Kommen die Medikamente im ländlichen Raum bald aus dem Terminal?

So sieht er aus, der von der Firma CareFusion | Rowa entwickelte Apotheken-Terminal. Bild: CareFusion | Rowa
So sieht er aus, der von der Firma CareFusion | Rowa entwickelte Apotheken-Terminal. Bild: CareFusion | Rowa

Im benachbarten Rheinland-Pfalz wurde gestern ein Großversuch gestartet – Apotheker berät via Bildschirm – Terminal kann Rezepte lesen

Eifel – Was derzeit in Rheinland-Pfalz getestet wird, könnte auch für die strukturschwachen Regionen der Nordeifel von Interesse sein: An ausgewählten Apotheken in Daun, Osthofen, Bodenheim und Haßloch wird seit gestern der Einsatz eines Abgabeterminals für Medikamente in Apotheken getestet. Damit soll gerade die Medikamentenversorgung im ländlichen Raum verbessert werden.

„Das Projekt Visavia soll die Abgabe von Arzneimitteln an Patientinnen und Patienten auch außerhalb der Kernöffnungszeiten der jeweiligen Apotheke ermöglichen, ohne dass die Patienten auf eine Beratung verzichten müssen, und es erspart den Patienten den oft weiten Weg zur nächsten diensthabenden Apotheke“, heißt es in einer Pressemitteilung des Gesundheitsministeriums.

„Die veränderte Demografie stellt uns auch im gesundheitlichen Bereich vor allem im ländlichen Raum vor neue Herausforderungen. Diese gilt es umfassend zu gestalten, auch in Bezug auf die Medikamentenversorgung. Dabei bauen wir in erster Linie auf unsere Apotheken“, so Ministerin Malu Dreyer. Und weiter: „Mit dem Modellprojekt wollen wir testen, ob die Abgabe über ein Terminal eine sinnvolle und qualitätsgesicherte Ergänzung für die Bürger und Bürgerinnen auf dem Land sein könnte.“

Das Abgabeterminal wurde von CareFusion | Rowa entwickelt, um die Patientenversorgung zu verbessern. Es ermöglicht eine kontrollierte Abgabe von Medikamenten inklusive Beratung durch einen Apotheker auch außerhalb der Apothekenöffnungszeiten. Rezepte können am Terminal gescannt und direkt zum Zeitpunkt der Medikamentenabgabe bedruckt und mit einer elektronischen Signatur versehen werden. Ein Apotheker steht während des gesamten Vorgangs dem Patienten und der Patientin zur Seite und berät den Patienten wie in der Apotheke. Dies geschieht in der Regel via Bildschirm und im Bedarfsfall auch durch persönliche Anwesenheit in der Apotheke.

Gemeinsames Ziel von Ministerium und CareFusion | Rowa ist ein erhöhter Nutzen für die Bevölkerung durch eine ergänzende Medikamentenabgabe durch ein Terminal insbesondere außerhalb der Kernöffnungszeiten der Apotheke. „Ich sehe den Abgabeterminal nicht als Konkurrenz für die Apotheken, sondern er muss Bestandteil der Apotheken werden. Er ist an eine Präsenzapotheke angeschlossen“, betont die Ministerin.

Nach Projektende im Herbst 2013 wird über das weitere Vorgehen entschieden.

(Quellen: Gesundheitsministerium Rheinland-Pfalz/CareFusion | Rowa)

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