Symbolischer Akt startete die umfangreichen Baumaßnahmen in Vogelsang

Insgesamt werden über 42 Millionen Euro investiert – Auch während der Bauzeit bleibt das 100 Hektar große Gelände mitten im Nationalpark Eifel für Besucher geöffnet

Vertreter der Fördergeber, der vogelsang ip gemeinnützige GmbH sowie des Standorts vogelsang ip starteten mit dem entfernen der Bodenplatten am „Adlerhof“ symbolisch die Umbau- und Sanierungsarbeiten am Forum Vogelsang . Bild: Roman Hövel/vogelsang ip
Vertreter der Fördergeber, der vogelsang ip gemeinnützige GmbH sowie des Standorts vogelsang ip starteten mit dem Entfernen der Bodenplatten am „Adlerhof“ symbolisch die Umbau- und Sanierungsarbeiten am Forum Vogelsang . Bild: Roman Hövel/vogelsang ip

Schleiden-Vogelsang – Mit einem symbolischen Akt starteten Vertreter von Bund, Land und Region am heutigen Montag die Baumaßnahmen zum neuen „Forum Vogelsang“. Im Zentrum des denkmalgeschützten Geländes der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang wird in den nächsten zwei Jahren das Ergebnis eines internationalen Architekturwettbewerbs umgesetzt und die Frage nach dem Umgang mit diesem Erinnerungsort sowie der Gestaltung des zukünftigen Ausstellungs- und Bildungszentrums beantwortet werden, so Pressesprecher Björn Troll in einer aktuellen Medieninformation. Weiter heißt es dort:

Der Architekturentwurf der beiden Berliner Büros „Mola + Winkelmüller Architekten“ sowie „sinai. Faust.Schroll.Schwarz | Freiraumplanung + Projektsteuerung“ ist kennzeichnend für den programmatischen Umgang mit diesem Erinnerungsort, der mit seiner Öffnung im Jahre 2006 als „Internationaler Platz vogelsang ip“ in die Zukunft startete. Ein markantes Besucherzentrum als neuer „Zugang“ sowie eine Durchdringung der historischen Bausubstanz mit einem eigenständigen „Inlay“, einem Raum im Raum, mit neuem Leben, werden den Besucher bei der für 2014 geplanten Eröffnung erwarten. Dann werden auch eine NS-Dokumentation, das zukünftige Nationalparkzentrum Eifel mit einer großen Informationsausstellung sowie ein „SchauFenster Eifel“ eröffnet. Insgesamt werden über 42 Millionen Euro investiert.

Auch während der Bauzeit bleibt das 100 Hektar große Gelände mitten im Nationalpark Eifel für Besucher geöffnet. Das Besucherzentrum findet sich vorübergehend in dem frisch renovierten Kulturkino, das mit seinem 50er Jahre-Kinosaal auch für sich schon einen Besuch wert ist. Hier befinden sich die Besucherinformation und die Gastronomie und starten tägliche Geländeführungen und die Nationalparkwanderungen. Etwa 200 Meter entfernt vom Besucherzentrum bietet ein neu geschaffener Aussichtspunkt den Blick auf die Forumsbaustelle rund um den früheren „Adlerhof“, den Denkmalbereich und die Nationalparklandschaft.

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Beim symbolischen Spatenstich hoben die Vertreter der Fördergeber, der Gesellschafter der vogelsang ip gemeinnützige GmbH sowie des Standorts vogelsang ip am „Adlerhof“ die Natursteinplatten, um symbolisch Platz für das neue Forum Vogelsang zu schaffen. Über diese Platten liefen seit 1936 Nationalsozialisten, ab 1945 Soldaten der alliierten Streitkräfte sowie später im belgischen „Camp Vogelsang“ NATO-Soldaten und seit 2006 bereits über 1,2 Millionen Gäste aus der ganzen Welt.

