ausbau der erneuerbaren Energien, die Energieeffizienz und den Klimaschutz. Zudem kommen die Institute zu dem Ergebnis, dass die erneuerbaren Energien langfristig deutlich kostengünstiger sind als eine auf Kohle, Öl und Gas basierte Energieversorgung.

Auch die Kommunen im Kreis Euskirchen könnten von der Energiewende profitieren, besonders lukrativ sei dabei die Windkraft, wie Günter Rosenke, Landrat des Kreises Euskirchen, kürzlich auf dem Wirtschaftsforum der Bezirksregierung in Nettersheim sagte: „Mehr und mehr Windparks werden geplant, das Repowering älterer Parks, bzw. die Planung hierfür, läuft intensiv, die Kommunen sehen Chancen, durch den Ausbau erneuerbarer Energien zusätzliche Einnahmen zu erzielen.“

Beteiligung von Kommunen an Erneuerbaren-Energien-Projekten

Zu diesem Schluss kamen auch die Experten der Energie Nordeifel („ene“). Da vielen Kommunen im Kreis Euskirchen aber die finanziellen Mittel für eine breit angelegte Investition in Erneuerbare Energien fehlt, wurde mit Gründung der Beteiligungsgesellschaft „KEVER“ eine Lösung des Problems angeboten, wie Dieter Hinze, Geschäftsführer der Energie Nordeifel, betont: „Die Beteiligung von Kommunen ist die beste Möglichkeit, die Wertschöpfung auch kommunal zu verteilen.“ Mit der „KEVER“ habe man eine Projekt-, Betriebs- und Beteiligungsgesellschaft geschaffen, die im Bereich der Erneuerbaren Energieprojekte Vorfinanzierung leiste und Bürgern, Kommunen und Unternehmen eine Teilhabe an diesen Projekten biete. Bereits heute lasse die Energie Nordeifel einen Auftragswert von zehn Millionen Euro in der Region.

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Markus Mertgens (r.) beim offiziellen Start des von "F&S solar" gebauten Mammut-Solarkraftwerkes in Kalenberg.  Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Markus Mertgens (r.) beim offiziellen Start des von "F&S solar" gebauten Mammut-Solarkraftwerkes in Kalenberg. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Markus Mertgens, Geschäftsführer der KEVER: „Unsere Aufgabe als KEVER ist es dabei vor allem, regionale Interessen zu bündeln. So wird von Anfang an ein offener Dialog mit allen Beteiligten geführt, damit sämtliche Interessen fair bewertet und abgewogen werden können. Wir denken, dass es nur gerecht sein kann, wenn die Menschen, vor deren Haustür regenerative Energieprojekte realisiert werden, auch am meisten davon profitieren.“

Bei der Erzeugung von Ökostrom liegt man schon jetzt deutlich über dem Bundesdurchschnitt: So ist es möglich, im Versorgungsgebiet der „ene“ bereits bis zu 38 Prozent Grünstrom zu liefern. Bis 2030 will die Energie Nordeifel mit Hilfe der „KEVER“ 100 Prozent ökologisch sauber produzierten Strom liefern. Dabei ist es selbstverständlich, dass zusätzlich auch Strom eingespart werden muss. Seit 2009 kümmert sich die „ene“ deshalb auch intensiv um das Thema Energieeffizienz und berät Unternehmen, wie diese Strom einsparen könnten.

Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen: „Kohle, Öl und Gas sind nur begrenzt verfügbar und müssen auch aus Gründen des Klimaschutzes Schritt für Schritt durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Ressourcen schonende Technologien schaffen in Deutschland Versorgungssicherheit, Arbeitsplätze und Wertschöpfung – denn wir wollen und werden Industrieland bleiben.“

Arbeitsplätze der Solarbranche in Gefahr

Durch die Kürzung der Einspeisevergütung sind Arbeitsplätze in der Solarbranche gefährdet. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Durch die Kürzung der Einspeisevergütung sind Arbeitsplätze in der Solarbranche gefährdet. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Gerade Arbeitsplätze in der Solarbranche sind allerdings in Deutschland massiv in Gefahr, wie die Pressemeldungen mehrerer Insolvenzen von Solarfirmen zeigen. MdB Oliver Krischer: „Die Energiewende der Bundesregierung kommt viel zu langsam voran – sie ist sogar ein Bremsklotz für die Erneuerbaren. Denn die drastische Kürzung der Solarförderung vernichtet und gefährdet Arbeitsplätze.“ Durch den Ausbau der Erneuerbaren und Maßnahmen gegen den Klimawandel wie die energetische Gebäudesanierung könnten hingegen Jobs geschaffen werden, weshalb Krischer fordert, die Energiewende schneller umzusetzen.

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Die Studie des Bundesumweltministeriums enthält auch Aussagen zu den ökonomischen Wirkungen der Energiewende. Zwar seien erneuerbare Energien derzeit noch teurer als Kohle, Öl und Gas. Während aber die Preise von Kohle, Öl und Gas auch künftig weiter steigen dürften, werden erneuerbare Energien immer kostengünstiger.

So erwarten die Forscher für 2030 bei konsequenter Umsetzung der Ziele der Energiewende für Strom aus erneuerbaren Energien durchschnittliche Kosten von nur noch 7,6 Cent/kWh, während die Kosten für Strom aus Steinkohle und Erdgas dann bereits über 9 Cent/kWh ansteigen.

Eifeler Presse Agentur/epa

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