Kaller Jugendfeuerwehr sicherte sich bei landesweitem Wettbewerb den zweiten Platz

Ziel der  Wettbewerbsarbeit war es, die Jugendfeuerwehrmitglieder dazu anzuleiten, zukünftig bei der feuerwehrtechnischen Arbeit mehr auf ihren Rücken zu achten

Um den Rücken zu schonen, müssen die Jugendlichen vor allem lernen, schwere Dinge richtig und gemeinsam zu tragen. Bild: Feuerwehr Kall
Um den Rücken zu schonen, müssen die Jugendlichen vor allem lernen, schwere Dinge richtig und gemeinsam zu tragen. Bild: Feuerwehr Kall

Kall/Herne – Ohne Frage, die Arbeit bei der Feuerwehr ist manchmal echte Knochenarbeit. Gerade junge Leute neigen dazu, ihre Kräfte zu überfordern und sich körperlich zu überanstrengen. Große Schwachstelle bei vielen Feuerwehrleuten ist der Rücken. Aus diesem Grund beugt die Kaller Feuerwehr vor und weckt bei ihrem Nachwuchs Bewusstsein für die eigene Gesundheitsvorsorge. Das hat sich jetzt sogar ausgezahlt.

Harald Heinen, Leiter der Feuerwehr der Gemeinde Kall, kann zurzeit sehr stolz sein, denn die Jugendfeuerwehr der Gemeinde Kall hat bei einem landesweiten Wettbewerb der Unfallkasse NRW  den zweiten Preis gewonnen. „Damit ist die Mühe der Jugendlichen belohnt worden“,  resümierte der Wehrleiter, nachdem  er vor ein paar Tagen mit einer Delegation des Feuerwehrnachwuchses zur Entgegennahme des Preises nach Herne gereist war.

Der Sistiger Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Karl Vermöhlen, hielt einen medizinischen Fachvortrag und gab anschließend am Feuerwehrfahrzeug Praxis-Tipps zum richtigen Tragen von Gerätschaften. Bild: Feuerwehr Kall
Der Sistiger Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Karl Vermöhlen, hielt einen medizinischen Fachvortrag und gab anschließend am Feuerwehrfahrzeug Praxis-Tipps zum richtigen Tragen von Gerätschaften. Bild: Feuerwehr Kall

Bei der Sitzung des Landesjugendfeuerwehr-Ausschusses in Herne, bei der alle 54 Kreisjugendfeuerwehren des Landes vertreten waren, standen die Preisträger des Sicherheitspreises der Unfallkasse NRW im Mittelpunkt. Hinter der Jugendfeuerwehr aus Rietberg/Niederrhein, die für den ersten Platz mit einem Preisgeld von 1000 Euro  bedacht wurde,   nahm die  Kaller Delegation  für den zweiten Platz Urkunden und 500 Euro Preisgeld entgegen.

„Krummer Rücken – keine Chance!“

Beim Wettbewerb um den Sicherheitspreis der Unfallkasse werden Vorschläge und Projekte prämiert, die als besondere Leistungen zur Verbesserung der Sicherheit in den Jugendfeuerwehren  in  NRW beitragen.  Die Arbeiten werden bewertet von einer  Kommission, der Mitglieder des Feuerwehrausschusses der Unfallkasse, der Geschäftsführung sowie  des Feuerwehr-Dezernates   der Unfallkasse NRW angehören.

Auch an Theorie durfte es nicht fehlen. Die Jugendlichen erfuhren unter anderem, wie eine Wirbelsäule aufgebaut ist. Bild: Feuerwehr Kall
Auch an Theorie durfte es nicht fehlen. Die Jugendlichen erfuhren unter anderem, wie eine Wirbelsäule aufgebaut ist. Bild: Feuerwehr Kall

Mit ihrem Projekt „Krummer Rücken – keine Chance!“ sicherte sich die Kaller Jugendfeuerwehr schließlich  den zweiten Platz. Über einen längeren Zeitraum hatten sich die Jugendlichen  mit der Gesundheits-Thematik   auseinandergesetzt.   Mehr als ein Jahr lang hatten die rund 40 Mädchen und Jungen unter Leitung von Julia Lang, Jessica Michels, Andreas Becker und Kerstin Brandhoff  an diesem jetzt preisgekrönten Projekt gearbeitet.

Ziel der  Wettbewerbsarbeit war es, die Jugendfeuerwehrmitglieder dazu anzuleiten, zukünftig bei der feuerwehrtechnischen Arbeit mehr auf ihren Rücken zu achten. So wurde ein System entwickelt, dass den Jugendfeuerwehrmitgliedern, entsprechend ihres Alters aufzeigt, welche Gegenstände  sie ohne gesundheitliche Bedenken aus einem Löschgruppenfahrzeug entnehmen dürfen und bei welchen Gerätschaften sie sich Hilfe holen sollten.

Gemeinsam geht es besser, und der Rücken wird geschont. Bild: Feuerwehr Kall
Gemeinsam geht es besser, und der Rücken wird geschont. Bild: Feuerwehr Kall

Dazu  wurde von den Jugendlichen ein Ampel-System entwickelt, das  beim Umgang mit den feuerwehrtechnischen Gerätschaft im Übungsdienst eingesetzt werden kann. Das System ist durchdacht: Kennzeichnungen der in Gewichtsklassen eingeteilten Gerätschaften mit Farbpunkten in den Ampelfarben sollen zukünftig dazu beitragen, Unfälle oder Verletzungen im Feuerwehrdienst zu verhindern.

Mit einem grünen Punkt markierte Gerätschaften dürfen von Kindern bis 14 Jahren getragen werden und nicht schwerer als zehn Kilogramm sein.  Ein gelber Punkt markiert die Gerätschaften, die maximal 15 Kilo schwer sein dürfen und die von Jugendlichen bis 18 Jahren getragen werden können. Der rote Punkt kennzeichnet alle mehr als 15 Kilo schweren Geräte, die von Feuerwehrmitgliedern ab 18 Jahren aus dem Fahrzeug entladen und getragen  werden dürfen.

Diplom Sport-und Fitness-Trainerin Sylvia Gehlen von der  Eifelhöhenklinik Marmagen zeigte, wie man gemeinsam den Rücken schont. Bild: Feuerwehr Kall
Diplom Sport-und Fitness-Trainerin Sylvia Gehlen von der Eifelhöhenklinik Marmagen zeigte, wie man gemeinsam den Rücken schont. Bild: Feuerwehr Kall

Die Wettbewerbsunterlagen für das Kaller Projekt  wurden durch eine Foto-Dokumentation des „Kölner Stadt-Anzeiger“  komplettiert.  Die Dokumentation zeigt neben den farblich markierten Gerätschaften auch den Sistiger Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Karl Vermöhlen, der im Wahlener Feuerwehrgerätehaus  innerhalb des Projektes „Krummer Rücken – keine Chance“ vor den Jugendlichen einen medizinischen Fachvortrag hielt und anschließend am Feuerwehrfahrzeug Praxis-Tipps zum richtigen Tragen von Gerätschaften gab.

In das Projekt eingebunden war auch die Diplom Sport-und Fitness-Trainerin Sylvia Gehlen von der  Eifelhöhenklinik Marmagen, die diverse Fitness-Übungen mit dem Feuerwehrnachwuchs  durchführte und damit auch zum Erfolg des Projektes beitrug.

(Quelle: Feuerwehr Kall)

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