Kall auf dem Weg zur Energie-Vorzeigekommune in der Eifel

Gemeinde stellt sich dem „European Energie Award“, bei dem nach einer Bestandsaufnahme des Ist-Zustands Möglichkeiten zum besseren Umgang mit Energie gefunden werden sollen

Wollen sich gemeinsam der Herausforderung des „European Energie Award“ stellen: Tobias Feld (v.l.), Energieberater der Gemeinde Kall, Alfred Schmidt, Erster Beigeordnete Kall, und Reiner Tippkötter, Berater des Awards, stellen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa
Wollen sich gemeinsam der Herausforderung des „European Energie Award“ stellen: Tobias Feld (v.l.), Energieberater der Gemeinde Kall, Alfred Schmidt, Erster Beigeordnete Kall, und Reiner Tippkötter, Berater des Awards, stellen. Bild: Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa

Kall – „Ich freue mich auf den Wettbewerb mit anderen Kommunen“, sagte Alfred Schmidt, Erster Beigeordneter der Gemeinde Kall, am Montagnachmittag bei einem Pressegespräch im Kaller Rathaus bezüglich eines weiteren Schritts der Gemeinde in Richtung Vorzeigekommune für Energieeffizienz. Denn die kommenden vier Jahre will sich die Gemeinde dem „European Energie Award“ (EEA) stellen.

Der Prozess des EEA, frei übersetzt „Europäischer Preis für den Umgang mit Energie“, wird von Reiner Tippkötter begleitet. „Dabei stehen zwei Fragen im Vordergrund: Wie kann man den Umgang mit Energie optimieren, und wie kann man die Ergebnisse der Energieoptimierung messbar machen“, berichtete der Diplom-Ingenieur des Instituts „infas enermetric“. Dazu werde zuerst eine Bestandsanalyse angefertigt, sodann trete man in die kreative Phase und sammele Ideen und Anregungen, bevor man sich schließlich anhand eines verbindlichen Maßnahmenplans an die weitere Umsetzung der Energiesparmaßnahmen und deren Kontrolle mache.

Als Lohn winkt der „European Energie Award“, sobald mindestens 50 Prozent von bundesweit normierten Kriterien aus einem 100 Punkte umfassenden Maßnahmenkatalog erfüllt sind, bei über 75 Prozent wird sogar der „EEA“ in Gold verliehen. Tippkötter: „Der Award ist auch deshalb sehr begehrt, weil er als Qualitätsmerkmal europaweit etabliert ist und sich dadurch Vorteile bei der Beantragung von weiteren Fördermitteln ergeben.“ Der „EEA“ selbst wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert, so dass die Gemeinde Kall von den Gesamtkosten von 35.500 Euro für die vier Jahre nur einen Eigenanteil von 11.062 Euro tragen muss.

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„Es ist vorbildlich, dass Kall bereits einen eigenen Energieberater und ein Energieteam hat“, betonte Tippkötter. Dennoch könne durch die systematische Erfassung der bisherigen Arbeit und die Planung und Umsetzung neuer Projekte die Energieeffizienz der Kommune noch weiter gesteigert werden.

Dem stimmt auch Kalls Energieberater Tobias Feld zu: „Der Award ist eine gute Ergänzung zum Klimaschutzkonzept, das die Gemeinde zusammen mit dem Kreis Euskirchen und den Gemeinden Dahlem und Hellenthal erstellt. Das Konzept soll im Sommer vorgestellt werden und ist eine gute Voraussetzung für den Award.“

Bereits jetzt bietet die Gemeinde jeweils donnerstags von 17 bis 18 Uhr eine kostenlose Energieberatung im Rathaus an, das Energieteam, bei dem Bürger Kalls zusammen mit der Verwaltung die energetischen Geschicke der Kommune in die Hand nehmen, trifft sich jeden ersten Mittwoch im Monat ab 19 Uhr im Rathaus.

Reiner Tippkötter betonte, dass die Kommunen sehr viel voneinander lernen könnten: „Unser Institut betreut allein 56 »EEA-Anwärter«, in NRW sind es 120, europaweit über 1000 Kommunen und Kreise. Viele Ideen kann man adaptieren.“ Für den Umgang mit Energie und damit für den Klimaschutz müssten die Kommunen Vorbilder und Vorreiter sein, um die Privat-Haushalte sowie Gewerbe und Industrie positiv zu beeinflussen.

„Das Zertifikat ist für drei Jahre gültig“, so Tippkötter. Die Zertifizierungsmaßnahme wird auch extern und unabhängig  vom TÜV Rheinland geprüft. Kall ist die erste Kommune in der gesamten Eifel, die sich dem „European Energie Award“ stellt.

Eifeler Presse Agentur/epa

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