Urlaub zu Hause: Trockenen Fußes durchs Heidemoor bei Dahlem

Entlang des „Dahlemer Moorpfads“ wachsen Moorlilie, Sonnentau, Dreizahn und Siebenstern – 500 Meter langer Holzsteg durch die „Wasserdell“ ist auch für Behinderte geeignet

Ein barrierefreier Holzsteg führt direkt ins Dahlmer Moor. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Dahlem Die Gemeinde Dahlem wirbt gern mit dem Slogan „Wo die Freizeit Flügel hat“. Doch wer sich vom Flughafen „Dahlemer Binz“ aus auf einen Rundflug über die Eifel begibt, der übersieht nur zu rasch eine weitere Attraktion der bevölkerungsmäßig gesehen kleinsten Kommune in Nordrhein-Westfalen. In Dahlem ist nämlich auch eine für den Kreis Euskirchen einzigartige Pflanzengemeinschaft beheimatet, für die man aber quasi die Nase nicht in der Luft, sondern flach am Boden haben muss: Im Heidemoor am Moorbach wachsen unter anderem die seltene Glockenheide, die Moorlilie, der rundblättrige Sonnentau, der Dreizahn, der Siebenstern und das Sumpfveilchen. Darüber hinaus sind an den Randgebieten des Moors zahlreiche Orchideenarten zu bewundern.

Im Rahmen des Projekts „Natur für Alle in Natura 2000-Gebieten der Eifel“ wurde im Heidemoor bei Dahlem ein barrierefreier Holzsteg erbaut, der auch Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Menschen bis direkt ins Moorgebiet führt.

Besonders zahlreich ist das Vorkommen des seltenen Sonnentaus. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Das Naturschutzgebiet „In der Wasserdell“ bietet Heidemoorflächen, Torfmoosbeständen und Faulbaumgebüschen. Der nährstoffarme Moorbach zieht durch einen kleinen Erlenbruchwald. Ein durch Anstauung des Moorbaches entstandenes Gewässer, das auch als Waldlöschteich dient, hat sich südlich der „Wasserdell“ naturnah entwickelt.

Der Naturpark Hohes Venn-Eifel hat für die Wanderer ein Faltblatt mit Informationen und Wanderroute aufgelegt, das während der Saison auf dem behindertengerechten Parkplatz am Heidemoor (an der Schutzhütte) ausliegt, aber auch hier heruntergeladen werden. Der gesamte Komplex, so informiert der Naturpark, liegt in einem ausgedehnten Fichtenforst (Natura-2000-Gebiet). Hier sei zum Teil eine alte Windwurffläche abgeräumt worden. Zudem hätten Entfichtungen im Rahmen des Projektes „Heide, Moore, Wiesen“ auf einer Fläche von 2,4 Hektar stattgefunden. „Dieses Gebiet bildet zusammen mit dem Hochmoor am Heidenkopf die einzigen (ca. 3 km nordöstlich von der „Wasserdell“) Lebensräume dieser Art im Kreis Euskirchen“, heißt es im Faltblatt weiter.

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Der Siebenstern fühlt sich in der Dahlemer Moorlandschaft ebenfalls wohl. Bild: Michaerl Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Folgende besondere Sehenswürdigkeiten werden auf der Strecke des gut ausgeschilderten Moorpfades erschlossen: Hangmoor „Wasserdell“, Glaadtbachtal unterhalb von Dahlem, ehemaliger Grenzstein Vierherrenstein an der Landesgrenze Rheinland-Pfalz/NRW, Aufschluss der Römerstraße Köln-Trier im Bereich nordwestlich Heidenkopf III, ehemalige Kiessandgrube im Bereich Heidenkopf.

Der Bahnhof Dahlem ist von der „Wasserdell“ ca. 1,5 Kilometer entfernt. Wer mit dem Zug ankommt, sollte zunächst bergab Richtung Ort gehen, bis er auf das Symbol für den „Moorpfad“ trifft, das ihn kurz vor der Pfarrkirche rechts und dann parallel zur Bahnlinie bis zum Parkplatz an der „Wasserdell“ bringt, von wo auch der Holzsteg beginnt. Lohnenswert ist jedoch auch der ausgeschilderte größere Rundweg, der einmal um das Moorgebiet herumführt.

Vom Steg aus kann man den Blick durch die blühenden Moose streifen lassen. Bild: Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa

Die Wegstrecke des barrierefreien Angebots beträgt rund 500 Meter. Der barrierefreie Pfad ist für Rollstuhlfahrer, Menschen mit Gehbehinderung, ältere Menschen sowie Familien geeignet. Außerhalb des Holzpfads gibt es auch die Möglichkeit, ein Stück weit auf kleinen Pfaden direkt ins Moor hineinzugehen. Dabei holt man sich aber rasch nasse Füße.

Eifeler Presse Agentur/epa

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