„Wir halten hier einen Teil der Geschichte Vogelsangs in den Händen. Mit den Fördermitteln kann jetzt in historischer Verantwortung Neues geschaffen werden. An dieser Stelle werden wir 2014 in das neue Besucherzentrum aus Stahl und Glas gehen“, sagte Regierungsvizepräsidentin Ulrike Schwarz von der Bezirksregierung Köln für das Land Nordrhein-Westfalen, den zentralen Fördergeber für das Bauprojekt. Neben EU- und Städtebaufördermitteln des Landes fließen auch Mittel des Bundesbauministeriums und des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in das Projekt. Dies ist Ausdruck der überregionalen Bedeutung des Projekts.

„Mit dem neuen Forum Vogelsang und seinen Angeboten zur kulturellen und politischen Bildung schaffen wir einen modellhaften, in die Zukunft weisenden Umgang mit diesem Erinnerungsort internationalen Ranges“, erklärte Johannes Bortlisz-Dickhoff, Aufsichtsratsvorsitzender von  „vogelsang ip“ und Vertreter des Hauptgesellschafters Landschaftsverband Rheinland. Auch das zukünftige Nationalparkzentrum mit seinen Umweltbildungsangeboten stehe für den Respekt vor Mensch und Natur, der zukünftig an diesem Ort erfahrbar sein solle.

Für den Kreis Euskirchen, der stellvertretend für die Gesellschafter von „vogelsang ip“ Förderempfänger für das Projekt ist, stellte Landrat Günter Rosenke fest: „Welcher Kreis hat schon ein derartige Baumaßnahme mit einer vom Nationalsozialismus über den Kalten Krieg bis zur europäischen Einheit reichenden Geschichte zu verantworten? Andererseits: Die Chancen dieses Ortes inmitten des Nationalparks sind einmalig.“ Schon jetzt sei Vogelsang eine zentrale touristische Destination in der Eifel.

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Für den in Entwicklung befindlichen Internationalen Platz ist das neue Zentrum wesentlicher Motor für die Standortentwicklung. „Die Realisierung des Forum Vogelsang mit seinen erwarteten 400.000 Besuchern jährlich ist ein Signal der öffentlichen Hand an private Interessenten, dass hier Chancen für deren eigene Projekte entstehen“, stellte Manfred Poth, Aufsichtsratsvorsitzender der Standortentwicklungsgesellschaft Vogelsang heraus. „Mit einer Jugendherberge und einem Hotel wollen wir zukünftig auch Übernachtungen hier ermöglichen. Die Region wird vor allem vom SchauFenster Eifel profitieren.“

Bauherr des Projekts ist „vogelsang ip“. Geschäftsführer Albert Moritz betonte: „Für unsere Gäste bieten wir auch in den nächsten zwei Jahren das volle Besuchsangebot. Allein die engere Baustelle rund um den „Adlerhof“ bleibt gesperrt. Allerdings wird es auch während der Bauphase Einblicke in diesen zentralen Bereich des historischen Ortes geben.“ Neben dem dauerhaften Aussichtspunkt sind  an ausgewählten Tagen kostenfreie Baustellenführungen möglich.

Auch die Angebote der Programmpartner laufen wie gewohnt weiter. Dazu gehören u.a. Fledermausführungen, die Astronomiewerkstatt, das Rotkreuz Museum für Internationales Völker- und Menschenrecht, Angebote von Seelsorge Nationalpark Eifel + Vogelsang, ein Jugend-, Natur- und Umweltbildungshaus des DRK sowie ein Schwimmbad.

Der Baustellenfahrplan für Mai sieht vor allem weitere Demontage- und Abbrucharbeiten sowie die abschließende Baustelleneinrichtung vor. Ende Mai beginnen umfassende Erdarbeiten innerhalb des Bauzauns. Anfang Juni werden die Rohbauarbeiten europaweit ausgeschrieben. „Das ist der größte Kostenposten“, erläuterte Albert Moritz den Bau-Fahrplan. Nachdem im Sommer diesen Jahres das Erdloch für das Besucherzentrum ausgehoben wird, können Gäste ab Herbst bereits peu à peu das künftige Gesicht des Forum Vogelsang ablesen. Die Stahlkonstruktion für das neue Besucherzentrum ist für Mitte 2013 geplant. Mitte 2014 wird das neue Forum Vogelsang dann mit seinen Angeboten eröffnen.

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(Quelle: vogelsang ip)

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