Eifeler Kräutertag ist mittlerweile zum „Selbstläufer“ geworden

Bürgermeister Büttner: „Kernkompetenz Kräuter ist in unserer Region zuhause“ – Neues Projekt „Eifel präventiv“ kümmert sich um die Vereinigung von Tourismus und Gesundheit

Der Bad Münstereifeler Bürgermeister Alexander Büttner und der stellvertretende Nettersheimer Bürgermeister Ferdi Geißler servierten den Besuchern deftiges Kräuterbrot. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Der Bad Münstereifeler Bürgermeister Alexander Büttner (links) und der stellvertretende Nettersheimer Bürgermeister Ferdi Geißler servierten den Besuchern deftiges Kräuterbrot. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Bad Münstereifel/Nettersheim – Die Veranstalter konnten zufrieden sein: Tausende von Besuchern kamen zum 4. Eifeler Kräutertag nach Nettersheim und Bad Münstereifel, um sich über die vielseitige Verwendung von Löwenzahn, Brennnessel, Giersch, Gänseblümchen und Dutzend  anderen Kräutern zu informieren. Nachdem es am frühen Morgen noch geregnet hatte, lachte zur Eröffnung die Sonne, und Uschi Mießeler, die auf Nettersheimer Seite für den Ablauf der Organisation zuständig war, während Hajo Dederichs und Regina Jöbges in Münstereifel den Kräutertag organisierten, fiel ein dicker Stein vom Herzen.

Der Münstereifler Bürgermeister Alexander Büttner und der stellvertretende Nettersheimer Bürgermeister Ferdi Geißler ließen es sich nicht nehmen, die zahlreichen Gäste in beiden Orten zu begrüßen und für diese auch ein paar Kräuter-Köstlichkeiten zuzubereiten.

[nggallery id=9] Bürgermeister Büttner pries die Vorzüge der Region, nämlich die Möglichkeit, vor der eigenen Haustür Natur zu erleben, wofür Menschen aus Köln, Bonn oder dem Ruhrgebiet ein bis zwei Stunden fahren müssten. Am Naturzentrum Eifel präsentiere man an diesem Tag die „Kernkompetenz Kräuter“, die in dieser Region zuhause sei. Büttner betonte vor allem, dass der „Kräutertag“, der mittlerweile ein „Selbstläufer“ geworden sei, neben dem „Eifeler Kräuterpfad“ und dem Erftradweg etwas sei, was die beiden Kommunen Nettersheim und Bad Münstereifel eng miteinander verbinde. Neu hinzugekommen sei das Projekt „Eifel präventiv“, das die Kommunen noch intensiver aneinanderschweiße.

Der Projektmanager von „Eifel präventiv“, Sven Zürneck, hatte den „Kräutertag“ zum Anlass genommen, gleich in beiden Kommunen „Gesundheitsinseln“ zu organisieren. Dort stellten sich unter anderem eine Physiotherapeutin, ein Gesundheits- und Fitnessstudio, eine Gesundheitspraktikerin, ein Vitalgesundheitszentrum, sowie ein Experte aus dem Bereich Biophysik bzw. Traditionelle  Chinesische Medizin den Kräutertags-Besuchern vor. Außerdem hatte man die Möglichkeit, an einer Fußreflexzonen- oder Gesichtsmassage teilzunehmen.

Folgender Artikel könnte Sie auch interessieren:
Heilen mit Bakterien: Zusatzlesung wegen großer Nachfrage

„Bei ‚Eifel präventiv‘ geht es vorwiegend um das Thema Gesundheitsprävention“, erklärte Zürneck. Bei dem mit 320.000 Euro vom Land Nordrhein-Westfalen geförderten Projekt befänden sich Bad Münstereifel sowie die Gemeinden Blankenheim, Dahlem und Nettersheim in einem Boot. „Wir wollen versuchen, Tourismus und Gesundheit zu vereinigen“, so Zürneck, der gemeinsam mit Tourismusbetrieben in der Region in den nächsten Jahren Pauschalangebote für Touristen in Sachen Urlaub und Gesundheit erstellen möchte.

An vielen kleinen Ständen ließen sich die zahlreichen Besucher in Nettersheim über die Vorzüge der heimischen Kräuter informieren. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa
An vielen kleinen Ständen ließen sich die zahlreichen Besucher in Nettersheim über die Vorzüge der heimischen Kräuter informieren. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Neben zahlreichen Ständen, die auf Kräuter basierende Produkte wie Kräuternudeln, Kräuterseifen, Liköre, Salben und Cremes präsentierten, gab es auch weitere Angebote wie Botanische Wanderungen, Lesungen, Vorträge und Führungen. Man konnte sich in die „Welt der Duftöle“ einführen lassen oder in das körperliche Abhärtungsverfahren nach Kneipp.  Wen der Hunger quälte, der konnte sich an einer Kräuterpizza oder an frittierten, in Bierteig ausgebackenen Giersch sättigen, dazu gab es erfrischende Unkrautlimonaden und natürlich leckere Kräutertees.

So gestärkt machte sich mancher schließlich mit einem erfahrenen Kräuterpädagogen auf den rund 20 Kilometer langen „Eifeler Kräuterpfad“, der Nettersheim und Bad Münstereifel miteinander verbindet. Unterwegs erfuhr man etwas über die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten der Kräuter am Wegesrand. Wer nicht laufen wollte, der konnte aber auch mit dem Shuttlebus zwischen den beiden Kräuterkommunen hin- und herfahren.

Kommentar verfassen