Mückenjäger gesucht!

Interessierte Bürger können Forschung des Friedrich-Loeffler-Instituts unterstützen – Unter dem Motto „Deutschland kartiert die Stechmücken“ gibt es seit April ein Mückenatlas im Internet

So sehen sie aus, die Gerätschaften für den ambitionierten Mückenfänger. Bild: FLI
So sehen sie aus, die Gerätschaften für den ambitionierten Mückenfänger. Bild: FLI

Eifel – Wenn Sie demnächst im Nationalpark Eifel oder im Vorgarten Ihres Nachbarn Menschen mit Streichholzschachteln, alten Filmdöschen, winzigen Schraubgläsern und einem Kescher sehen, wundern Sie sich nicht. Was Sie sehen, sind wahrscheinlich Deutschlands erste ehrenamtliche Mückenjäger, die dem Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), und dem Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. zur Hand gehen. Diese beiden Institute gehen nämlich derzeit der Frage nach, welche Mückenarten wann und wo in Deutschland vorkommen.

Über Stechmücken und ihre Verbreitung gibt es in Deutschland derzeit nur wenige gesicherte Daten. Außerdem können Stechmücken bei der Übertragung bestimmter Krankheitserreger eine Rolle spielen. Daher fangen die Wissenschaftler selbst bereits an annähernd 100 Standorten in Deutschland Stechmücken mit speziellen Fallen.

Seit kurzem können aber auch interessierte Bürgerinnen und Bürger als „Mückenjäger“ aktiv werden und gefangene Stechmücken einschicken. Sie erhalten eine Information darüber, welche Mückenart gefangen wurde und können ihren persönlichen Fangort im „Mückenatlas“ für Deutschland eintragen lassen. Alle Informationen zum Mückenatlas, wie man Mückenjäger wird und Wissenswertes über Stechmücken stehen im Internet und www.mueckenatlas.de zur Verfügung.

„Weltweit gibt es rund 3500 Stechmückenarten, 49 davon wurden bisher in Deutschland nachgewiesen. Da sie wissenschaftlich lange vernachlässigt wurden, fehlt grundlegendes Wissen über ihr Vorkommen und ihre regionale Verbreitung“, heißt es in einer Pressemitteilung des FLI. Faktoren wie Globalisierung und Klimaveränderungen begünstigten zudem die Einschleppung und Ansiedlung nicht-einheimischer Mückenarten. Das FLI weiter: „Einige Stechmücken und andere blutsaugende Insekten können Krankheitserreger übertragen. So traten in Europa in den letzten Jahren erstmalig durch Insekten übertragene Krankheiten wie die Blauzungenkrankheit oder aktuell Infektionen mit dem  Schmallenberg-Virus bei Wiederkäuern (Gnitzen als Virusüberträger) auf, aber auch das Chikungunya-Fieber des Menschen in Norditalien (Stechmücken als Virusüberträger).“

Diese Ereignisse zeigten, dass zu blutsaugenden Insekten, zu denen die Stechmücken gehören, Forschungsbedarf bestehe. Die Wissenschaftler des FLI und des ZALF gehen daher Fragen wie der der geografischen Verteilung und Änderungen hinsichtlich des jahreszeitlichen Auftretens nach. Besonders in Hinblick auf die mögliche Verbreitung von neu eingetragenen Tierseuchenerregern durch Stechmücken seien die entsprechenden Informationen wichtig.

(Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut)

Kommentar verfassen