„Historienweg“ als neue Attraktion in Bad Münstereifel

Rundweg mit 21 Stationen, an denen Fotografien um 1900 zu sehen sind –  Von der Idee bis zur Realisation war es ein langer Weg

Wolfram Erber hielt die Ansprache zur Eröffnung des neuen "Historienwegs". Bild: Gaby Nowak
Wolfram Erber hielt die Ansprache zur Eröffnung des neuen „Historienwegs“. Bild: Gaby Nowak

Bad Münstereifel – Mit den Worten „Der Weg ist das Ziel“ begann der Vorsitzenden des Kultur- und Geschichtsvereins Zwentibolds Erben, Wolfram Erber, seine Rede zur Einweihung des neuen Historienweges „Münstereifel um 1900“ in Bad Münstereifel. Bei strahlendem Sonnenschein hatten sich zahlreiche Gäste und viele Mitglieder des Vereins – gewandet in Kostüme des 19.Jahrhunderts – im kühlen Schatten vor der Stiftskirche in Bad Münstereifel versammelt, um die offizielle Eröffnung des Historienweges zu verfolgen.

Nach den Worten des Vorsitzenden ist dieser Historienweg ein Geschenk des Vereins an die Stadt Bad Münstereifel, verbunden mit der Hoffnung, eine zusätzliche Attraktion für diese liebenswerte Stadt zu schaffen. Der Rundweg wurde in 21 Stationen mit Fotografien des Verlegers und Fotografen Friedrich Schulte aufgebaut, um die Menschen auf eine Reise in die Vergangenheit zu schicken und um ihnen ein ungeschöntes Abbild der Stadt um 1900 zu zeigen. Sie können nun auf dem Rundweg die historischen Gegebenheiten der Stadt um die Jahrhundertwende kennenlernen, mit der heutigen Situation vergleichen und bietet eine bildhafte Ergänzung für zukünftige Stadtführungen. Letztendlich ist dieser Historienweg auch als Hommage an den Münstereifeler Bürger Friedrich Schulte zur Würdigung seines Lebenswerkes als Fotograf gedacht.

Die Tafeln mit Fotografien um 1900 zeigen, wie der Blick aus dieser Perspektive früher einmal aussah. Bild: Gaby Nowak
Die Tafeln mit Fotografien um 1900 zeigen, wie der Blick aus dieser Perspektive früher einmal aussah. Bild: Gaby Nowak

Von der Idee bis zur Realisation war es ein langer Weg, wie auch der stellvertretende Bürgermeister von Bad Münstereifel, Ludger Müller-Freitag, betonte.  So musste viel Überzeugungsarbeit von den beiden Initiatoren des Historienweges, dem Architekten Norbert Schroeteler und Wolfram Erber vor den entsprechenden Gremien geleistet werden, bis die Genehmigung und Durchführung des Unterfangens von der Stadtverwaltung, den Ratsmitgliedern und dem Denkmalschutz unterstützt wurde.

Der Verein "Zwentibolds Erben", hier mit dem stellvertretenden Bürgermeister Ludger Müller-Freitag (links), hat ein Faible für die Historie Münstereifels. Bild: Gaby Nowak
Der Verein „Zwentibolds Erben“, hier mit dem stellvertretenden Bürgermeister Ludger Müller-Freitag (links), hat ein Faible für die Historie Münstereifels. Bild: Gaby Nowak

Die Finanzierung des Weges gestaltete sich als weiteres Problem, da die geringen Eigenmittel des Vereins „Zwentibolds Erben“ es nicht erlaubten, alles allein zu stemmen. Besonders dankbar war der Verein deshalb, dass die NRW-Stiftung Natur-Heimat-Kultur den Großteil der Kosten getragen hat. Namhafte Beträge haben weiterhin die Kultur- und Sportstiftung der Kreissparkasse, die Sparda-Bank Euskirchen, die Bürgerstiftung Bad Münstereifel und der Förderkreis Denkmalpflege geleistet. Die San Sebastianer Schützen und der Verein Alte Münstereifeler haben jeweils eine Tafel gespendet. Den Aufbau des  Historienweges haben freundlicherweise die Mitarbeiter des Bauhofs der Stadt übernommen.

Zur Begleitung des Historienweges wurde ein Flyer angefertigt, in dem die einzelnen Bildmotive kurz vorgestellt werden. Dieser ist gegen eine kleine Spende in der Kurverwaltung im Bahnhof, im Apothekenmuseum und im Eingangsbereich des Rathauses erhältlich. In naher Zukunft werden die Bildtafeln auch mit einem QR-Code versehen, denn dann können die Gäste auch mit dem Smartphone die Informationen direkt von den Tafeln abrufen.

Nach der offiziellen Eröffnung des Historienweges durch den stellvertretenden Bürgermeister wurde allen Anwesenden noch ein Glas Magenbitter „Stephinsky“ gereicht. Dieses Getränk wurde bewusst gewählt, denn es stammt von dem Apotheker Franz Maria Ferdinand Stephinsky, der sich intensiv in der Zeit der Jahrhundertwende für den Erhalt der historischen Stadt Münstereifel eingesetzt hat. Zum Schluss wurden alle Gäste nach einer kurzen Einführung von Norbert Schroeteler und Wolfram Erber zu einem ersten Rundgang durch die Stadt geführt, um den Historienweg einzuweihen. Die erste Resonanz der Gäste war überaus positiv, viele waren begeistert und wollen den Historienweg weiterempfehlen.

Kommentar verfassen